Bachelorarbeit, 2012
45 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Systemdestabilisierende Problemkomplexe der Finanzkrise
2.1 Fehlende Berücksichtigung von Systemrisiken in der Aufsichtsstruktur
2.2 Überblick über mangelnde Berücksichtigung makroprudenzieller Aspekte im Regulierungsrahmen nach Basel II
2.2.1 S1 – Haftung, Verlusttragfähigkeit und Zyklik als Determinanten der Eigenkapitalbasis
2.2.2 S1 – Unzureichende Risikodeckung und hohe Verschuldung
2.2.3 S2 – Refinanzierungsschwierigkeiten und Liquiditätsknappheit
2.2.4 S3 – Fehlende Marktdisziplinierung von Risiken durch intransparente Offenlegung
2.2.5 Sonstiges – (G)SIFIS und Moral Hazard sowie Risiken im Schattenbankensystem
3 Makroprudenzielle Regulierungsinnovationen nach Basel III zu den Problemkomplexen
3.1 Erweiterung der Aufsichtsstruktur auf Makroebene durch den ESRB
3.2 Konkretisierung makroprudenzieller Regulierungsinnovationen nach Basel III zu den Problemkomplexen
3.2.1 S1 – Stärkung der Eigenkapitalbasis sowie Einführung zyklischer und verlusttragender Kapitalpuffer
3.2.2 S1 – Erhöhung der Risikogewichte und Einführung eines Leverage Ratio
3.2.3 S2 – Einführung eines globalen Liquiditätsstandards
3.2.4 S3 – Stärkung von Aufsicht und Marktdisziplin durch erweiterte Offenlegungspflichten
3.2.5 Sonstiges – Zusätzliche Anforderungen für (G)SIFIS und Schattenbanken
4 Würdigung makroprudenzieller Regulierungsinnovationen nach Basel III zu den Problemkomplexen
4.1 Der ESRB als Element der Aufsicht auf Makroebene
4.2 Die makroprudenziellen Regulierungsinnovationen nach Basel III zu den Problemkomplexen
4.2.1 S1 – Stärkung Eigenkapitalbasis und Einführung flexibler Kapitalpuffer
4.2.2 S1 – Erhöhung der Risikogewichte und Einführung eines Leverage Ratio
4.2.3 S2 – Einführung eines globalen Liquiditätsstandards
4.2.4 S3 – Erweiterte Offenlegungspflichten
4.2.5 Sonstiges – Maßnahmen für (G)SIFIS und Schattenbanken
4.3 Fazit und Ausblick
Die Arbeit analysiert die aus der Finanzkrise 2007 resultierenden makroprudenziellen Regulierungsinnovationen des Baseler Ausschusses unter Basel III. Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, ob diese Maßnahmen die im Rahmen von Basel II identifizierten systemischen Lücken schließen und die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems gegenüber künftigen Krisen stärken können, wobei auch einzelbankbetriebliche Auswirkungen kritisch gewürdigt werden.
2.2.1 S1 – Haftung, Verlusttragfähigkeit und Zyklik als Determinanten der Eigenkapitalbasis
Die Säule 1 des Baseler Struktur Konzepts regelt die Mindestanforderungen an das Eigenkapital. Der Fokus liegt auf einer Berücksichtigung des Adressausfallrisikos, des Marktpreisrisikos und des operationellen Risikos. Neben standardisierten Bewertungsverfahren stehen präzisere individuelle interne Modelle zur Verfügung.
Die Finanzbranche und vor allem Großbanken hielten Eigenmittel in nicht ausreichender Quantität und Qualität vor. Das bankaufsichtsrechtliche Eigenkapital diente dabei zum Ausgleich anfallender Verluste im laufenden Geschäftsbetrieb (Going Concern) und zur Befriedigung der Gläubiger im Insolvenzfall (Gone Concern). Diese Agitation an der Grenze der Mindestanforderungen schränkte die Verlusttragfähigkeit einiger Institute massiv ein und erhöhte die Wahrscheinlichkeit eines insolvenzbedingten Zusammenbruchs. Vor allem die Verluste aus Verschlechterung von Risikopositionen führten zu einer Gefährdung der Unternehmensfortführung. Unter Berücksichtigung der Auswirkungen für die Gesamtwirtschaft wurden staatliche Kapitalzuführungen notwendig. Shareholder, die lange von hohen Renditen profitierten, wurden von ihrer Haftung entbunden. Sowohl Flexibilität, Quantität, als auch die Qualität des regulatorischen Eigenkapitals haben sich im Hinblick auf Haftungsaspekte als unzureichend erwiesen. Weitere Vertrauensverluste entstanden durch wachsende Skepsis gegenüber der Risikotragfähigkeit als Folge hoher Intransparenz, bezogen auf die Zusammensetzung des regulatorischen Eigenkapitals. Diese Intransparenz resultierte vornehmlich aus der Befürchtung eines möglichen, insolvenzbedingten Zusammenbruchs eines Marktteilnehmers.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung stabiler Finanzsysteme dar und erläutert die Notwendigkeit des Baseler Reformprogramms zur Schließung regulatorischer Lücken nach der Finanzkrise.
2 Systemdestabilisierende Problemkomplexe der Finanzkrise: Dieses Kapitel identifiziert die wesentlichen Defizite des Basel II Regelwerks, wie mangelnde Berücksichtigung von Systemrisiken, unzureichende Eigenkapitalqualität und Liquiditätsprobleme.
3 Makroprudenzielle Regulierungsinnovationen nach Basel III zu den Problemkomplexen: Hier werden die neuen Instrumente wie der ESRB, erweiterte Kapitalpuffer, der Leverage Ratio sowie Liquiditätsstandards (LCR, NSFR) detailliert vorgestellt.
4 Würdigung makroprudenzieller Regulierungsinnovationen nach Basel III zu den Problemkomplexen: Dieses Kapitel bewertet kritisch die Wirksamkeit der neuen Basel III Regelungen unter Berücksichtigung von Kosten und Auswirkungen auf Banken und Realwirtschaft.
Basel III, Finanzkrise, makroprudenzielle Aufsicht, Systemrisiko, Eigenkapital, Liquiditätsstandard, Leverage Ratio, ESRB, (G)SIFIS, Schattenbankensystem, Verlustabsorption, Eigenkapitalpuffer, Risikogewichtung, Offenlegung, Finanzstabilität.
Die Arbeit behandelt die Reform des Bankenregulierungsrahmens durch Basel III als Reaktion auf die systemischen Mängel, die in der Finanzkrise 2007 deutlich wurden.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Stärkung der Eigenkapitalbasis, die Einführung neuer Liquiditätskennziffern, die Überwachung von systemrelevanten Finanzinstituten ((G)SIFIS) und die Rolle des Europäischen Systemrisikorates (ESRB).
Das Ziel ist es, zu bewerten, ob die neuen makroprudenziellen Instrumente dazu beitragen können, die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems gegen künftige Krisen zu erhöhen, ohne dabei die Finanzierungsfunktion der Banken für die Realwirtschaft zu stark zu beeinträchtigen.
Es handelt sich um eine systematische Analyse und kritische Würdigung der regulatorischen Anforderungen von Basel III auf Basis aktueller Literatur und offizieller Dokumente des Baseler Ausschusses sowie nationaler Aufsichtsbehörden.
Im Hauptteil werden zunächst die Schwachstellen von Basel II aufgezeigt, gefolgt von einer detaillierten Darstellung der Neuerungen unter Basel III und deren anschließender ökonomischer und regulatorischer Würdigung.
Die wichtigsten Begriffe sind Basel III, Finanzstabilität, makroprudenzielle Aufsicht, systemische Risiken, Liquiditätsstandards (LCR/NSFR) und Kapitalpuffer.
Der ESRB soll als neue europäische Aufsichtsinstanz eine makroökonomische Perspektive einnehmen, um durch Risikowarnungen und Handlungsempfehlungen frühzeitig systemische Risiken zu erkennen und deren Ansteckungseffekte einzudämmen.
Der Autor sieht den Leverage Ratio ambivalent: Einerseits bietet er Schutz vor Modellfehlern, andererseits besteht die Gefahr von Fehlanreizen für Banken, risikoreichere Geschäfte zu tätigen, um die Eigenkapitalrendite trotz der strengeren Verschuldungsgrenzen zu halten.
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