Masterarbeit, 2012
63 Seiten, Note: 1,3
I. EINLEITUNG
A. Ablauf
1. Überblick
2. Fragestellung der Masterarbeit
3. Eingrenzungen
4. Wissenschaftstheoretische und methodische Überlegungen
B. Bezüge
1. Einordnung in das Studium „Schulmanagement“
2. Einbettung in den gesellschaftlichen Veränderungskontext
3. Die Übernahme wirtschaftlicher Methoden/Begriffe in den Bildungsbereich
4. Ökonomisierung von Bildung
5. Persönlicher Bezug
II. DER DIENSTLEISTUNGSBEGRIFF
A. Grundfragen
B. Das Standardmodell der Dienstleistung
C. Typologisierungen
III. DIE ERMÖGLICHUNGSDIDAKTIK
A. Begründung und Abgrenzungen
B. Systemisch-konstruktivistische Grundlagen
1. System, Selbstorganisation und Autopoeisis
2. Strukturelle Kopplung
3. Der Beobachter und die objektive Erkenntnis
4. Viabilität
C. Lernen
D. Induktive Schlüsse
IV. UNTERSUCHUNG DER UNTERRICHTSKOMPONENTEN
A. Strukturelle Kopplung
B. Lernberatung
C. Gestaltung der Lernumgebung
D. Viabilität
V. ERGEBNISSE
A. Beantwortung der Forschungsfragen
B. Reflexion der Ergebnisse
C. Integrationsbetrachtungen
Diese Masterarbeit untersucht die Anwendbarkeit des betriebswirtschaftlichen Dienstleistungsbegriffs auf den systemisch-konstruktivistischen Unterricht. Ziel ist es, zu klären, ob und inwieweit pädagogische Kernprozesse mit ökonomischen Modellen vereinbar sind, ohne dabei den Bildungsauftrag zu gefährden.
Die Übernahme wirtschaftlicher Methoden/Begriffe in den Bildungsbereich
Die Übernahme von wirtschaftlichen Methoden, Sichtweisen und Begrifflichkeiten in den Bildungsbereich ist bereits weit fortgeschritten. Wesentliche Teile der Skripte des Studienganges Schulmanagement entstammen betriebwirtschaftlicher und nicht pädagogischer Provenience. Dies betrifft insbesondere den Bereich der Qualität, SM 910/920, ein Schlüsselthema. Die meisten der in den deutschen Bundesländern verwendeten Qualitätsrahmen fußen auf dem EFQM – Manual, Maritzen, S. 17(19), und dieses ist definitiv betriebswirtschaftlicher Herkunft.
Sicher ist auch der Begriff „Schulmanagement“ aus der BWL entlehnt, mit einem implizit stattfindenden Bedeutungstransfer, zumindest läuft das Rationalitätsprinzip hier „Huckpack“ mit. Verdeckt ist das Rationalitätsprinzip auch schon im Nachhaltigkeitsprinzip enthalten, vergl. Arnold/Haecky, S. 172. „Der Begriff der Nachhaltigkeit ist ein Wirkungsbegriff“, Arnold/Haecky, S. 173. Es geht auch hier darum, mit dem Ressourceneinsatz ( Lehrerstunden, Lernmaterialien ) mehr Ertrag zu erzielen, und dies ist das Rationalitätsprinzip.
Ein weiteres Beispiel ist das Angebotsmodell von Helmke, S. 44/45/73. Unterricht ist hier ein Nutzungsangebot, welches Schüler/Lerner wahrnehmen oder auch nicht. Allein bei Voß, 2005, findet sich mindestens fünf Mal das Wort Angebot: S.45/47/48/49/57
Allerdings, und jetzt spricht der juristisch vorgebildet Verfasser, impliziert „Angebot“ das zivilrechtliche Konstrukt des Vertrages: Angebot und Annahme als konstituierende Elemente, Lieferung und Zahlung als die den Vertrag abwickelnden Elemente. Vertragsrecht impliziert auch Vertragsfreiheit, d.h. die Freiheit, Verträge mit wem auch immer im Rahmen der Rechtsordnung einzugehen. Die Vertragfreiheit trägt aber auch das freie Spiel der Kräfte im Sinne von Angebot und Nachfrage mit sich. Zumindest bahnt die Verwendung entsprechender Begrifflichkeit, so sie denn nicht vollends losgelöst von der ursprünglichen Bedeutung verwendet wird, entsprechender wirtschaftlicher Betrachtung einen Weg.
I. EINLEITUNG: Definiert die Forschungsfrage nach der Beschreibung von Unterricht als Dienstleistung und grenzt den Untersuchungsgegenstand auf den systemisch-konstruktivistischen Unterricht ein.
II. DER DIENSTLEISTUNGSBEGRIFF: Erläutert das Standardmodell der Dienstleistung anhand von Potential-, Prozess- und Ergebnisorientierung.
III. DIE ERMÖGLICHUNGSDIDAKTIK: Führt in die systemisch-konstruktivistischen Grundlagen ein und definiert das Lernverständnis sowie die Rolle des Beobachters.
IV. UNTERSUCHUNG DER UNTERRICHTSKOMPONENTEN: Analysiert detailliert die vier Kernbereiche des Unterrichts auf ihre Eigenschaft als Dienstleistung hin.
V. ERGEBNISSE: Beantwortet die Forschungsfragen und reflektiert die Möglichkeiten einer Integration von pädagogischen und betriebswirtschaftlichen Ansätzen.
Dienstleistung, Unterricht, Ermöglichungsdidaktik, Systemtheorie, Konstruktivismus, Schulmanagement, Prozessberatung, Lernumgebung, Strukturelle Kopplung, Viabilität, Ökonomisierung, Bildungssektor, Betriebswirtschaftslehre, Selbstorganisation, Kompetenzaufbau.
Die Arbeit untersucht kritisch die verbreitete Praxis, Schule und Unterricht pauschal als Dienstleistung zu bezeichnen, und prüft dies anhand systemtheoretischer Modelle.
Die zentralen Felder sind die Betriebswirtschaftslehre (im Hinblick auf den Dienstleistungsbegriff) und die Schulpädagogik (speziell die Ermöglichungsdidaktik).
Das Ziel ist herauszufinden, ob systemisch-konstruktivistischer Unterricht als Dienstleistung definiert werden kann und welche Grenzen diese Vereinbarkeit aufweist.
Der Autor verwendet eine Subsumtionsmethode, bei der die Merkmale des Unterrichts deduktiv gegen die Kriterien des Dienstleistungsbegriffs geprüft werden.
Der Hauptteil gliedert Unterricht in vier Komponenten (strukturelle Kopplung, Lernberatung, Gestaltung der Lernumgebung, Viabilität) und untersucht jede einzeln auf ihre Übereinstimmung mit Dienstleistungsmerkmalen.
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Systemtheorie, Konstruktivismus, Dienstleistungsmanagement und Ermöglichungsdidaktik geprägt.
Da strukturelle Kopplung laut Autor kein vorrätiges Potential darstellt, sondern ein ständiger, aktueller Zustand zwischen Systemen ist, lässt sie sich nicht in das Dienstleistungsmodell einordnen.
Lernberatung wird als reine Dienstleistung (Typ V) eingestuft, da sie eine interaktive Prozessberatung zur Unterstützung individueller Lernprozesse darstellt.
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