Masterarbeit, 2011
106 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Kavallerie und Elite
3. Grundlagen zur Bewertung der römischen Kavallerie
3.1 Voraussetzungen für eine Bewertung
3.2 Maßstab der Bewertung
4. Bewertungskriterien
5. Betrachtung der Beurteilungskriterien zur Bewertung der römischen Kavallerie
5.1 Bewertung der Effektivität der Kavallerietaktiken
5.2 Römische Kavallerie im Kampf gegen Infanterieformationen
5.3 Der Kampf gegen feindliche Reiterei
5.4 Kavallerie im Einsatz gegen und als Plänkler
6. Motivationen der Reiter-Elite
6.1 Offiziere und Führung
6.2 Korpsgeist und Zusammenhalt
6.3 Virtus
7. Fazit
8. Quellen- und Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht die tatsächliche militärische Effektivität der römischen Kavallerie während der mittleren Republik, um das weitverbreitete Dogma ihrer Unzulänglichkeit zu hinterfragen und die sozio-militärischen Zusammenhänge ihrer Entwicklung zu analysieren.
3.2 Maßstab der Bewertung
Wie McCall richtig feststellte, war der primäre Auftrag der Kavalleriekräfte in einer Schlacht die Bekämpfung der feindlichen Infanterie. Dabei stellte sich nun folgendes Problem dar: Die Pferde verweigerten meist bei direkten Angriffen auf schwere Infanterie und versuchten sich seitlich am „Hindernis“ vorbei zu schieben. Da Steigbügel noch nicht erfunden waren (stattdessen benutzte man Sattel mit kleinen „Hörnchen“, die dem Reiter ein Mindestmaß an Halt gaben), hatte man nicht ausreichend Wucht – ganz zu schweigen von einer Lanze, die zum Angriff eingelegt werden konnte. Falls also die schwere Infanterie nicht durch den moralischen Eindruck der Anreitenden die Formation aufbrach, blieb den Kavalleristen nur der Einsatz ihrer Wurfspeere und das Umkreisen der Einheit. Damit erzeugten sie allerdings eine Rundumbedrohung, die die Einheit am weiteren Vorrücken hinderte. Der Feind verlor also seine Stoßkraft und war gezwungen, andere Einheiten heran zu führen, um die Kavallerie zu bekämpfen. Fand die aber Kavallerie eine Möglichkeit zum Einbruch oder war die Formation einmal aufgebrochen, konnte auch schwere Infanterie dem Angriff nicht standhalten.
1. Einleitung: Die Arbeit problematisiert das veraltete Dogma der ineffektiven römischen Kavallerie und fordert ein tieferes Verständnis der soziologischen Hintergründe ihres Einsatzes.
2. Kavallerie und Elite: Es wird die enge Verbindung zwischen dem Dienst in der Kavallerie und der elitären sozialen Stellung innerhalb der römischen Gesellschaft beleuchtet.
3. Grundlagen zur Bewertung der römischen Kavallerie: Dieses Kapitel kritisiert bestehende Forschungsthesen und definiert die Notwendigkeit, Kriterien für eine objektive Leistungsbewertung zu schaffen.
4. Bewertungskriterien: Hier werden die Indikatoren für eine effektive Kavallerie – taktische Flexibilität, Ausrüstung und Motivation – theoretisch hergeleitet.
5. Betrachtung der Beurteilungskriterien zur Bewertung der römischen Kavallerie: Ein umfassender Hauptteil, der die praktische Anwendung der Kavallerie gegen Infanterie und gegnerische Reiterei sowie die Rolle als Plänkler analysiert.
6. Motivationen der Reiter-Elite: Die Untersuchung der psychologischen und soziologischen Faktoren wie Führung, Korpsgeist und das Konzept der 'Virtus', die das Verhalten der Reiter im Feld maßgeblich bestimmten.
7. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die römische Kavallerie durch taktische Anpassungen und eine starke soziale Motivation ein hocheffektives Instrument des römischen Militärs war.
8. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten antiken Quellen und wissenschaftlichen Sekundärliteratur.
Römische Kavallerie, Militärgeschichte, Römische Republik, Kavallerietaktik, Virtus, Reiter-Elite, Nahkampf, Rüstung, Militärsoziologie, Antike Kriegsführung, Auxiliare, Schlacht von Cannae, Polybios, Reiteradel, Moral.
Die Arbeit analysiert die römische Kavallerie der mittleren Republik, um das bis ins Jahr 2002 verbreitete Urteil ihrer militärischen Ineffizienz zu revidieren.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die taktische Wirksamkeit, die Ausrüstung sowie die soziokulturellen Motive, die das Handeln der römischen Kavallerie-Elite bestimmten.
Das Ziel ist es, die tatsächliche Konkurrenzfähigkeit der römischen Kavallerie zwischen 300 und 100 vor Christus nachzuweisen und ihre Rolle als Bestandteil der römischen Sozialstruktur zu erklären.
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse antiker Historiker wie Polybios und Livius, ergänzt durch moderne militärhistorische Forschung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine taktische Analyse des Einsatzes gegen Infanterie und Kavallerie sowie eine tiefgehende Untersuchung der Motivationsfaktoren der römischen Elite.
Kavallerie, Römische Republik, Virtus, Taktik, Elite, Nahkampf, Moral und Ausrüstung.
Das Absitzen diente vor allem der Gewinnung eines Stabilitätsvorteils im Nahkampf, da der unebene Boden einen sichereren Stand für den Kampf bot als der Rücken der damals ungesattelten Pferde.
Virtus war eine soldatische Tugend, die Mut im Kampf verlangte. Sie motivierte die Aristokraten dazu, ihre Fähigkeiten im direkten Nahkampf (und Duellen) unter Beweis zu stellen, um Ansehen für ihre politische Karriere zu gewinnen.
Die Reform wurde durch die traumatischen Erfahrungen in den Niederlagen gegen karthagische Streitkräfte, insbesondere bei Cannae, notwendig, um durch schwerere Ausrüstung eine Konkurrenzfähigkeit gegenüber griechisch-makedonischen Reiterverbänden zu erreichen.
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