Diplomarbeit, 2003
94 Seiten, Note: 1,75
Diese Diplomarbeit analysiert die Gestaltungsmacht von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) hinsichtlich der Konstruktion von Geschlecht. Im Fokus steht die Frage, ob NGOs die heterosexuelle, duale Geschlechterkonstruktion reproduzieren oder - und wenn ja, wie - Herrschaftskritik üben. Die Arbeit untersucht, wie sich NGOs zur Gleichheits-/ Differenzdebatte verhalten und ob sie das Begehren nach Anerkennung von Differenzen oder eine Assimilation der unterstützten Personen in die bestehende Gesellschaft fördern.
Die Arbeit beginnt mit einem historischen Abriss der Geschlechterkonstruktionen, wobei verschiedene Theorien und Konzepte von der Antike bis zur Postmoderne beleuchtet werden. Anschließend werden Nichtregierungsorganisationen (NGOs) als "Containerbegriff" vorgestellt, ihre Funktionen und ihre Rolle in der Gestaltung des öffentlichen Diskurses werden analysiert.
Die Arbeit widmet sich dann der Methode der Diskursanalyse, die zur Untersuchung der Web-Auftritte von NGOs eingesetzt wird, die sich mit gender-Identitäten beschäftigen. Die Analyse fokussiert auf die AG Lesben und Asyl, die International Lesbian and Gay Association (ILGA) sowie TransMann. Jedes Kapitel beleuchtet die Geschlechterkonstruktionen, die in den jeweiligen Web-Auftritten sichtbar werden, sowie die Rolle von NGOs im Diskurs über Diskriminierung, Integration und Emanzipation.
Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit den zentralen Themen der Geschlechterkonstruktion, NGOs, Diskursanalyse, Intelligibilität, Unsichtbarkeit, Gleichheits-/ Differenzdebatte, Hegemonie, Neoliberalismus und Transgendering. Die Arbeit analysiert die Konstruktion von Geschlecht durch NGOs im Kontext von Diskriminierung, Emanzipation und Integration. Weitere relevante Begriffe sind gender-Identitäten, Menschenrechte, Sichtbarkeit und politische Gestaltungsmacht.
NGOs fungieren als öffentliche Meinungsbildner. Die Arbeit untersucht, ob sie das traditionelle heterosexuelle Geschlechtermodell reproduzieren oder ob sie durch Herrschaftskritik zur Dekonstruktion beitragen.
Die Autorin stellt die These auf, dass auch NGOs, die sich außerhalb des dualen heterosexuellen Schemas bewegen, oft unbewusst an der Reproduktion hegemonialer Geschlechterdiskurse beteiligt sind.
Intelligibilität beschreibt die gesellschaftliche "Verstehbarkeit" oder Anerkennung einer Identität. Identitäten, die nicht in das duale Schema passen, gelten oft als "nicht-intelligibel" oder unsichtbar.
Analysiert werden die Webauftritte der "AG Lesben und Asyl", der "International Lesbian and Gay Association (ILGA)" sowie des Vereins "TransMann".
Die Arbeit prüft, ob NGOs eine bloße Assimilation (Gleichstellung) in das bestehende System anstreben oder ob sie die Anerkennung pluraler Lebensformen und Differenzen fördern.
Vorherige Analysen zeigen, dass NGOs oft das Bild der "zu unterstützenden Frau als Opfer" nutzen, was paradoxerweise das traditionelle Geschlechterkonstrukt verfestigen kann, anstatt es aufzubrechen.
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