Bachelorarbeit, 2012
117 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Die Theorie optimaler Währungsräume
2.1 Darstellung der Theorie
2.2 Beurteilung der Eurozone anhand der Theorie
3 Schaffung eines einheitlichen Währungsraumes innerhalb der Europäischen Union
3.1 Erste Phase: Liberalisierung des Kapitalverkehrs
3.2 Zweite Phase: Annäherung der Wirtschaftspolitik der einzelnen Länder
3.3 Dritte Phase: Die Einführung des Euro
4 Ausgestaltung der Europäischen Währungsunion
4.1 Die Eurozone
4.2 Konvergenzkriterien
4.2.1 Preisstabilität
4.2.2 Finanzlage der öffentlichen Hand
4.2.3 Wechselkursstabilität
4.2.4 Langfristige Zinssätze
4.2.5 Konvergenzdefizit
4.3 Stabilitäts- und Wachstumspakt
4.3.1 Präventive Komponente
4.3.2 Korrektive Komponente
4.4 No-Bailout-Klausel
4.5 Das Eurosystem
4.5.1 Organisation und Organe des Eurosystems
4.5.2 Aufgaben des Eurosystems
4.5.3 Unabhängigkeit der Zentralbank
5 Realität der Euro-Einführung
5.1 Einhaltung der Konvergenzkriterien
5.2 Wandel des Marktumfeldes
5.2.1 Veränderung des Wettbewerbs
5.2.2 Ungleichgewichte und Divergenzen
5.3 Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007/2008
5.3.1 Konsequenzen für die EWU
5.3.2 Geldpolitische Reaktion und Etablierung EFSF/ESM
5.3.2.1 EFSF/ESM
5.3.2.2 Ankauf von Staatsanleihen und Senkung der Leitzinsen
5.3.3 Verabschiedung eines Fiskalpaktes
6 Konsequenzen und Herausforderungen für die Zukunft
6.1 Einführung einer gemeinsamen Wirtschaftsregierung
6.2 Überarbeitung des aktuellen Regelsystems
6.3 Osterweiterung der Eurozone
7 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Stabilität des Euro als supranationale Währung in einem Spannungsfeld zwischen europäischen und nationalen Interessen, insbesondere vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007/2008. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob der Euro dauerhaft als stabile Währung bestehen kann und welche regulatorischen Maßnahmen in den Verträgen der Europäischen Union oder der Eurozone hierfür erforderlich sind.
2.1 Darstellung der Theorie
„The OCA [(Optimum Currency Area)] theory is back. Once dismissed as a “dead-end problem” with little practical significance…the issue has been resuscitated and re-thought.”19 Dieses Zitat von George Tavlas, ehemals in führender Position für den Internationalen Währungsfonds (IWF) tätig, verdeutlicht die Bedeutung der 50 Jahre alten Theorie der optimalen Währungsräume. Durch die Schaffung der Eurozone hat sich ein interessantes aktuelles Untersuchungsobjekt für Währungstheoretiker ergeben. Robert Mundell erforschte 1961 die seiner Meinung nach grundlegenden Eigenschaften eines optimalen Währungsraumes und war somit der Begründer der Theorie der optimalen Währungsräume. Mc Kinnon (1963) und Kenen (1969) erweiterten bzw. überarbeiteten die Theorie von Mundell.20 Sie erachten es erst dann als sinnvoll eine gemeinsame Währung einzuführen, wenn der ökonomische Integrationsprozess bereits weit fortgeschritten ist.21 In diesem Kapitel (Kap. 2.1) sollen daher die wesentlichen Elemente der Theorie optimaler Währungsraume nach Mundell dargestellt werden. Im folgenden Kapitel (Kap. 2.2) soll dann diskutiert werden inwiefern die EWU nach der Theorie der optimalen Währungsräume einem optimalen Währungsraum entspricht.
Ein optimaler Währungsraum wird definiert als optimales geographisches Gebiet für eine einheitliche, oder für mehrere Währungen, deren Wechselkurse unwiderruflich fixiert sind.22 Die einheitliche Währung oder die Währungen mit fixierten Wechselkursen unterliegen regelmäßigen Schwankungen gegenüber anderen Währungen. Die Grenzen eines optimalen Währungsraumes sind definiert durch die Staaten, die an der Währungsunion teilnehmen.23 Der Begriff „optimal“ bezieht sich hierbei auf die Fähigkeit der jeweiligen Staaten, die Kosten für die Teilnahme an der Währungsunion möglichst gering zu halten und die bei einer Saldobetrachtung für sich größeren Vorteile zu generieren.24 Die Kosten für die Teilnahme an einer Währungsunion bestehen im Wesentlichen darin, dass ein teilnehmendes Land seine souveräne und eigenverantwortliche Geldpolitik zugunsten einer gemeinsamen Geldpolitik aufgibt.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung des Euro als singuläres Ereignis und führt in die Fragestellung ein, wie der Euro trotz des Spannungsverhältnisses zwischen supranationaler Geldpolitik und nationaler Wirtschaftspolitik stabil bleiben kann.
2 Die Theorie optimaler Währungsräume: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Grundlagen nach Mundell dar und prüft, inwiefern die Eurozone die Kriterien für einen optimalen Währungsraum erfüllt.
3 Schaffung eines einheitlichen Währungsraumes innerhalb der Europäischen Union: Der Prozess der Währungsunion wird anhand des Delors-Plans in drei Phasen beschrieben, von der Liberalisierung des Kapitalverkehrs bis zur Einführung des Euro.
4 Ausgestaltung der Europäischen Währungsunion: Dieses Kapitel analysiert das Regelwerk der EWU, einschließlich der Konvergenzkriterien, des Stabilitäts- und Wachstumspakts, der No-Bailout-Klausel und der Organisation des Eurosystems.
5 Realität der Euro-Einführung: Die Einhaltung der Konvergenzkriterien, der Wandel des Marktumfeldes und die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007/2008 auf die Eurozone werden hier kritisch analysiert.
6 Konsequenzen und Herausforderungen für die Zukunft: Hier werden die Einführung einer Wirtschaftsregierung, die Überarbeitung des Regelsystems und die Herausforderungen einer potenziellen Osterweiterung diskutiert.
7 Fazit: Das Fazit bewertet die Analyseergebnisse und schlägt Maßnahmen zur Sicherung der langfristigen Stabilität des Euro vor.
Euro, Eurozone, Währungsunion, Europäische Zentralbank, EZB, Konvergenzkriterien, Theorie optimaler Währungsräume, Staatsschuldenkrise, Finanzpolitik, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Geldpolitik, Wirtschaftsregierung, Osterweiterung, Stabilität, Fiskalpakt
Die Arbeit analysiert die Stabilität des Euro als gemeinsame Währung in einem Staatenverbund ohne eigene staatliche Struktur, insbesondere unter dem Einfluss der Finanzkrise.
Die zentralen Themen umfassen die Theorie optimaler Währungsräume, die institutionellen Rahmenbedingungen der Europäischen Währungsunion und die Auswirkungen der Wirtschaftskrise.
Die Forschungsfrage lautet, ob der Euro in dem bestehenden Spannungsverhältnis von europäischen und nationalen Interessen langfristig stabil sein kann und welche Regeländerungen dafür notwendig sind.
Es handelt sich um eine wirtschaftswissenschaftliche Analyse, die ökonomische Theorien auf die Realität der Eurozone anwendet und aktuelle Entwicklungen sowie Verträge evaluiert.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Kriterien für Währungsräume, den historischen Weg zum Euro, das institutionelle Regelwerk der EU sowie die Analyse der Krisenreaktionen und künftigen Reformnotwendigkeiten.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Eurozone, Konvergenzkriterien, Stabilität, EZB, Fiskalpakt und Wirtschaftsregierung.
Die Krise hat die Konstruktionsfehler der Währungsunion offengelegt, insbesondere das Fehlen eines Mechanismus zur Bewältigung asymmetrischer Schocks und die mangelnde Disziplin bei der Einhaltung der Konvergenzkriterien.
Die Arbeit argumentiert, dass die Kriterien derzeit von vielen Beitrittskandidaten nicht erfüllt werden und eine zu laxe Handhabung dieser Regeln, wie in der Vergangenheit, die Stabilität der Eurozone gefährden würde.
Der Autor steht dieser Idee skeptisch gegenüber, da sie nationale Souveränitätsverluste mit sich bringt und international die Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone durch eine mögliche Nivellierung auf ein Mittelmaß gefährden könnte.
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