Diplomarbeit, 2009
108 Seiten, Note: 1,7
1. Der Sozialstaat im Wandel
1.1. Sozialstaatliche Institutionenanalysen im Vergleich
1.2. Das deutsche Sozialstaatsmodell
1.3. „Modell Deutschland“ in der Krise
1.4. Reformen jenseits des Rückbaus
2. Die Ökonomisierung des Sozialstaats
2.1. Wohlfahrtsmärkte als Produzenten sozialer Leistungen
2.2. Der social investment state
2.3. Wohlfahrtsmärkte und soziale Investitionen im „Modell Deutschland“ – ein Zwischenfazit
3. Die Folgen der Ökonomisierung
3.1. Alte Akteure, neue Akteure
3.1.1. Staatliche Akteure
3.1.2. Zivilgesellschaftliche Akteure
3.1.3. Gewerbliche Akteure
3.1.4. Die Bürger
3.2. Veränderte Risikoverteilung
4. Beispiel Alterssicherung: Von Bismarck zu Riester
4.1. Entstehung und Expansion
4.2. Strukturelle Verwerfungen und politische Überforderung
4.3. Die Reform der Alterssicherung
4.4. Die Ökonomisierung der Alterssicherung
4.4.1. Wohlfahrtsmärkte
4.4.2. Soziale Investitionen
5. Die Ökonomisierung des Sozialstaats – ein Fazit
Die Arbeit untersucht den Wandel des deutschen Sozialstaats unter der Prämisse der Ökonomisierung, wobei die Alterssicherung als zentrales Referenzobjekt dient. Es wird analysiert, inwiefern staatliche Wohlfahrtsproduktion durch Marktmechanismen ergänzt oder ersetzt wird und welche Konsequenzen dies für Akteurslandschaften und Risikoverteilungen hat.
Die Thematisierung von Wandlungsprozessen
Die Thematisierung von Wandlungsprozessen impliziert dabei immer ein „Vorher“ und ein „Nachher“. Schließlich lässt sich Veränderung nur dann wahrnehmen und beschreiben, wenn es dem Betrachter möglich ist, zwischen zwei Zuständen zu vergleichen. Im Bereich der Politikwissenschaft ist der Vergleich eine oft verwendete Methode, um Sachverhalte zu erklären oder anschaulich zu machen. Wenngleich nicht frei von Problemen (von Beyme 1988: 67) und terminologischen Definitionsfragen (Nohlen 2004: 1042ff, Jahn 2007: 15) bietet der Vergleich auch für die hier vorliegende Untersuchung einen systematischen Rahmen: Er ermöglicht den Vergleich „[...] materieller policy-Resultate mit idealtypischen Konfigurationen in der Tradition Max Webers [...]“ (Siegel 2007: 97). Die oben genannten Aspekte einer ökonomisierten Sozialpolitik – verdeutlicht am Beispiel der Alterssicherung – spiegeln dabei die materiellen policy-Resultate wider. Idealtypische Konstruktionen finden sich bei der Beschreibung des deutschen Sozialstaatsmodells vor dem Hintergrund der Typologie wohlfahrtsstaatlicher Regime bzw. der Vergleichenden Kapitalismusforschung.
1. Der Sozialstaat im Wandel: Das Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen des sozialstaatlichen Wandels und die historische Entwicklung des deutschen Modells ein.
2. Die Ökonomisierung des Sozialstaats: Hier werden Wohlfahrtsmärkte und der social investment state als zentrale Konzepte der aktuellen Umgestaltung analysiert.
3. Die Folgen der Ökonomisierung: Dieses Kapitel beleuchtet, wie sich die Akteurskonstellationen sowie die Risikoverteilung durch ökonomische Steuerungsformen verschieben.
4. Beispiel Alterssicherung: Von Bismarck zu Riester: Die theoretischen Ansätze werden hier praxisnah an der Entwicklung und Reform der deutschen Rentenpolitik gespiegelt.
5. Die Ökonomisierung des Sozialstaats – ein Fazit: Das Fazit fasst die Paradigmenwechsel zusammen und ordnet die prozesshaften Veränderungen in eine langfristige Perspektive ein.
Ökonomisierung, Sozialstaat, Alterssicherung, Wohlfahrtsmärkte, social investment state, Risikoverteilung, Institutionenwandel, deutsche Rentenreform, Riester-Rente, Politikwissenschaft, Akteurslandschaft, Sozialversicherung, Marktmechanismen, Reformpolitik.
Die Arbeit analysiert, wie sich der deutsche Sozialstaat durch die Einführung marktähnlicher Mechanismen und neuer Steuerungslogiken verändert.
Zu den Kernpunkten gehören Wohlfahrtsmärkte, das Konzept des investiven Sozialstaats („social investment state“), veränderte Akteursbeziehungen und die Transformation sozialer Sicherungssysteme.
Ziel ist es zu klären, inwiefern der deutsche Sozialstaat ökonomisiert wird und welche strukturellen sowie materiellen Folgen dieser Wandel, insbesondere für die Alterssicherung, nach sich zieht.
Die Arbeit basiert auf einem politikwissenschaftlichen Vergleich, der materielle policy-Resultate mit idealtypischen Modellen (Regime-Typologien) kontrastiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Vorüberlegungen zur Ökonomisierung, eine Analyse der Folgen für beteiligte Akteure und eine empirische Fallstudie zur Alterssicherung.
Schlüsselbegriffe sind vor allem Ökonomisierung, Wohlfahrtsmärkte, Alterssicherung, social investment state, Risikoverteilung und institutioneller Wandel.
Sie verschiebt die Absicherung von einem kollektiven, umlagefinanzierten Prinzip hin zu einer stärker individualisierten, kapitalgedeckten Form, bei der der Versicherte das Anlage- und Verlustrisiko trägt.
Kommissionen (wie die Hartz- oder Rürup-Kommission) dienen als neue Legitimationsinstanzen, um politische Reformen durch wissenschaftliche Expertise außerhalb traditioneller parlamentarischer Verhandlungsprozesse zu forcieren.
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