Examensarbeit, 2012
96 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Definition von Stereotyp und Vorurteil
3 Beurteilung des Wahrheitsgehaltes von Stereotypen
3.1 Stereotypen sind falsch
3.2 Stereotypen besitzen einen wahren Kern
3.2.1 Geert Hofstedes 5-Dimensionen-Modell
3.2.1.1 Konträre Ergebnisse: USA – Thailand
3.2.1.2 Ähnliche Ergebnisse: USA – Deutschland
3.3 Fazit zum Wahrheitsgehalt von Stereotypen
4 Vom kulturellen Unterschied zum Vorurteil
4.1 Ethnozentrismus
4.2 Konstruierte Wahrnehmung und kognitive Vereinfachung
4.3 Kategorisierung
4.4 Sozialisation und selbsterfüllende Prophezeiung
4.4.1 Entstehung und Festigung von Vorurteilen
4.4.2 Selbsterfüllende Prophezeiung – Rosenthal & Jacobson (1968)
5 Relevanz und Wirkungen von Stereotypen und Vorurteilen
5.1 Allgemeine Relevanz
5.2 Relevanz für Lehrer: Keller und Dauenheimer (2003)
5.3 Der hessische Lehrplan
5.3.1 Rahmenkompetenzen
5.3.2 Curriculum für das Fach Französisch
6 Überwindung von Vorurteilen im gestaltpädagogischen Kontext
6.1 Definition Gestaltpädagogik
6.2 Möglichkeiten und Grenzen der Überwindung von Vorurteilen durch gestaltpädagogische Maßnahmen
6.2.1 Prinzipien der Gestaltpädagogik nach Burow (1988)
6.2.1.1 Das Prinzip der Konzentration auf den Kontakt
6.2.1.2 Das Hier-und-Jetzt-Prinzip
6.2.1.3 Das Prinzip der Personenzentrierung
6.2.1.4 Das Prinzip der Bewusstheit
6.2.1.5 Das Prinzip des Lernens durch Erfahrung
6.2.1.6 Das Prinzip des Self-Support
6.2.1.7 Das Prinzip der geschlossenen Gestalt
6.2.1.8 Das Prinzip der Integration
6.2.1.9 Das Prinzip der Verantwortlichkeit
6.2.1.10 Das Prinzip dialogischen Lehrens und Lernens
6.2.1.11 Das Prinzip der Synergie
6.2.1.12 Das Prinzip der Freiwilligkeit
6.3 Fazit zu den Möglichkeiten und Grenzen gestaltpädagogischer Prinzipien im Bezug auf Vorurteilsüberwindung
6.4 Unterstützende Funktionsweisen der Prinzipien durch Methoden
6.4.1 Identifikationsübungen
6.4.2 Feedback
6.4.3 Phantasieübungen
6.4.4 Bewegungsübungen
7 Gestaltpädagogik und Vorurteilsüberwindung am Beispiel Frankreich
7.1 Beschreibung der Studie
7.2 Darstellung der Methoden
7.2.1 1. Stunde: Themenbäume „Deutschland und die Deutschen“
7.2.2 2. Stunde: Präsentation der Themenbäume / Kulturmodell Eisberg
7.2.3 3. Stunde: „Aurélie“ – Wir sind Helden
7.2.4 4. Stunde: Präsentation der kreativen Medien, Abschlussfeier und Nachtest
7.3 Auswertung der Testergebnisse
7.4 Zusammenfassung der Testergebnisse
8 Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern gestaltpädagogische Prinzipien und Methoden geeignet sind, um bestehende Vorurteile bei Schülern abzubauen oder deren Entstehung zu verhindern. Im Fokus steht dabei die Anwendung dieser pädagogischen Ansätze im schulischen Kontext, insbesondere im Fremdsprachenunterricht.
6.2.1.2 Das Hier-und-Jetzt-Prinzip
Grundlegend für das Heraufkommen jener „Norm“ war die Kritik Perls an der Überbewertung vergangener Gegebenheiten, wie sie in der Psychoanalyse vorzufinden war. Dem stellte er die Hypothese gegenüber, dass der Kontakt des Klienten mit seiner gegenwärtigen Erfahrung ausreiche, um dem persönlichen Wachstum dienlich zu sein (vgl. Burow, 1988: 100).
Im gestaltpädagogischen Kontext bedeutet jene Prämisse, das die gegenwärtigen, die Lernsituation beeinflussenden Faktoren wahrzunehmen und zu berücksichtigen. Demzufolge haben gemäß jener Pädagogik auch Störungen in der Klasse Vorrang, sodass der Lernstoff erst vermittelt werden kann, wenn Unstimmigkeiten beseitigt wurden. Dies spricht einerseits für einen positiven Umgang mit Vorurteilen, die sich zwischen den Kindern oder in der Lehrer-Schüler-Beziehung ergeben. Denn auf diese Weise werden Vorurteile situativ behandelt, dass heißt genau dann, wenn sie auftreten.
Andererseits ist jenes Prinzip aber auch dann anwendbar, wenn es darum geht, die aktuelle Wahrnehmung der Schüler/innen zu schärfen. Burow (1988: 100) nennt hierfür den exemplarischen Arbeitsauftrag „Achte darauf, was im Hier-und-Jetzt bei dir im Vordergrund des Interesses steht.“, der sich ebenfalls auf die Vermeidung von Vorurteilen übertragen lässt. Um sich hier wieder auf das Beispiel des Schüleraustausches zu beziehen, könnten so die Kinder vor der Abreise mit jener Methode vertraut gemacht und schließlich gebeten werden, sich während des Austausches eine oder zwei Situationen zu schaffen, in denen sie ganz genau auf ihre Gefühle und Wahrnehmungen im Hier und Jetzt achten (im übertragenen Sinne also „Achte darauf, was im Hier-und-Jetzt bei dir im Vordergrund deiner Gefühlswelt / deiner Wahrnehmung steht“) und kritisch auf den bereits vorhandenen Stereotyp beziehen. Allerdings erfordert auch diese Methode die Freiwilligkeit der Lerner, sowie die kritische Überwachung der eigenen Wahrnehmung, welches sicherlich nicht zu jeder Zeit möglich ist.
1 Einleitung: Die Autorin legt die theoretische Basis und ihre persönliche Motivation dar, Vorurteile durch Ansätze der Gestaltpädagogik zu überwinden.
2 Definition von Stereotyp und Vorurteil: Es werden die grundlegenden Begriffe definiert, wobei insbesondere die Identifikation, die Gruppencharakteristika und die Attribution auf Einzelpersonen im Fokus stehen.
3 Beurteilung des Wahrheitsgehaltes von Stereotypen: Das Kapitel kontrastiert die Ansicht, dass Stereotypen falsch sind, mit Hofstedes 5-Dimensionen-Modell, welches kulturelle Unterschiede objektiv messbar macht.
4 Vom kulturellen Unterschied zum Vorurteil: Hier werden psychologische Mechanismen wie Ethnozentrismus, soziale Kategorisierung und die selbsterfüllende Prophezeiung als Ursprünge für die Entstehung von Vorurteilen analysiert.
5 Relevanz und Wirkungen von Stereotypen und Vorurteilen: Dieses Kapitel beleuchtet die gesellschaftliche und schulische Problematik, inklusive der Stereotype Threat Theory und der Rolle von Lehrkräften.
6 Überwindung von Vorurteilen im gestaltpädagogischen Kontext: Die Autorin verbindet zwölf gestaltpädagogische Prinzipien mit der Zielsetzung, Vorurteile abzubauen und stellt unterstützende Methoden vor.
7 Gestaltpädagogik und Vorurteilsüberwindung am Beispiel Frankreich: Eine praktische Feldstudie in einer französischen Schulklasse illustriert die Anwendung der entwickelten Methoden und wertet die Ergebnisse empirisch aus.
8 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Vorurteile zwar natürlich entstehen, aber durch gestaltpädagogische Prinzipien und bewusste Wahrnehmungsschulung wirksam reduziert werden können.
Gestaltpädagogik, Vorurteile, Stereotypen, interkulturelles Lernen, Wahrnehmung, Gruppendynamik, soziale Kategorisierung, selbsterfüllende Prophezeiung, Kontaktprozesse, Schüleraustausch, Anti-Diskriminierung, kulturelle Identität, Selbst-Bewusstheit, Persönlichkeitsentwicklung, Pädagogik.
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten, Vorurteile und Stereotypen bei Jugendlichen durch gezielte gestaltpädagogische Maßnahmen abzubauen.
Die Arbeit verknüpft die Entstehung und Festigung von Vorurteilen mit den Prinzipien der Gestaltpädagogik sowie deren praktischer Umsetzung im schulischen Alltag.
Ziel ist es, einen gestaltpädagogischen Ansatz zu definieren, der Schülern hilft, die Entstehung eigener Stereotypen kritisch zu hinterfragen und abzubauen.
Neben einer theoretischen Fundierung durch sozialpsychologische Modelle wurde eine empirische Feldstudie in einer französischen Schulklasse durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu Stereotypen, eine Analyse des hessischen Lehrplans sowie die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit gestaltpädagogischen Maximen.
Die zentralen Schlagworte sind Gestaltpädagogik, Vorurteilsüberwindung, Wahrnehmung, soziale Kategorisierung und interkulturelle Bildung.
Es ermöglicht, Vorurteile situativ dann zu thematisieren, wenn sie im Unterrichtsgeschehen auftreten, anstatt nur theoretisch über abstrakte Klischees zu sprechen.
Die Studie ergab, dass sich durch die gestaltpädagogischen Methoden die Wahrnehmung der Schüler hinsichtlich Stereotypen veränderte und die Kommunikation in der Fremdsprache deutlich gesteigert wurde.
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