Hausarbeit, 2011
11 Seiten
Einleitung
I. Historischer Kontext
1.1 Die Ereignisse
1.2 Die Quellen
II. Die Darstellung in den Quellen
III. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die unterschiedlichen Darstellungen des Konflikts zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und der Stadt Mailand im Zeitraum von September 1158 bis Januar 1159, basierend auf der Analyse zweier zeitgenössischer Quellen.
II. Die Darstellung in den Quellen
Begonnen wird mit der Darstellung des Vertrages zwischen Friedrich Barbarossa und Mailand vom 1. September 1158. Zuvor wurde Mailand belagert, aber nicht eingenommen. Rahewin sieht die Mißerfolge in den zahlreichen Scharmützeln als Hauptursache: „Schon waren die Mailänder durch die vielen Mißerfolge mürbe geworden“. Der Mailänder Anonymus geht auf die Kampfhandlungen kaum ein und stellt die angebliche moralische Überlegenheit der Mailänder in den Vordergrund. Weiter berichtet der Anonymus nicht, dass Mailand vom Umland abgeschnitten war und unter Versorgungsproblemen litt. Dieser Umstand gab wohl den Ausschlag zur Kapitulation. Schließlich ergaben sich die Mailänder und versuchten sich durch eine Geldzahlung frei zu kaufen. Barbarossa forderte aber noch weitere Verpflichtungen der Mailänder ein, machte aber auch Zugeständnisse. Es fällt auf, dass Rahewin von einem „Friedensschluß“ aufgrund einer „Bitte um Frieden“ durch die Mailänder spricht und dadurch die Überlegenheit des Kaisers herausstellt. Der Anonymus spricht nicht von Unterwerfung, sondern von „Übereinkunft“, lateinisch „concordia“. Der Anonymus stellt die Friedensbedingungen außerdem verfälscht dar. Sein Ziel ist es, die Kommune als vertragstreu darzustellen, den Kaiser aber nicht.
Einleitung: Die Arbeit führt in die Person Friedrich Barbarossas ein und definiert die zentrale Fragestellung bezüglich der gegensätzlichen Quellenauslegung der Konflikte mit Mailand.
I. Historischer Kontext: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge des Konflikts zwischen der aufstrebenden Kommune Mailand und den kaiserlichen Herrschaftsansprüchen sowie die Charakterisierung der herangezogenen Quellenschriften.
II. Die Darstellung in den Quellen: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, der detailliert aufzeigt, wie die beiden Quellen die Vertragsverhandlungen und kriegerischen Ereignisse für ihre jeweiligen parteiischen Zwecke instrumentalisieren.
III. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass beide Quellen hochgradig tendenziös sind und jeweils versuchen, die Schuld am Konflikt der Gegenseite zuzuschreiben, um die eigene Rechts- oder Moralposition zu stützen.
Friedrich Barbarossa, Mailand, Mittelalter, Italienpolitik, Quellenauslegung, Historische Analyse, Rahewin, Otto von Freising, Kommune, Reichstag, Rechtsansprüche, Geschichtsschreibung, Konfliktanalyse, Concorda, Konsuln
Die Arbeit untersucht, wie zwei historisch konträre Quellen die Ereignisse und Verhandlungen zwischen Kaiser Friedrich Barbarossa und der Stadt Mailand im späten 12. Jahrhundert interpretieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Italienpolitik des Kaisers, dem Selbstverständnis der mailändischen Kommune und der Art und Weise, wie mittelalterliche Geschichtsschreibung zur Rechtfertigung politischer Ansprüche genutzt wurde.
Das Ziel ist ein kritischer Vergleich der "Gesta Federici" und der "Narratio de Longobardie obpressione", um aufzuzeigen, wie beide Texte die Geschichte für ihre jeweilige Seite "umschreiben".
Die Arbeit nutzt die Methode der quellenkritischen Analyse und den direkten Vergleich von Narrativen, um Intentionen und Verzerrungen der jeweiligen Autoren herauszuarbeiten.
Der Hauptteil widmet sich der konkreten Gegenüberstellung der Schilderungen zu den Ereignissen zwischen September 1158 und Januar 1159, insbesondere den Vertragsinhalten und den kriegerischen Auseinandersetzungen.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Barbarossas Italienpolitik, mittelalterliche Quellengeschichte, Kommunale Selbstbestimmung und politische Legitimationsstrategien zusammenfassen.
Der Autor stellt fest, dass beide Seiten bewusst Informationen auslassen oder verfälschen, um ihre eigene Partei als vertragstreu und die Gegenseite als wortbrüchig oder machtbesessen darzustellen.
Die Nähe zum Kaiserhaus dient als Erklärung für die kaisertreue Perspektive in der "Gesta Federici", die den Kaiser als legitimen und gemäßigten Herrscher in den Vordergrund stellt.
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