Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
29 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
I. Einleitung
II. 1. Teil: Der Kontext. Aspekte der (geistes-)geschichtlichen Entwicklung in Deutschland um 1800
II.1 Politische Rahmenbedingungen der Frühromantik
II.1.1 Konservativismus
II.1.2 Nationalismus
II.2 Christenheit ohne Papst
II.3 Das Erbe der Aufklärung
II.4 Schleiermachers Schrift „Reden über die Religion“ als Impulsgeber der „Europa“-Rede
III. 2. Teil: Novalis‘ Rede „Die Christenheit oder Europa“
III.1 Die „ächtkatholischen oder ächt christlichen Zeiten“
III.2 Der Protestantismus
III.3 Kritik der Aufklärung
III.4 Die Französische Revolution als „Zeugungselement der Religion“
III.5 Vision eines künftigen Europa
III.6 Novalis - früher Nationalist oder Konservativer?
IV. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, welches Europakonzept Novalis in seinem Text „Die Christenheit oder Europa“ entwirft und wie dieses politisch sowie geschichtsphilosophisch innerhalb des frühromantischen Kontextes einzuordnen ist.
III.1 Die „ächtkatholischen oder ächt christlichen Zeiten“
Bereits in den ersten Zeilen seiner Rede beschwört Novalis die „schöne(n) glänzende(n) Zeiten, wo Europa ein christliches Land war“64. Er entwirft damit nicht nur einen Ausgangspunkt für seine geschichtsphilosophischen Betrachtungen, die später in ein Europakonzept münden sollen, sondern idealisiert geradezu das Mittelalter als goldenes Zeitalter. Welche Merkmale hatte aber nun jene, von Novalis idealisierte Zeit?
Das hervorstechendste Merkmal ist wohl die Einheit der Christenheit, die zu einem „menschlich gestalteten Welttheil“65 beigetragen habe. Die katholische Kirche habe für diese Einheit gestanden und - trotz aller partikularen Interessen - eine große Gemeinschaft gestiftet. Als ordnungspolitisch wirksame Kraft sei der Papst ein Garant für den Weisen Umgang mit unterschiedlichen (politischen) Interessen gewesen. Gleichsam hebt Novalis die Bedeutung der Priesterschaft hervor, die unmittelbar dem Papst unterstellt gewesen sei und zu der jedermann Zutritt gehabt habe.
I. Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk von Novalis ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach dessen Europakonzept sowie einer möglichen konservativen oder nationalistischen Ausrichtung.
II. 1. Teil: Der Kontext. Aspekte der (geistes-)geschichtlichen Entwicklung in Deutschland um 1800: Dieses Kapitel beleuchtet die politischen Rahmenbedingungen, die Rolle der Religion in der Zeit der Französischen Revolution und das Verhältnis der Frühromantik zur Aufklärung.
II.1 Politische Rahmenbedingungen der Frühromantik: Es wird untersucht, wie zeitgenössische Strömungen wie der Konservativismus und Nationalismus die intellektuelle Umgebung prägten.
II.1.1 Konservativismus: Dieser Abschnitt definiert die Haupttypen des Konservativismus um 1800 und ordnet die Bewegung historisch ein.
II.1.2 Nationalismus: Hier werden die Grundkomponenten des frühen Nationalismus und die Bedeutung der Kulturnation erörtert.
II.2 Christenheit ohne Papst: Das Kapitel behandelt die Krise der katholischen Kirche und die Deportation von Papst Pius VI. als prägendes Ereignis für Novalis.
II.3 Das Erbe der Aufklärung: Der Abschnitt diskutiert die kritische Auseinandersetzung der Frühromantiker mit dem Rationalismus und ihr Verhältnis zur Vernunftkultur.
II.4 Schleiermachers Schrift „Reden über die Religion“ als Impulsgeber der „Europa“-Rede: Hier wird die Verbindung zwischen Schleiermachers Theologie und der romantischen Vorstellung von Religion analysiert.
III. 2. Teil: Novalis‘ Rede „Die Christenheit oder Europa“: Der Hauptteil bietet eine detaillierte Analyse des Textes von Novalis und dessen geschichtsphilosophischer Struktur.
III.1 Die „ächtkatholischen oder ächt christlichen Zeiten“: Eine Untersuchung der Idealisierung des mittelalterlichen Katholizismus durch Novalis.
III.2 Der Protestantismus: Dieses Kapitel analysiert Novalis' ambivalente Kritik an der Reformation und deren Auswirkungen auf die Einheit der Christenheit.
III.3 Kritik der Aufklärung: Der Autor beleuchtet hier die radikale Abkehr Novalis' von den Idealen und dem Religionsverständnis der Aufklärung.
III.4 Die Französische Revolution als „Zeugungselement der Religion“: Eine Analyse, wie Novalis die Revolution trotz ihrer Zerstörungskraft als notwendige Stufe für eine religiöse Erneuerung begreift.
III.5 Vision eines künftigen Europa: In diesem Kapitel wird Novalis' Entwurf einer neuen europäischen Gemeinschaft unter dem Zeichen der Religion dargestellt.
III.6 Novalis - früher Nationalist oder Konservativer?: Die abschließende historische Bewertung ordnet Novalis' politisches Denken in den zeitgenössischen Diskurs ein.
IV. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die zentralen Thesen zusammen und bestätigt Novalis als kritischen Denker und Kosmopoliten mit reaktionären Anklängen.
Novalis, Frühromantik, Europakonzept, Christentum, Katholizismus, Mittelalter, Aufklärung, Französische Revolution, Nationalismus, Kulturnation, Religion, Schleiermacher, Konservativismus, Europa, Kosmopolitismus
Die Hausarbeit analysiert das Europakonzept von Novalis in seiner Schrift „Die Christenheit oder Europa“ und untersucht, wie er die Rolle der Religion und der Geschichte neu bewertet.
Die zentralen Themen sind die geistesgeschichtliche Entwicklung um 1800, das Verhältnis zwischen Romantik und Aufklärung sowie die Bedeutung von Religion und Nation in Novalis' Geschichtsbild.
Das Ziel ist es, das in der Rede entworfene Europakonzept zu deuten und zu klären, ob darin nationalistische oder konservative Tendenzen erkennbar sind.
Die Arbeit nutzt eine hermeneutische Textanalyse in Verbindung mit einer Einbettung in den zeitgenössischen geistesgeschichtlichen Kontext.
Der Hauptteil analysiert die historische Abfolge von der Idealisierung des Mittelalters über die Kritik an Reformation und Aufklärung bis hin zur Vision eines zukünftigen, religiös geeinten Europas.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Romantik, Europa, Religion, Kulturnation und Geschichtsphilosophie geprägt.
Der Autor zeigt auf, dass Novalis das Mittelalter als ein verklärte „goldene Zeit“ darstellt, die als utopisches Vorbild für ein künftiges vereintes Europa dient.
Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass Novalis zwar die Idee der deutschen Kulturnation vertritt, dies jedoch frei von politischem Chauvinismus ist und er sich eher als kosmopolitisch orientierter Denker erweist.
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