Masterarbeit, 2011
91 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Soziale Arbeit
2.1 Soziale Arbeit – eine kurze historische Einordnung
2.2 Gemeinwesenarbeit
3. Gentrifizierung
3.1 Der Gentrifizierungsbegriff: Eine historische Herleitung
3.2 Das Leitbild „Erhaltende Stadterneuerung/behutsamer Stadtumbau“
3.3 Phasen der Gentrifizierung
4. Kiel Gaarden
4.1 Kiel, die Werften und Gaarden – ein historischer Überblick
4.2 Die Struktur Gaardens nach dem Zweiten Weltkrieg
5. Forschung
5.1 Forschungsethik
5.2 Das Experteninterview
5.3 Die Verwendung von Hypothesen in der qualitativen Forschung
5.4 Das Leitfadeninterview
5.5 Der Interview-Leitfaden
5.6 Ziele der Befragung
5.7 Auswertungsmethoden
5.8 Interviewsituation
5.9 Technik
5.10 Grenzen der Methode
5.11 Grenzen der Auswertung
5.12 Auswahl der Experten
5.13 Der Zeitaspekt
5.14 Das Analyseraster
5.15 Die Experten
5.16 Die Extraktion
6. Zusammenfassung
7. Interpretation
7.1 Gentrifizierung im Kieler Stadtteil Gaarden – Welchen Beitrag kann Soziale Arbeit zur Stadtteilaufwertung leisten?
8. Ausblick
8.1 Thesen
8.2 Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob eine Gentrifizierung im Kieler Stadtteil Gaarden stattfindet und welchen Beitrag die Soziale Arbeit zur Aufwertung des Stadtteils leisten kann. Dabei wird analysiert, ob eine von außen gesteuerte Aufwertung durch Zuzug besser situierter Bevölkerungsgruppen erfolgt oder ob der Stadtteil durch Soziale Arbeit eigene Zukunftsperspektiven entwickeln kann.
3.1 Der Gentrifizierungsbegriff: Eine historische Herleitung
Der Begriff Gentrifizierung (engl.: „gentry“ – niederer Adel) wurde in den 1960er Jahren in London von der Soziologin Ruth Glass geprägt und wird seitdem für die sozialräumliche Weiterentwicklung von Stadtteilen verwendet. Im sozialwissenschaftlichen Kontext handelt es sich dabei um die Erneuerung von städtischen Wohngebieten, die durch Sanierungs- oder Renovierungsmaßnahmen sowie durch Wechsel der Eigentümer hervorgerufen werden. Diese Maßnahmen und Wechsel verlaufen zumeist zum Nachteil einkommensschwacher Haushalte.
Im historischen Kontext handelt es sich – entgegen dem heutigen Diskurs – nicht um eine stadtpolitische Thematik. Die Debatte um die Gentrifizierung in England hängt vielmehr mit der dort noch markanteren Trennung zwischen der Arbeiterklasse und besser verdienenden Gesellschaftsschichten zusammen, als es in anderen Ländern der Fall ist. Die hohe Attraktivität Londons im Hinblick auf den Arbeitsmarkt sorgt auf der einen Seite für eine hohe Wohnungsnachfrage, auf der anderen Seite steigen die Mieten und vertreiben einkommensschwache Bewohner aus den Stadtzentren.
In Zentraleuropa wurde der Diskurs über Gentrifizierung erstmals in den Niederlanden in den 1970er Jahren, in Deutschland in den 1980er Jahren geführt, gleichzeitig entstanden auch erste Protestbewegungen.
Da die Gentrifizierung in verschiedenen Städten immer ein Einzelfall bleibt, bei dem eine allgemeine Prognose nicht möglich erscheint und es keine forschungsbasierten Erkenntnisse gibt, die den Erfolg einer öffentlichen Intervention belegen, wurde die Gentrifizierung zu Beginn des 21. Jahrhunderts sehr kontrovers diskutiert. Die Betroffenen sahen ihre Existenz bedroht, während die Nutznießer, motiviert durch die zu erwartenden Gewinne, die Gentrifizierung verteidigten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des städtischen Wandels in Gaarden ein und skizziert die Fragestellung sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Soziale Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung der Sozialen Arbeit und fokussiert besonders auf die Gemeinwesenarbeit als zentrale Strategie.
3. Gentrifizierung: Hier wird der Fachbegriff der Gentrifizierung definiert und es werden die vier Phasen des Prozesses theoretisch hergeleitet.
4. Kiel Gaarden: Dieses Kapitel bietet einen historischen Überblick über Gaarden, von der Ernennung zum Reichskriegshafen bis zur heutigen Sozial- und Baustruktur.
5. Forschung: Dieser Teil beschreibt die methodische Vorgehensweise, die Vorstellung der Experten und die Extraktion der geführten Interviews.
6. Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die Kernaussagen der Interviews in den Kategorien Gemeinsamkeiten, Differenzen und Widersprüche zusammen.
7. Interpretation: Die Ergebnisse werden hier vor dem Hintergrund der theoretischen Grundlagen reflektiert und die Rolle der Sozialen Arbeit diskutiert.
8. Ausblick: Hier werden in vier Thesen Perspektiven für die zukünftige Entwicklung des Stadtteils unter Einbeziehung Sozialer Arbeit formuliert.
Soziale Arbeit, Gentrifizierung, Kiel-Gaarden, Stadtteilaufwertung, Gemeinwesenarbeit, Sozialraum, Stadtplanung, Expertengespräche, Qualitative Sozialforschung, Arbeitslosigkeit, Integration, Wohnraumentwicklung, Strukturwandel, Soziale Brennpunkte, Urbanes Leben.
Die Arbeit untersucht die sozialräumlichen Veränderungsprozesse im Kieler Stadtteil Gaarden vor dem Hintergrund der Gentrifizierungsdebatte.
Die Arbeit verknüpft die Geschichte des Schiffbaustandorts Gaarden mit Theorien zur Sozialen Arbeit, Stadtteilentwicklung und den aktuellen Herausforderungen im sozialen Bereich.
Ziel ist es zu klären, ob in Gaarden ein Gentrifizierungsprozess stattfindet und welchen Beitrag Soziale Arbeit konkret zur Aufwertung des Quartiers leisten kann.
Der Autor führt eine qualitative Sozialforschung durch, basierend auf Experteninterviews, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet werden.
Neben der theoretischen Fundierung (Soziale Arbeit, Gentrifizierung) und dem historischen Abriss von Gaarden bildet der Forschungsteil mit der Befragung von Experten (u.a. Stadtteilbüro, Politik, Kirche, Kultur) den Kern der Arbeit.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gentrifizierung, Soziale Arbeit, Gemeinwesenarbeit, Strukturwandel, Sozialraum und Stadtteilaufwertung definiert.
Laut den befragten Experten findet in Gaarden derzeit kein Gentrifizierungsprozess statt, da strukturelle Voraussetzungen fehlen und der Stadtteil durch soziale Problemlagen geprägt bleibt.
Die Experten betonen, dass Soziale Arbeit eine hohe Bedeutung hat, wobei sie sich weniger auf kurzfristige Projekte, sondern auf nachhaltige Qualität und die Aktivierung der Bewohner konzentrieren sollte.
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