Masterarbeit, 2011
113 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Entscheidungsfindung und Entscheidungsarten
2.1 Entscheiden und Entscheidungssituationen
2.1.1 Simple Entscheidungssituationen
2.1.2 Komplexe Entscheidungssituationen
2.2 Bewusstes Denken
2.2.1 Arbeitsweise des bewussten Denkens
2.2.2 Bewusste Denk- und Entscheidungsstrategien
2.2.2.1 Lexikografische Strategie
2.2.2.2 Satisficing
2.2.2.3 Gewichtete Additive Strategie
2.3 Unbewusstes Denken
2.3.1 Arbeitsweise des unbewussten Denkens
2.3.2 Unbewusstes Denken mit Hilfe von Heuristiken
2.3.2.1 Rekognitionsheuristik
2.3.2.2 Take-the-Best-Heuristik
2.3.3 Theorie des unbewussten Denkens
2.3.3.1 Prinzip des unbewussten Denkens
2.3.3.2 Kapazitätsprinzip
2.3.3.3 Bottom-Up- versus Top-Down-Prinzip
2.3.3.4 Gewichtungsprinzip
2.3.3.5 Regelprinzip
2.3.3.6 Annäherungs- versus Abweichungsprinzip
2.3.4 Inkubationseffekt
2.3.5 Effekt des Nachdenkens ohne Aufmerksamkeit
2.4 Bewusstes versus unbewusstes Denken
3 Entscheidungsfindung im Alter
3.1 Kognitive Entwicklung im Alter
3.1.1 Kognitive Ressourcen älterer Menschen
3.1.2 Veränderung der Gedächtnisleistung im Alter
3.1.3 Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit älterer Menschen
3.2 Einfluss des Alterns auf Entscheidungen und Entscheidungsstrategien
4 Stand der Forschung
5 Hypothesen und Fragestellungen
5.1 Hypothesen zum Komplexitätsgrad und der Denkart beim Entscheiden
5.2 Hypothesen zu Altersunterschieden bei der Entscheidungsfindung
6 Empirischer Teil
6.1 Methode
6.1.1 Versuchsplan
6.1.2 Erhebungsinstrument
6.1.3 Material
6.1.3.1 Erstellung des Gedächtnisspannentests
6.1.3.2 Erstellung der Wohnungszettel
6.1.3.3 Erstellung der Anagrammaufgabe
6.2 Durchführung
6.3 Stichprobe
6.4 Statistische Auswertung
6.5 Ergebnisse
6.5.1 Deskriptive Auswertung
6.5.2 Hypothesenbezogene Auswertung
6.5.2.1 Ergebnisse zur Denkart und dem Komplexitätsgrad von Entscheidungen
6.5.2.2 Ergebnisse zum Alterseinfluss auf die Gedächtnisspanne
6.5.2.3 Ergebnisse zu Altersunterschieden bei der Entscheidungsfindung
6.6 Weiterführende Auswertungen
7 Diskussion
7.1 Interpretation der Ergebnisse
7.1.1 Interpretation der hypothesenbezogenen Ergebnisse
7.1.1.1 Interpretation der Ergebnisse zum Komplexitätsgrad und zur Denkart
7.1.1.2 Interpretation der Ergebnisse zu Altersunterschieden beim Entscheiden
7.1.2 Interpretation der weiteren Ergebnisse
7.3 Theoretische Einordnung der Befunde
7.4 Kritische Reflexion der Methodik der Untersuchung
7.5 Weiterer Forschungsbedarf
8 Fazit
Die Masterarbeit untersucht den Einfluss des Komplexitätsgrades von Entscheidungsaufgaben und der angewandten Art des Denkens (bewusst vs. unbewusst) auf die Entscheidungsperformanz, wobei der bisher wenig erforschte Faktor des Alters als zusätzliche Variable einbezogen wird. Die Forschungsfrage fokussiert dabei, ob sich Altersunterschiede bei bewussten und unbewussten Entscheidungen feststellen lassen und inwieweit kognitive Veränderungen im Alter das Entscheidungsverhalten beeinflussen.
2.3.2.1 Rekognitionsheuristik
Bei der Rekognitionsheuristik handelt es sich um eine Faustregel zur Entscheidungsfindung, die auf dem (Nicht-) Wiedererkennen eines Objekts basiert. Demzufolge genügt es, einen Aspekt als bekannt einzustufen, um im Rahmen einer Entscheidungsaufgabe eine Wahlalternative zu wählen oder andere Schlussfolgerungen abzuleiten (Gigerenzer & Goldstein, 1996; Hilbig, Pohl & Bröder, 2009; Newell & Fernandez, 2006). Die Rekognition dient als Prädiktor für die Zielvariable, wobei auf leicht zugängliche Informationen zurückgegriffen wird (Gigerenzer & Goldstein, 1996; Hilbig, Erdfelder & Pohl, 2011).
Diese Faustregel wird dem adaptiven Werkzeugkasten der menschlichen Urteils- und Entscheidungsfindung, der Heuristiken und Regeln enthält, zugeordnet. Er dient als Richtlinie für intuitive Beurteilungen – nicht nur zum Entscheiden, sondern auch zum Schlussfolgern (Gigerenzer & Selten, 2001; Gigerenzer, 2008). Dabei können Aussagen über die Entscheidungshäufigkeit eines bekannten Wahlobjekts gemacht werden, da die Rekognition dessen dazu führt, dass es im Vergleich zum unbekannten Aspekt häufiger gewählt wird und schnelle Entscheidungen getroffen werden können (Boyd, 2001; Hilbig & Pohl, 2009; Pohl, 2006).
Das Prinzip der Rekognitionsheuristik besagt, dass bei zwei Objekten, zwischen denen es sich zu entscheiden gilt, dieses zu wählen ist, welches wiedererkannt wird (Gigerenzer & Goldstein, 1996). Bei dem wiedererkannten Objekt wird geschlussfolgert, dass dieses von größerer Bedeutung ist (Gigerenzer, 2008). Vorteilhaft kann dieses Vorgehen sein, wenn vorhandene Ressourcen nur in begrenzter Zahl zur Verfügung stehen und wenn verschiedene Alternativen lexikografisch (vgl. Kapitel 2.2.2.1) verglichen werden (Schmitt & Martignon, 2006).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die tägliche Notwendigkeit von Entscheidungen zwischen rationalem Abwägen und intuitiven Bauchentscheidungen und führt die Relevanz des Themas im Kontext des demografischen Wandels ein.
2 Entscheidungsfindung und Entscheidungsarten: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen des bewussten und unbewussten Denkens sowie spezifische Strategien zur Entscheidungsfindung.
3 Entscheidungsfindung im Alter: Hier werden kognitive Veränderungen im Alter, wie die Abnahme kognitiver Ressourcen, und deren Einfluss auf Urteils- und Entscheidungsfähigkeiten diskutiert.
4 Stand der Forschung: Der aktuelle Forschungsstand zu bewussten und unbewussten Entscheidungsprozessen sowie die Rolle des Alters werden dargelegt und kritisch hinterfragt.
5 Hypothesen und Fragestellungen: Basierend auf der Theorie werden konkrete Hypothesen über den Einfluss von Denkart und Komplexität sowie mögliche Altersunterschiede bei der Entscheidungsfindung aufgestellt.
6 Empirischer Teil: Der empirische Teil beschreibt die experimentelle Untersuchung, das Studiendesign, die Stichprobe und die statistische Auswertung zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
7 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, theoretisch eingeordnet und kritisch im Hinblick auf die methodische Vorgehensweise reflektiert.
8 Fazit: Das Fazit fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und betont die praktische Relevanz für den Umgang mit simplen und komplexen Entscheidungen im Alter.
Entscheidungsfindung, bewusstes Denken, unbewusstes Denken, kognitive Ressourcen, Altern, Komplexitätsgrad, Heuristiken, Rekognitionsheuristik, Take-the-Best-Heuristik, Performanz, Gedächtnisspanne, Altersunterschiede, Bauchentscheidungen, intuitive Verarbeitung.
Die Arbeit untersucht, ob Menschen bessere Entscheidungen treffen, wenn sie bewusst und rational abwägen oder wenn sie auf unbewusste Prozesse (Bauchgefühl) vertrauen, wobei insbesondere der Einfluss des Alters auf diese Entscheidungsprozesse analysiert wird.
Die zentralen Themen umfassen die Psychologie der Entscheidungsfindung, kognitive Prozesse bei simplen versus komplexen Aufgaben, die Auswirkungen des Alterns auf die kognitive Leistungsfähigkeit sowie die Anwendung von Heuristiken.
Das Ziel ist es, die Qualität von Entscheidungen unter verschiedenen Denkarten und Komplexitätsgraden zu vergleichen und zu prüfen, ob sich ältere Personen bei diesen Prozessen signifikant von jüngeren Personen unterscheiden.
Es wurde eine experimentelle Querschnittsuntersuchung (Feldexperiment) mit 150 Probanden durchgeführt, bei der ein 2x3x2-faktorielles Design genutzt wurde, um die Entscheidungsleistung in Abhängigkeit von Denkart, Komplexität und Alter zu messen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Denkprozesse, eine detaillierte Darstellung der durchgeführten empirischen Studie inklusive Material und Durchführung sowie eine Diskussion der statistisch ermittelten Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Unconscious Thought Theory (UTT), Entscheidungsqualität, kognitiver Ressourcenmangel im Alter, Deliberation Without Attention und die Abgrenzung von bewusster Reflexion zu unbewusster Intuition.
Die Studie zeigt, dass für einfache Aufgaben bewusstes rationales Denken tendenziell bessere Ergebnisse liefert, während komplexe Entscheidungssituationen eher von unbewussten Denkprozessen profitieren könnten.
Überraschenderweise zeigten sich in der vorliegenden Untersuchung keine signifikanten Altersunterschiede bei der Entscheidungsperformanz, obwohl Ältere im vorangestellten Gedächtnisspannentest erwartungsgemäß schlechtere Ergebnisse als Jüngere aufwiesen.
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