Hausarbeit, 2011
20 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Charakterisierung der Figur Katharina Blum
2.1 Eigencharakterisierung: Katharina Blum spricht über sich selbst
2.2 Fremdcharakterisierungen
3 Fremdbestimmung
3.1 Fremdbestimmung im direkten Umfeld
3.1.1 Fremdbestimmung in Kindheit und frühem Erwachsenenalter
3.1.2 Fremdbestimmung im späteren Erwachsenenalter
3.2 Fremdbestimmung durch die Gesellschaft
3.2.1 Einfluss von Polizei und Staatsanwaltschaft
3.2.2 Einfluss der Presse
3.2.2.1 Die ZEITUNG
3.2.2.2 Zeitungen
3.2.3 Einfluss der Gesellschaft
4 Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Fremdbestimmung der Protagonistin Katharina Blum in Heinrich Bölls gleichnamiger Erzählung. Dabei wird analysiert, inwiefern ihr Handeln und ihre Persönlichkeit durch private Umstände sowie gesellschaftliche Institutionen und die Presse entscheidend beeinflusst und fremdgesteuert werden.
3.2.2.1 Die ZEITUNG
Die ZEITUNG übt durch üble Nachrede und Verleumdungen den größten Druck auf die Protagonistin aus, sie ist „The prime agent of psychological violence in the work”.
Beth formuliert treffend über die Rolle der ZEITUNG:
Ein beeinflussendes Objekt im Sinne einer handelnden Person fehlt, wohl aber existiert als beeinflusstes Objekt Katharina Blum - und die praktische Methode der Einflussnahme ist in der Einschränkung ihres Handlungsspielraumes durch die publizistische Aktion, die Produktion, Transport und Konsum von Information umfasst, zu sehen. Durch eben diese Einschränkung ihres Handlungsspielraumes wurde Katharina ursächlich von [der ZEITUNG][…] in ihrer potentiellen Verwirklichung massiv behindert und beeinträchtigt.
Damit ist Katharina zur Mörderin geworden, ‚ohne Reue, ohne Bedauern‘ - und zwar ‚eigentlich, wenn man genau hinsieht, auf Grund von Zeitungsberichten‘; ihr Bruch der Rechtsordnung, der sie langjährigen Freiheitsentzug kostet, erfolgte, um ihre geistig-moralische Integrität, ihre Ehre wiederherzustellen.
Als „beeinflussendes Objekt im Sinne einer handelnden Person“ kann aber auch Tötges aufgefasst werden, der als Journalist hauptverantwortlich für die Artikel über Katharina in der ZEITUNG ist. Durch ihn „eskaliert die Gewalt des Meinungsapparats - und provoziert individuelle Gegengewalt, ‚aus dem in publizistischer Dimension vorgetragenen Rufmord erklärt sich der ihm folgende Mord‘“. Die Artikel Tötges verursachen bei Katharina autonomes Handeln, welches im Tötungsdelikt mündet.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Erzählung und die historische Hetzkampagne des Springer-Verlags gegen Heinrich Böll als Ausgangspunkt der Untersuchung.
2 Charakterisierung der Figur Katharina Blum: Analyse von Katharinas Persönlichkeit, ihrem Lebenslauf sowie der Fremd- und Eigenwahrnehmung als Basis für die Untersuchung ihres Identitätswandels.
3 Fremdbestimmung: Untersuchung der verschiedenen Ebenen der Fremdbestimmung, unterteilt in privates Umfeld, den Einfluss staatlicher Organe, die Rolle der Presse und die Auswirkungen der Gesellschaft auf die Protagonistin.
4 Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse, die darlegt, dass Katharina Blum erst in der Extremsituation des gesellschaftlichen Drucks zu einer autonomeren, wenngleich tödlichen Entscheidung findet.
Heinrich Böll, Katharina Blum, Fremdbestimmung, Identitätswandel, Gewalt, Presse, Hetzkampagne, Gesellschaftskritik, soziale Isolation, Persönlichkeitsstruktur, Rechtsstaat, Rufmord, Autonomie, Motivation, Literaturanalyse.
Die Arbeit analysiert Heinrich Bölls Erzählung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ unter dem spezifischen Fokus, inwieweit die Titelfigur durch äußere Einflüsse in ihrem Handeln fremdbestimmt wird.
Die zentralen Themen umfassen die psychologische Charakterisierung der Hauptfigur, die Auswirkungen von traumatischen Kindheitserfahrungen, die Macht der Presse sowie die zerstörerische Rolle staatlicher Institutionen und gesellschaftlicher Erwartungen.
Das Ziel ist es, den „Identitätswandel“ Katharina Blums nachzuweisen und zu untersuchen, ob ihr finaler Mord als Akt der Selbstbestimmung oder als Konsequenz jahrelanger Fremdbestimmung zu deuten ist.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext mit zeitgenössischer Sekundärliteratur und soziologischen Theorien (z.B. von Mitscherlich oder Marx) verknüpft, um das Handeln der Figur zu begründen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung der Figur und eine tiefgehende Analyse der Fremdbestimmung, unterteilt in privates Umfeld und gesellschaftliche Einflüsse wie die Polizei und die „ZEITUNG“.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Fremdbestimmung, Gewalt, soziale Isolation, Presseethik, Identitätskrise und Integrität geprägt.
Die Kindheit wird herangezogen, um zu verdeutlichen, dass Katharina früh auf Anpassung und Fleiß getrimmt wurde, was sie später anfälliger für externe Fremdbestimmung machte und ihre Unfähigkeit zur eigenständigen Lebensführung begünstigte.
Die Presse, insbesondere „die ZEITUNG“, wird als zentraler Akteur der psychologischen Gewalt identifiziert, der durch Rufmord den Handlungsspielraum der Protagonistin derart einschränkt, dass sie als Ausweg nur noch physische Gewalt sieht.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Mord an Tötges ein Akt ist, bei dem Katharina erst in der totalen Isolation eine eigene Entscheidung trifft, nachdem sie zuvor durch andere „fremdbestimmt“ wurde.
Das Arbeitsverhältnis wird einerseits als Ort der Anerkennung für Katharina gesehen, andererseits jedoch als eine Form der Abhängigkeit analysiert, in der Katharina zwar versorgt ist, aber ihre Selbstständigkeit einbüßt.
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