Bachelorarbeit, 2011
46 Seiten, Note: 1,3
1 Introduction
2 Theoretical Considerations
2.1 The Model
2.2 German Reunification
3 Institutional Background and Data Description
3.1 German Federal System
3.2 The Data
4 Empirical Investigation
4.1 Spatial Weighting Matrix
4.2 Empirical Approach
4.3 Results
5 Summary and Conclusion
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Präsenz und die wirtschaftliche Relevanz von lokalem Steuerwettbewerb in Deutschland zu analysieren und zu quantifizieren. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Untersuchung, wie die deutsche Wiedervereinigung als exogener Schock die Steuersätze und die Intensität der strategischen Interaktion zwischen den Kommunen beeinflusst hat.
1 Introduction
Since the beginning of the 1970’s, closer economic integration has continuously augmented the importance of strategic interaction amongst governments in the field of public economics. One of the predominant subjects with regards to inter-governmental strategic interaction is the analysis of tax competition which manifests in competition for a scarce and mobile factor — capital. Whilst the early approaches to analyze the effects of local capital taxation as, for instance, by Hamilton (1975), rather promoted beneficial effects of inter-governmental competition, the contrary is true for the more recent works — also known as the new view — which emphasize the distortive effects of capital taxation and the resulting suboptimal provision of public goods (Zodrow and Mieszkowski 1986, p. 309f). Thereby, the latter theoretical works build on a model developed by Mieszkowski (1972) which was further elaborated and extended to allow for inter-governmental competition by Zodrow and Mieszkowski (1986). Henceforth, many renowned economists such as Wilson (1986), Hoyt (1991), Bucovetsky (1991) and Kanbur and Keen (1993), who build on the basic model of Zodrow and Mieszkowski (1986), have devoted substantial theoretical work to examine various aspects of tax competition. These aspects ranged from welfare implications to the effect of size differentials between competitors as well as differences between horizontal and vertical tax competition.
Following the classification of Brueckner (2003), models of strategic interaction amongst governments can be differentiated in resource-flow models on the one hand and spillover models on the other, where both use a similar game-theoretic framework — a simultaneous Nash game. In the former, the interaction originates from a common resource, for example capital or labor, which is supposed to be mobile between multiple local governments and whose allocation decision is influenced by political instruments such as tax rates (Brueckner 2003, pp. 175f). Obviously, tax competition models belong to this type of strategic interaction. In contrast to the resource-flow models, the interaction in spillover models arises from externalities which can occur, for example, from public goods that exert positive or negative spillovers across regional borders.
1 Introduction: Einführung in das Themenfeld des Steuerwettbewerbs und Erläuterung der Forschungsrelevanz im Kontext der deutschen Wiedervereinigung.
2 Theoretical Considerations: Darstellung des theoretischen Standardmodells des Steuerwettbewerbs und Ableitung hypothetischer Auswirkungen der Wiedervereinigung auf Steuersätze und Interaktionen.
3 Institutional Background and Data Description: Beschreibung des deutschen föderalen Systems, der steuerlichen Rahmenbedingungen und Vorstellung des verwendeten kommunalen Datensatzes.
4 Empirical Investigation: Durchführung der empirischen Analyse mittels räumlicher Gewichtungsmatrix, Schätzung des Reaktionsmodells und Diskussion der Ergebnisse hinsichtlich räumlicher und zeitlicher Muster.
5 Summary and Conclusion: Zusammenfassung der Kernergebnisse, Diskussion der Validität der Schätzungen und abschließende Bewertung der Auswirkungen des Steuerwettbewerbs in Deutschland.
Steuerwettbewerb, Kapitalbesteuerung, Deutschland, Wiedervereinigung, Kommunalfinanzen, Strategische Interaktion, Räumliche Ökonometrie, Gewerbesteuer, Fiskalische Externalitäten, Hebesatz, Steuerbasis, Öffentliche Güter, Paneldaten, Instrumentvariablen, Föderalismus.
Die Arbeit untersucht das Vorhandensein und die ökonomische Relevanz des Steuerwettbewerbs zwischen deutschen Kommunen unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen der Wiedervereinigung.
Die zentralen Themen umfassen die Steuerpolitik auf kommunaler Ebene, theoretische Modelle des Steuerwettbewerbs, die Dynamik von Unternehmenssteuern sowie die methodische Analyse strategischer Interaktionen.
Das Hauptziel besteht darin zu quantifizieren, ob und wie stark deutsche Kommunen in ihrem Steuerverhalten durch benachbarte Gebietskörperschaften beeinflusst werden und ob die Wiedervereinigung die Intensität dieses Wettbewerbs verändert hat.
Der Autor nutzt einen umfangreichen Paneldatensatz und wendet Methoden der räumlichen Ökonometrie an, insbesondere ein zweistufiges instrumentelles Variablenschätzverfahren (GMM), um die strategische Interaktion zu messen.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung, der Beschreibung des institutionellen Rahmens in Deutschland, der Konstruktion der räumlichen Gewichtungsmatrix sowie der empirischen Regression zur Identifikation von Steueranpassungsmustern.
Wichtige Begriffe sind Steuerwettbewerb, Gewerbesteuer, Deutschland, räumliche Ökonometrie, strategische Interaktion, Wiedervereinigung und Fiskalpolitik.
Die Analyse zeigt, dass die Wiedervereinigung keinen signifikanten Anstieg der Intensität der strategischen Interaktion im Steuerverhalten der untersuchten westdeutschen Kommunen ausgelöst hat.
Die empirischen Belege deuten nicht auf ein allgemeines "Race to the Bottom" in Deutschland hin, da die durchschnittlichen Gewerbesteuersätze im Beobachtungszeitraum von 1982 bis 2007 eher gestiegen sind.
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