Diplomarbeit, 2003
94 Seiten, Note: 1,75
1.Einleitung
2. Historischer Abriss der Geschlechterkonstruktionen
2.1 Antike
2.1.1 Die Eingeschlechtkonstruktion
2.2 Aufklärung Die duale Geschlechterkonstruktion
2.2.1 Das ’Dritte Geschlecht’
2.2.2 Entstehung der Gleichheits/ Differenzdebatte; oder zu Zeiten Marx und Freuds
2.3. Feministische Konstrukte
2.3.1 Frau als Opfer
2.3.2 Gleichheits/ Differenzdebatte
2.3.3 sex und gender
2.3.4 doing gender
2.3.5 Postmoderne/ Diskurs
2.3.6 Dekonstruktion
2.3.7 Queer-Theorie oder die Pluralität der Geschlechter
2.3.8 Transgendering
2.4 Zusammenfassung
2.5 Exkurs neoliberaler Transformationsprozess
3. Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) - Feldbeschreibung eines Containerbegriffs
3.1 Was sind NGOs?
3.2 Phänomen NGO
3.3 Die Legitimationsfrage und Macht von NGOs
3.4 NGOs als öffentliche Meinungsbildner
3.5 NGO als Verschiebungsmodel von Hegemonien?
3.6 Zusammenfassung
4. Methode der Diskursanalyse
4. 1 Materialkorpus
4.2. Kriterien der Analyse
5. Analyse der Web Auftritte
5.1 AG Lesben und Asyl
5.1.1 Arbeitsziel der AG.
5.1.2 Frauen/Lesben als Konzept der Nicht-Intelligibilität
5.1.3 Unsichtbare Frauen/Lesben in Familien
5.1.4 Diskriminierungen und Menschenrechtverletzungen an Frauen/Lesben
5.1.5 Mit NGOs zur Intelligibilität
5.1.6 Zusammenfassung
5.2 The International Lesbian and Gay Association (ILGA)
5.2.1 Gestaltungsmacht
5.2.2 Geschlechterkonstruktion
5.2.3 Diskriminierung
5.2.4 Zusammenfassung
5.3. TransMann
5.3.1 Geschlechterkonstruktion
5.3.2 Medizinischer Diskurs
5.3.3 Rechtlicher Diskurs an Hand des Transsexuellen-Gesetzes (TSG)
5.3.4 Politisch-sozialer Diskurs
5.3.5 Emanzipation
5.3.6 Integration/ Unsichtbarkeit
5.3.7 Zusammenfassung
5.4 Fazit
6. Schlussbetrachtung
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) bei der Konstruktion und Reproduktion von Geschlechterbildern. Zentral ist die Frage, ob diese Organisationen bestehende hegemoniale, heterosexuelle Geschlechternormen durch ihre Arbeit in Internet-Selbstdarstellungen hinterfragen oder diese durch Anpassung an neoliberale Strukturen ungewollt weiter festigen.
2. Historischer Abriss der Geschlechterkonstruktionen
Die Konstruktion der Geschlechter in unserer technologisierten postmodernen, Gesellschaft weicht von Konstruktionen der letzten Jahrtausende ab. Mit Konstruktion ist gemeint, wie Geschlecht sozial und biologisch gestaltet und gebildet wurde. Dazu gehört einerseits die Frage, wie viele Geschlechter es gab bzw. gibt und andererseits die Frage, wie sie definiert wurden bzw. werden und womit sie sich identifizieren durften. Nicht nur die Frage „was ist eine Frau?“ oder „was ist ein Mann?“ schwingt mit, sondern ebenfalls Fragen nach Begehren, Sexualität, Identität und damit die Frage nach Intelligibilität.
Die heutige westliche Gesellschaft lebt in einer heterosexuellen, dualen Geschlechterkonstruktion, in der es Mann und Frau gibt, die sich gegenseitig zu begehren haben. Unsere gesamte Alltagswelt ist in dieser „heterosexuellen Matrix“ (Butler) eingewoben. Die Matrix zeichnet sich dadurch aus, dass die Vorstellung von zwei – und nur zwei - Geschlechtern vorherrscht; dass die beiden Geschlechter sich gegenseitig ausschließen und demnach ein Wechsel prinzipiell nicht möglich ist. Sie gilt in der Alltagstheorie als eindeutig, naturhaft und unveränderbar (Illg: 28). Die beiden Geschlechter beziehen sich in ihrem Begehren aufeinander. Diese Dichotomie wird als selbstverständlich aufgefasst. Inwieweit andere Konzeptionen innerhalb dieser Matrix denkbar und vielleicht schon subversiv implementiert sind und inwieweit diese einen widerständischen Ansatz und Herrschaftskritik äußern, soll später exemplarisch anhand von gender-NGOs beleuchtet werden.
1.Einleitung: Einführung in die Thematik der Gestaltungsmacht von NGOs bei der Konstruktion von Geschlecht und die zentrale Forschungsfrage.
2. Historischer Abriss der Geschlechterkonstruktionen: Analyse der gesellschaftlichen und theoretischen Konzepte von Geschlecht von der Antike bis zur Postmoderne.
3. Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) - Feldbeschreibung eines Containerbegriffs: Definition und Untersuchung der Rolle von NGOs als Akteure im neoliberalen Transformationsprozess.
4. Methode der Diskursanalyse: Erläuterung des methodischen Vorgehens bei der Analyse der NGO-Webauftritte mittels kritischer Diskursanalyse.
5. Analyse der Web Auftritte: Detaillierte Fallstudien zu AG Lesben und Asyl, ILGA und TransMann.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Erkenntnisse zur Rolle von NGOs bei der Reproduktion bzw. Infragestellung hegemonialer Geschlechternormen.
Geschlechterkonstruktion, NGOs, Diskursanalyse, Neoliberalismus, Heterosexuelle Matrix, Intelligibilität, Gleichheitsdebatte, Differenzdebatte, Transgender, Queer-Theorie, Macht, Zivilgesellschaft, Identität, Soziale Bewegungen, Herrschaftskritik
Die Arbeit untersucht, wie NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) Geschlechterkonstruktionen in ihren Selbstdarstellungen thematisieren, reproduzieren oder gegebenenfalls kritisieren.
Die Schwerpunkte liegen auf feministischen Geschlechterkonzepten, der Rolle von NGOs im neoliberalen Staat, sowie der kritischen Analyse von Internetauftritten spezifischer Organisationen.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob NGOs durch ihre Arbeit aktiv an der Reproduktion heterosexueller Geschlechternormen beteiligt sind oder ob sie Möglichkeiten der Herrschaftskritik und gesellschaftlichen Veränderung nutzen.
Die Autorin verwendet die Methode der kritischen Diskursanalyse nach Foucault und Jäger, um Web-Auftritte der untersuchten NGOs zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung historischer Geschlechterkonstrukte, eine Feldbeschreibung von NGOs als Akteure und eine empirische Diskursanalyse von drei spezifischen NGOs.
Zentrale Begriffe sind Geschlechterkonstruktion, Intelligibilität, heterosexuelle Matrix, neoliberale Transformation und Herrschaftskritik.
Die Auswahl erfolgte, um eine paritätische Abdeckung unterschiedlicher Interessen zu erreichen: von weiblich-fokussierten Asylthemen über internationale schwul-lesbische Lobbypolitik bis hin zur spezifisch trans-männlichen Perspektive.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Widerstandspotential begrenzt ist, da NGOs häufig in neoliberale Strukturen und politische Gremien eingebunden sind, was eine radikale Herrschaftskritik oft erschwert.
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