Hausarbeit, 2004
20 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Hauptteil
II.1. Positionen der Forschung: Die Rezeption Hoffmanns später Erzählung „Des Vetters Eckfenster“
II.2. Das poetologische Prinzip des heiligen Serapion
II.3. Romantische Elemente und Motive in „Des Vetters Eckfenster“
III. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erzählung „Des Vetters Eckfenster“ von E.T.A. Hoffmann im Hinblick auf ihre literaturwissenschaftliche Einordnung. Das Ziel ist es, die kontroversen Thesen zu widerlegen, nach denen das Werk eine Abkehr von der Romantik und eine Hinwendung zum Realismus darstelle, und stattdessen die Kontinuität romantischer poetologischer Prinzipien in Hoffmanns Spätwerk aufzuzeigen.
II. 1.: Positionen der Forschung: Die Rezeption Hoffmanns später Erzählung „Des Vetters Eckfenster“:
In der Literaturforschung existieren weitreichend kontroverse Diskussionen und Ergebnisse hinsichtlich des Werks E.T.A. Hoffmanns. Schwierigkeiten ihn in die „literarische Landschaft seiner Zeit“6 einzuordnen sind pandemisch verbreitet und erstrecken sich über die gesamte Literaturforschung. Was vor allem an seinem Werk irritiert sind die auffallend realistischen Züge, die besonders bei „Des Vetters Eckfenster“ in Erscheinung treten sollen. So erstrecken sich diesbezüglich die literarischen Urteile von einem „kritischen Realismus“7, den Hoffmann in dieser Erzählung antizipiert habe, bis hin zu einer romantischen Schreibweise, die einer bloßen Rekapitulation des frühromantischen Gestus gleichkommen soll.8 Doch warum scheiden sich an Des Vetters Eckfenster in dieser Weise die Geister? Wie kommt es anhand eines Werkes zu einer solch ambivalenten Positionsdifferenz?
Neben den auffällig realistischen Zügen, die „Des Vetters Eckfenster“ beinhalten soll, ist es vor allem der Umstand, dass eine Vielzahl zeitgenössischer Autoren Hoffmanns das Reich des phantasmas hinter sich ließen und sich zunehmend einer realistischen Schreibweise annäherten. So trat beispielsweise Schlegel zur katholischen Kirche9 über und selbst Tieck versöhnte sich aufgrund der Erkenntnis, dass sich die hochgesteckten Forderungen des derzeitigen Diskurses nicht aufrechterhalten ließen, mehr und mehr mit der Realität des Bürgertums.10 Eben wegen dieser Subversion des romantischen Programms, die sich also in der Aussöhnung mit dem derzeitigen System der Realität widerspiegelte, scheint es naheliegend E.T.A. Hoffmann ebenfalls „in diese allgemeine literarische Entwicklung einzuordnen“.11
I. Einleitung: Die Einleitung skizziert die wissenschaftliche Debatte um Hoffmanns „Des Vetters Eckfenster“ und stellt die These auf, dass das Werk keine Abkehr von der Romantik, sondern eine Fortführung ihrer poetologischen Ideale darstellt.
II.1. Positionen der Forschung: Die Rezeption Hoffmanns später Erzählung „Des Vetters Eckfenster“: Dieses Kapitel stellt die widersprüchlichen Forschungsmeinungen dar, die das Werk entweder als „kritischen Realismus“ oder als rein romantische Erzählung interpretieren.
II.2. Das poetologische Prinzip des heiligen Serapion: Hier wird das serapiontische Prinzip als theoretisches Fundament von Hoffmanns Schaffen erläutert, das die Verbindung von Innen- und Außenwelt zur Voraussetzung wahrer Dichtkunst erhebt.
II.3. Romantische Elemente und Motive in „Des Vetters Eckfenster“: Das Kapitel analysiert, wie Hoffmann romantische Topoi wie die Isolation des Subjekts und die Ästhetik des Hässlichen in seine Erzählung einbettet, um sie kritisch zu reflektieren.
III. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet Hoffmann als ein reifes Ergebnis der romantischen Epoche ein, indem sie die vermeintliche Abkehr vom Romantischen als Konsistenz der Schaffensweise entlarvt.
E.T.A. Hoffmann, Des Vetters Eckfenster, Romantik, Realismus, serapiontisches Prinzip, Literaturwissenschaft, Phantasie, Poetologie, Subjekt, Innenwelt, Außenwelt, Epochengliederung, Rezeptionsgeschichte, Ästhetik, literarischer Diskurs.
Die Arbeit untersucht die Erzählung „Des Vetters Eckfenster“ von E.T.A. Hoffmann und hinterfragt, ob das Werk tatsächlich einen Bruch mit der Romantik zugunsten des Realismus markiert.
Im Fokus stehen das serapiontische Prinzip, das Verhältnis von romantischer Phantasiewelt zur bürgerlichen Realität und die literaturgeschichtliche Positionierung Hoffmanns.
Das Ziel ist es zu beweisen, dass die Erzählung trotz realistisch anmutender Züge fest in der romantischen Tradition verwurzelt ist und die poetologischen Anforderungen Hoffmanns konsequent umsetzt.
Die Arbeit nutzt die Analyse und Gegenüberstellung von Fachliteratur sowie die textnahe Interpretation der Erzählung, um die Forschungsargumente zu belegen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Forschungspositionen, die Herleitung des serapiontischen Prinzips und die Untersuchung romantischer Motive innerhalb des Primärtextes.
Die zentralen Begriffe sind das serapiontische Prinzip, die Duplizität des Seins, die Romantik-Realismus-Debatte und die Poetik des Schauens.
Er dient als äußeres Objekt, an dem der Vetter dem Ich-Erzähler die „Primizien der Kunst zu schauen“ demonstriert und somit die theoretischen Ansätze der Erzählung in der Realität verankert.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es keine tatsächliche Abkehr gibt, sondern dass Hoffmann durch die Erweiterung der Phantasiewelt um externe Bilder eine funktionierende romantische Schreibweise entwickelt hat.
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