Diplomarbeit, 2011
133 Seiten, Note: 1
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1. Einleitung
1.1 Vorwort
1.2 Was soll gezeigt werden
2. Emotionen
2.1 Begriffe der Emotionspsychologie
2.2 Definition von Emotionen und deren Komponenten
2.3 Gute Emotion versus schlechte Emotion
2.4 Emotionsdimensionen/ Klassifikation von Emotionen
2.5 Zur Universalität von Emotionen
2.6 Emotionstheorien
2.6.1 Aus funktionalistischer und evolutionspsychologischer Sicht
2.6.2 Aus kognitivistischer, konstruktivistischer, motivationaler Sicht, Appraisaltheorie nach Lazarus
2.6.3 Systemisch-Integrative Bestandsaufnahme und Schlussfolgerung nach Hühlshoff und Holodynski
2.7 Kognition und Emotion
3. Emotionsregulierung
3.1 Einleitung und historischer Abriss
3.2 Kultur und Sozialisation von Emotionen
3.3 Von der interpersonalen zur intrapersonalen Regulation
3.4 Theorien der Emotionsregulationen
3.5 Emotionsregulation und Gesundheit
3.6 Dysfunktionale Emotionsregulation
3.7 Beschreibung einiger relevanter Basisemotionen
4. Neuere Forschung zur Emotionsregulation von Alkoholabhängigen
5. Alkoholismus
5.1 Alkoholgebrauch, Alkoholmissbrauch, Alkoholabhängigkeit
5.1.1 Formen des Suchtverhaltens
5.2 Bedingungsgefüge des Alkoholismus
5.2.1 Allgemeines
5.2.2 Droge Alkohol
5.2.3 Individuum
5.2.4 Umweltfaktoren
6. Suchttheorien
6.1 Annahmen der Verhaltenstherapie
6.2 Eine Interaktionstheoretische Sichtweise
7. Wissenschaftliche Untersuchung
7.1 Standortbestimmung
8. Fragestellungen der Untersuchung
8.1 Die Fragestellung nach der Erlebenshäufigkeit von Emotionen
8.2 Die Fragestellung nach der Akzeptanz und Ablehnung von Emotionen
8.3 Die Fragestellung nach dem Umgang mit Emotionen
8.4 Die Fragestellung nach der Alkoholiker Persönlichkeit
9. Untersuchungsmethodik
9.1 Untersuchungsablauf
9.2 Untersuchungsinstrument
9.3 Beschreibung der verwendeten statistischen Verfahren
10. Darstellung der Untersuchungsergebnisse
10.1 Soziodemographie der Teilnehmer
10.2 Erlebenshäufigkeit von Emotionen
10.3 Akzeptanz und Ablehnung von Emotionen
10.4 Dysfunktionaler Umgang mit Emotionen
10.5 Alkohol und Persönlichkeit
11. Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
12. Persönliche Note
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich die Emotionswelt und die Fähigkeiten zur Emotionsregulation bei Alkoholsuchtpatienten von Personen ohne Alkoholsucht unterscheiden. Es wird analysiert, ob eine ausgeprägte Suchterkrankung mit einem geringeren Gefühlsspektrum und dysfunktionaleren Regulationsstrategien einhergeht.
2.6.1 Aus evolutionspsychologischer und funktionalistischer Sicht nach Cosmides & Tooby (2000)
Evolutionstheoretische Ansätze unterscheiden sich von anderen Ansätzen im Wesentlichen darin, dass sie eine zusätzliche Erklärungsebene einbeziehen. Sie beschreiben nicht ausschließlich physiologische und psychologische Vorgänge (proximate Erklärungen) und deren ontogenetische Entstehung (distale Erklärung), sondern fragen vor allem, warum ein Phänomen überhaupt in der Phylogenese entstehen konnte, zu welchem Zweck es sich herausbildete und welchen Reproduktionsvorteil es erbrachte (ultimate Erklärungen) (Otto et al., 2000, S. 45).
So können die evolutionsbiologischen Emotionstheorien auch der Gruppe der funktionalistischen Theorien zugeordnet werden.
Die Emotionstheorie von Cosmides und Tooby (2000) versteht sich als Weiterentwicklung zahlreicher älterer Theorien zu Emotionen aus der Evolutionsbiologie (wie zum Beispiel nach Darwin) und stellt nach Meinungen zahlreicher Emotionstheoretiker den momentan fruchtbarsten Ansatz in der Erklärung emotionaler Phänomene dar.
Die Autoren Cosmides und Tooby (2000) beschreiben Emotionen als „[…] Dirigenten eines kognitiven Orchesters“ (Schwab, 2004, S. 120) und Emotionen somit als „[…] Metaprogramme, die zur Lösung adaptiver Probleme unsere kognitiven Subroutinen in spezifischer Art und Weise beeinflussen“ (Schwab, 2004, S. 108).
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Motivation für die Arbeit und die zentrale Forschungsfrage nach den Unterschieden im Emotionserleben und in der Emotionsregulation bei Alkoholsuchtpatienten.
2. Emotionen: Dieses Kapitel behandelt theoretische Grundlagen der Emotionspsychologie, inklusive Definitionen, Klassifikationsansätzen sowie evolutionären und funktionalistischen Theorien.
3. Emotionsregulierung: Hier werden Definitionen und Theorien zur Regulation von Emotionen, deren kulturelle Einbettung und die Entwicklung von interpersonaler zu intrapersonaler Regulation diskutiert.
4. Neuere Forschung zur Emotionsregulation von Alkoholabhängigen: Dieses Kapitel fasst den aktuellen Forschungsstand zur Rolle von Alkohol als Mittel zur Emotionsregulation und dessen psychologische Effekte zusammen.
5. Alkoholismus: Der Fokus liegt auf der Phänomenologie des Alkoholmissbrauchs, Typologien suchttypischen Verhaltens und dem komplexen Bedingungsgefüge zwischen Droge, Individuum und Umwelt.
6. Suchttheorien: Hier werden verschiedene psychologische und neurobiologische Theorien zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Sucht, inklusive verhaltenstherapeutischer Ansätze, vorgestellt.
7. Wissenschaftliche Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt den theoretischen und methodischen Standort der Studie, inklusive der verwendeten Strategisch Behavioralen Therapie.
8. Fragestellungen der Untersuchung: Hier werden die konkreten Forschungsfragen und Hypothesen zur Erlebenshäufigkeit, Akzeptanz/Ablehnung von Emotionen und zur Suchtpersönlichkeit formuliert.
9. Untersuchungsmethodik: Das Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, den Untersuchungsablauf und die eingesetzten Diagnoseinstrumente (z.B. VDS-32).
10. Darstellung der Untersuchungsergebnisse: Hier werden die erhobenen Daten analysiert und die Unterschiede zwischen Suchtpatienten und der Kontrollgruppe empirisch dargelegt.
11. Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden zusammenfassend interpretiert und in den Kontext bestehender Theorien zur Emotionsregulation bei Suchterkrankungen eingeordnet.
Alkoholismus, Emotionsregulation, Basisemotionen, Suchtgedächtnis, Strategisch Behaviorale Therapie, VDS-32, Affektregulation, kognitive Umbewertung, psychische Homöostase, Persönlichkeitsstruktur, Suchtpersönlichkeit, Stressreduktion, dysfunktionaler Umgang.
Die Diplomarbeit untersucht, ob Menschen mit einer Alkoholsucht Emotionen anders erleben und regulieren als Menschen ohne Suchterkrankung.
Die Schwerpunkte liegen auf der Emotionspsychologie, den verschiedenen Strategien der Emotionsregulation sowie den psychologischen Suchttheorien.
Ziel ist es zu klären, ob Suchtpatienten über ein eingeschränktes Gefühlsspektrum verfügen und ob sie weniger funktionale Strategien zur Regulation ihrer Gefühle erlernt haben.
Es handelt sich um eine vergleichende klinische Studie, die Daten von 93 Alkoholpatienten mittels des VDS-32 Fragebogens erhebt und statistisch gegen eine Kontrollgruppe auswertet.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung zu Emotionen und Sucht sowie die detaillierte empirische Auswertung der Daten hinsichtlich Erlebenshäufigkeit, Akzeptanz und dysfunktionaler Regulationsstile.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sucht, Emotionsregulation, Basisemotionen, Affektregulation und klinische Psychologie beschreiben.
Da die Emotionsregulation laut Vygotskij und Holodynski einen Entwicklungsprozess von einer dyadischen (Mutter-Kind) hin zur selbstständigen Regulation darstellt, ist dieses Wissen entscheidend für das Verständnis dysfunktionaler Strategien bei Suchtpatienten.
Der Autor schließt sich der Meinung an, dass es keine einzelne, fest definierte "Suchtpersönlichkeit" gibt; vielmehr treten bei Suchtpatienten verstärkt Merkmale emotionaler Instabilität auf.
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