Wissenschaftliche Studie, 2012
40 Seiten
Zusammenfassung
Inhaltsverzeichnis
Fragestellung
Methode und Datenquellen
Konsumausgaben in Deutschland und im europäischen Vergleich
Die Struktur der Konsumausgaben
Konsumausgaben und Merkmale der Haushalte
Konsumausgaben bei Single-Haushalten
Konsumausgaben und Zufriedenheiten
Determinanten der Konsumausgaben
Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Phänomen der sinkenden Konsumneigung bei Bekleidung und Schuhen in Deutschland und Europa im Verhältnis zu steigendem Wohlstand, um zu klären, ob wachsender Wohlstand den Konsum tatsächlich bremst oder ob andere strukturelle Faktoren hierbei maßgeblich sind.
Methode und Datenquellen
Wir führen eine deskriptive Analyse mit Hilfe von Verteilungen und Mittelwerten durch. Hierzu nutzen wir die offiziellen Statistiken des deutschen Bundesamtes für Statistik (Destatis) und der Europäischen Statistikbehörde (Eurostat) sowie Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP des DIW). Beim SOEP handelt es sich um eine Wiederholungsbefragung (Wagner et al. 2008). Das SOEP ist die weltweit größte repräsentative Studie dieser Art. Seit 1984 werden mehr als 22.000 Personen in etwa 12.000 privaten Haushalten in Deutschland im jährlichen Rhythmus befragt.
Die folgende Abbildung 1 zeigt den von uns angenommenen Zusammenhang: Verfügbares Einkommen (Nettoeinkommen der HH) und „Konsumneigung“ bestimmen den Konsum, wobei das verfügbare Einkommen einen Einfluss auf die „Konsumneigung“ hat (wie wir unten noch sehen werden). Einkommen und Konsumneigung variieren mit der HH-Größe, dem Geschlecht, dem Alter, der Bildung und der Zeitverwendung der Akteure. Neben dem Einkommen und der „Konsumneigung“ als Größen der (kauffähigen) Nachfrage bestimmen Merkmale des Angebotes (Preis und Qualität der Waren, Modegrad etc.) sowie weitere Merkmale der Akteure (soziale Stellung, Milieu und Lebensstil) den Konsum. Soziale Merkmale beeinflussen zudem die Milieus und die Lebensstile. Oder anders ausgedrückt: Die Sozialstruktur wird – um einen Topos von Adorno aufzugreifen – durch die Lebensstile und Milieus hindurch reproduziert. Die „Massenmode“ ist dabei nicht so sehr von individuellen Distinktionsgewinnen bestimmt als eher von einer variablen Uniformierung, die gleichwohl als Ausdruck der Selbstverortung zu bestimmten Stiles gesehen werden kann, welche eine über die „Massenmode“ an sich hinausgehende Botschaft hat. In welchem Umfang die einzelne Person bereit ist, dafür Geld aufzuwenden, das hängt nicht so sehr vom persönlichen Geschmack ab, als von den restriktiven ökonomischen Bedingungen, die sich durch die drei Größen HH-Einkommen, HH-Größe und Ausgabenstruktur des HH beschrieben lassen.
Fragestellung: Das Kapitel definiert die "Konsumneigung" als zentralen Index und leitet die Forschungsfrage ab, wie persönliche Präferenzen im Kontext objektiver Rahmenbedingungen das Ausgabeverhalten für Bekleidung und Schuhe bestimmen.
Methode und Datenquellen: Hier wird das methodische Vorgehen mittels deskriptiver Analyse sowie die Datengrundlage durch Destatis, Eurostat und das SOEP erläutert, ergänzt durch ein theoretisches Grundmodell der Konsumbestimmung.
Konsumausgaben in Deutschland und im europäischen Vergleich: Dieses Kapitel zeigt den zeitlichen Verlauf der Konsumausgaben auf und stellt fest, dass während die Gesamtausgaben steigen, die relativen Ausgaben für Bekleidung sinken.
Die Struktur der Konsumausgaben: Es wird analysiert, wie sich die Ausgabenanteile verschoben haben, insbesondere die relative Abnahme bei Nahrungsmitteln und Bekleidung gegenüber dem Anstieg bei Wohnkosten und Gesundheit.
Konsumausgaben und Merkmale der Haushalte: Das Kapitel untersucht den Einfluss von Haushaltsgröße und Nettoeinkommen auf die Konsumausgaben und identifiziert Single-Haushalte als bedeutende Zielgruppe.
Konsumausgaben bei Single-Haushalten: Hier erfolgt eine detaillierte Betrachtung der Konsumneigung innerhalb der Single-Haushalte, wobei soziodemografische Faktoren wie Alter und Erwerbsstatus in den Fokus rücken.
Konsumausgaben und Zufriedenheiten: Dieses Kapitel untersucht Zusammenhänge zwischen den Konsumausgaben und der subjektiven Lebens- bzw. Einkommenszufriedenheit der Befragten.
Determinanten der Konsumausgaben: Mittels Varianzanalysen (ANOVA) werden die statistischen Einflüsse von Einkommen, Haushaltsgröße und Konsumneigung auf die individuellen Ausgaben quantifiziert.
Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird festgestellt, dass die Konsumneigung sinkt und persönliche Präferenzen eine geringere Rolle spielen als angenommen, während demografischer und technischer Wandel die Zukunft der Branche prägen.
Konsumneigung, Bekleidungswirtschaft, Haushaltsnettoeinkommen, Privathaushalte, Single-Haushalte, Konsumausgaben, SOEP, Demografischer Wandel, Lebensstile, Sozialstruktur, Kaufverhalten, Europäischer Vergleich, Konsumindex, Kaufkraft, Modemarkt.
Die Arbeit untersucht das Ausgabeverhalten privater Haushalte für Bekleidung und Schuhe im Verhältnis zu ihrem verfügbaren Nettoeinkommen und dem allgemeinen Wohlstandsniveau.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Konsumausgaben im Zeitverlauf, dem Einfluss von sozioökonomischen Faktoren wie Haushaltsgröße und Einkommen sowie der Rolle der "Konsumneigung".
Die zentrale Frage lautet, ob wachsender Wohlstand den Konsum für Bekleidung tatsächlich bremst und wie stark objektive Rahmenbedingungen gegenüber persönlichen Präferenzen wirken.
Es wird eine deskriptive statistische Analyse durchgeführt, ergänzt durch multiple Klassifikationsanalysen (Varianzanalysen/ANOVA) auf Basis von Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) und offizieller Statistiken.
Der Hauptteil befasst sich mit der Struktur der Konsumausgaben, der Analyse von Zielgruppen (insb. Singles und Besserverdiener) sowie dem Einfluss von Zufriedenheitsparametern auf das Kaufverhalten.
Zentrale Begriffe sind Konsumneigung, Bekleidungswirtschaft, Haushaltsnettoeinkommen, Sozioökonomisches Panel und struktureller Wandel.
Single-Haushalte nehmen in ihrer Zahl stetig zu und verantworten einen signifikanten Anteil der Konsumausgaben für Bekleidung, was sie zu einer strategisch wichtigen Zielgruppe macht.
Die Studie zeigt überraschend, dass der Einfluss persönlicher Präferenzen auf die Gesamthöhe der Ausgaben für Bekleidung im Vergleich zu objektiven ökonomischen Faktoren gering ausfällt.
Er führt zu einer alternden Gesellschaft und veränderten Haushaltsstrukturen, was langfristig neue Herausforderungen an Markenkonzepte und die Produktionsautomatisierung stellt.
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