Masterarbeit, 2012
97 Seiten, Note: 1,3
Teil I - Einleitung und Problemstellung
1.1 Vorgehensweise
1.2 Methodik
1.3 Forschungsstand
Teil II – Entwicklung des Fernsehkonsums und Individualisierungstendenzen
2.1 Der TV Konsum ant als individueller und solistischer Zuschauer – Definition individuell und kollektiv
2.1.1 Gründe für den individuellen TV Konsum und den Erfolg des Fernsehens – Die Veränderung der Produktionsweise, der Arbeits- und Freizeitzeiten
2.1.2 Gründe für den Erfolg des Fernsehens – das Produkt-Lebenszyklus-Modell
2.1.3 Die Veränderung des TV-Programmes
2.3 Die Fernsehzuschauerstruktur
2.4 Die „MedienNutzertypologie“
2.5 Die Fernsehzuschauer nach sozialen Milieus
2.6 TV-Motivationen der individuellen Fernsehzuschauer
2.7 Resümee
Teil III – Die kollektiven Zuschauer im öffentlichen Raum
3.1 Public Viewing – Begriffsdefinition
3.2 Public Viewing von Großveranstaltungen
3.2.1 Public Viewing während der Fußball WM/EM
3.2.2 Entwicklung und Verbreitung des sportlichen
3.3 Public Viewing von TV-Sendungen - eine Fortführung der Großveranstaltungen?
3.3.1 Der ARD Tatort
3.3.2. Das Tatort Viewing
3.3.3 Ideenursprung des Tatort-Viewings und Einfluss des Fußballendrunden Public Viewings
3.3.4 Charakteristische Merkmale des Tatort Viewings
3.3.5 Charakteristische Merkmale des Sport-Public-Viewings
3.3.6 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
3.4 Charakterisierung der kollektiven Zuschauer
3.4.1 Tatort-Viewing Zuschauer
3.4.2 Sport-Public-Viewing Zuschauer
3.5 Gibt es ein kollektives Publikum?
3.6 Vergleich der individuellen und kollektiven Zuschauer
3.7 Resümee
Teil IV – Theoretische Erklärungsansätze der Nutzungsmotive
4.1 Gründe und Motive der Mediennutzung – die Uses-and-Gratification-Approach
4.1.1 Bedürfnisse und Motive des Sportpublikums
4.1.2 Bedürfnisse und Motive der Tatort Zuschauer
4.1.3 Gemeinsamkeiten und Differenzen der Nutzungsmotive
4.2 Die Bedeutung von Emotionen innerhalb der Soziologie
4.2.1 Definition und Eingrenzung des Begriffs der Emotionen
4.2.2 Der soziale Einfluss von Emotionen
4.2.3 Kollektive Emotionen
4.3 Identität und Gemeinschaft
4.3.1 Das Verhalten des Individuums in der Gemeinschaft
4.3.2 Die Vergemeinschaftung
4.3.3. Die Vergesellschaftung
4.4 Public Viewing als Vergemeinschaftungsform
4.5 Resümee
Teil V - Schlussfolgerungen und Fazit
Die Arbeit untersucht das Phänomen des "Public Viewing" als Gegenbewegung zum Trend des individuellen Fernsehkonsums. Dabei wird analysiert, warum Menschen trotz technischer Vollversorgung zur kollektiven Rezeption im öffentlichen Raum zurückkehren und wie sich diese Zuschauer soziologisch charakterisieren lassen.
2.1.1 Gründe für den individuellen TV Konsum und den Erfolg des Fernsehens - Die Veränderung der Produktionsweise, der Arbeits- und Freizeitzeiten
In diesem Abschnitt soll überprüft werden, inwiefern die Massenproduktion von Fernsehgeräten zu einem individuellen Konsum geführt hat. Günther Anders untersucht in dem sozialphilosophischen Werk „Die Antiquirtheit des Menschen“ (1956) auf qualitative Weise diese Frage.
Einer der Gründe, der die ursprünglich kollektiven TV Zuschauer aus den Anfängen des Fernsehzeitalters in den zwanziger Jahren, mehr und mehr in das deutsche Wohnzimmer der Nachkriegszeit verdrängte, ist die veränderte Produktionsweise der Fernsehgeräte. Bevor dieses Produkt als Massenware hergestellt wurde, war der kollektive Konsum in den Kinos vorherrschend. "Ehe man die Kulturwasserhähne der Radios in jeder ihrer Wohnungen installiert hatte, waren die Schmids und Müllers, die Smiths und Millers in die Kinos zusammengeströmt, um die für sie in Masse und stereotyp hergestellte Ware kollektiv, auch als Masse, zu konsumieren" (Anders 1987, S.101ff.). Anders beschreibt, inwieweit die Massenproduktion an Fernsehgeräten und –sendungen, zu einem individuellen Massenkonsum geführt hat. Diese Massenproduktion hatte nicht zum Ziel ein Produkt herzustellen (in dem Fall der Fernseher), dass von einer Masse konsumiert wird, sondern von "zahlreichen Konsumenten zugleich" (ebd.). Das Gemeinschaftserlebnis, so wie es in den Kinosälen noch ausgelebt wurde, ist durch die veränderte Produktionsweise zu vielen "Individualerlebnissen" geworden, die in den eigenen vier Wänden verfolgt werden konnten.
Teil I - Einleitung und Problemstellung: Hinführung zur Fragestellung, wie trotz privatisierter Fernsehnutzung ein neuer kollektiver Trend entstehen konnte.
Teil II – Entwicklung des Fernsehkonsums und Individualisierungstendenzen: Analyse der historischen Entwicklung des Fernsehens und der Faktoren, die zur Vereinsamung des TV-Konsums führten.
Teil III – Die kollektiven Zuschauer im öffentlichen Raum: Untersuchung des Phänomens Public Viewing am Beispiel von Fußball-Events und Krimi-Abenden.
Teil IV – Theoretische Erklärungsansätze der Nutzungsmotive: Soziologische und psychologische Einordnung der Beweggründe für die kollektive Mediennutzung.
Teil V - Schlussfolgerungen und Fazit: Zusammenfassende Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit kollektiver TV-Ereignisse.
Public Viewing, kollektives Fernsehen, individueller TV-Konsum, Mediennutzung, Tatort, Fußball, Soziologie, Gruppenzugehörigkeit, Identität, Emotionen, Vergemeinschaftung, Massenmedien, Fernsehzuschauer, Nutzertypologie, Gemeinschaft.
Die Arbeit untersucht den Wandel vom kollektiven Fernsehkonsum hin zum individuellen Wohnzimmer-Fernsehen und die aktuelle Gegenbewegung, bei der Menschen wieder gemeinsam im öffentlichen Raum fernsehen.
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung des TV-Konsums in Deutschland, die Soziologie der Zuschauertypen sowie die Analyse von Motiven bei gemeinschaftlichen Fernsehereignissen.
Das Ziel ist es, die Beweggründe der "Public Viewing"-Zuschauer zu verstehen und zu klären, warum diese trotz verfügbarer Technik den Wunsch nach kollektivem Erleben verspüren.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die eine literarische Recherche (Medien- und Eventsoziologie) mit einer eigenen empirischen Befragung unter Tatort-Zuschauern kombiniert.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Charakterisierung individueller vs. kollektiver Zuschauer sowie der theoretischen Herleitung von Nutzungsmotiven durch Ansätze wie den Uses-and-Gratifications-Approach.
Wichtige Begriffe sind Public Viewing, Vergemeinschaftung, kollektive Emotionen, soziale Milieus und die Mediennutzertypologie.
Während Sport-Public-Viewing oft als großflächige, euphorische Massenveranstaltung unter freiem Himmel stattfindet, zeichnet sich das Tatort-Viewing durch eine familiärere, gemütliche Atmosphäre in geschlossenen Räumen aus.
Die Arbeit zeigt, dass Fernsehnutzung eng mit sozialen Schichten, Bildung und Werten verknüpft ist, wobei verschiedene Milieus unterschiedliche Erwartungen an Inhalt und Form der Mediennutzung stellen.
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