Masterarbeit, 2012
63 Seiten, Note: 1,3
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Vorbemerkung
1. Einführung in die Humangenetik
2. Entstehung der Humangenetik als Wissenschaft
2.1 Was macht ein Genom? Forschungsstand und Gesetze
2.2 Das Gendiagnostikgesetz (GenDG)
Aufgaben, Ziele und Probleme der Humangenetik
2.3 Ethik in der Humangenetik
3. Präimplantationsdiagnostik (PID)
3.1 Konflikte um die PID
3.1.2 Beratungspflicht zur PID
4. Präimplantationsdiagnostik und Menschenwürde
Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die ethischen und rechtlichen Spannungsfelder der Präimplantationsdiagnostik (PID) im Kontext der Menschenwürde sowie die gesellschaftliche Inklusion von Menschen mit Behinderung.
3. Präimplantationsdiagnostik (PID)
Je weiter das Erbgut erforscht wird, desto konkreter werden die Möglichkeiten, Menschen prädiktiv auf ihr prozentuales und potentielles Erkrankungsrisiko hin zu durchleuchten.
Eine Reihe von Untersuchungen kann vorhersagen, ob ein Baby gesund auf die Welt kommt. Mit der Präimplantationsdiagnostik steht heute ein weiteres Verfahren pränataler Diagnostik zur Verfügung. Ein zentrales Anwendungsgebiet der PID ist der Nachweis genetisch bedingter, d.h. erblicher Krankheiten, die familiär gehäuft auftreten.
Präimplantationsdiagnostik ist medizinisch gesehen kein Problem: Eine Frau erhält eine Hormonbehandlung. In deren Folge reifen in ihren Eierstöcken mehrere Eizellen gleichzeitig heran (Superovulation). Diese werden entnommen und in vitro befruchtet. Nach erfolgreicher Befruchtung beginnen die Eizellen sich zu teilen. Nach etwa fünf Tagen haben sie sich zu Blastozysten entwickelt. Deren einzelne Zellen sind jetzt determiniert, haben ihre "Bestimmung" bereits erhalten; sie sind also keine Stammzellen mehr. Die Zellen einer Blastozyste enthalten jeweils das vollständige Genmaterial des späteren Säuglings.
Vorbemerkung: Die Autorin erläutert die Relevanz gentechnischer Reproduktionsmethoden und die damit verbundene ethische Herausforderung für das christliche und säkulare Menschenbild.
1. Einführung in die Humangenetik: Es werden die wissenschaftlichen Grundlagen der Genetik sowie deren gesellschaftliche Bedeutung und die Ängste vor einer Instrumentalisierung des Menschen thematisiert.
2. Entstehung der Humangenetik als Wissenschaft: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung der Eugenik und Rassenhygiene sowie die moderne gesetzliche Regulierung durch das Gendiagnostikgesetz.
2.1 Was macht ein Genom? Forschungsstand und Gesetze: Hier wird der biologische Aufbau des Genoms erklärt und der Stand der Sequenzierung sowie deren Bedeutung für die moderne Diagnostik dargelegt.
2.2 Das Gendiagnostikgesetz (GenDG): Eine Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen, die genetische Diskriminierung verhindern sollen, während die Forschungsfreiheit gewahrt bleibt.
Aufgaben, Ziele und Probleme der Humangenetik: Ein Unterkapitel, das sich mit den Zielen der Humangenetik und den Herausforderungen bei der Qualifizierung von Ärzten für die genetische Beratung beschäftigt.
2.3 Ethik in der Humangenetik: Die Rolle von Ethikkommissionen bei der Beurteilung genetischer Forschungsvorhaben und die Notwendigkeit einer kritischen Reflexion wissenschaftlichen Handelns stehen hier im Fokus.
3. Präimplantationsdiagnostik (PID): Dieses Kapitel führt in das Verfahren der PID ein und erläutert die medizinischen Abläufe sowie die damit verbundenen ethischen Grundsatzdebatten.
3.1 Konflikte um die PID: Die Reaktionen auf die gesetzliche Zulassung werden analysiert, insbesondere die Vorwürfe der "Selektion" und die Debatte um lebenswerte Embryonen.
3.1.2 Beratungspflicht zur PID: Es wird die zentrale Bedeutung einer ergebnisoffenen und psychosozialen Beratung für Ratsuchende hervorgehoben.
4. Präimplantationsdiagnostik und Menschenwürde: Eine tiefgreifende philosophische Untersuchung über den moralischen Status des Embryos und die Anwendbarkeit des Begriffs der Menschenwürde.
Zusammenfassung: Eine komprimierte Darstellung der rechtlichen Situation und der ethischen Dilemmata der PID in Deutschland.
Präimplantationsdiagnostik, Humangenetik, Menschenwürde, Bioethik, Gendiagnostikgesetz, Eugenik, Embryonenselektion, Inklusion, Genetische Beratung, Reproduktionsmedizin, Autonomie, Behinderung, Status des Embryos, Ethikkommission, Lebensrecht
Die Masterarbeit befasst sich mit der ethischen und rechtlichen Debatte um die Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland und untersucht die Auswirkungen dieser Technologie auf das Verständnis von Menschenwürde und Inklusion.
Zentrale Themen sind die historische Genese der Humangenetik und Eugenik, das Gendiagnostikgesetz, bioethische Theorien zum Status des Embryos sowie die gesellschaftliche Inklusion behinderter Menschen.
Das Ziel ist es, die moralischen und rechtlichen Konflikte bei der Selektion von Embryonen vor dem Hintergrund des Schutzes der Menschenwürde aufzuarbeiten.
Die Arbeit nutzt eine philosophisch-ethische Analyse sowie eine rechtliche Betrachtung aktueller Gesetzgebungen und integriert gesellschaftswissenschaftliche Perspektiven auf Inklusion.
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, die gesetzlichen Rahmenbedingungen (GenDG), die verschiedenen philosophischen Positionen zu Embryonen sowie die Beratungspraxis bei genetischen Fragen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Präimplantationsdiagnostik, Menschenwürde, Bioethik, Embryonenselektion und Inklusion geprägt.
Peter Singer vertritt einen präferenz-utilitaristischen Ansatz und unterscheidet zwischen Lebewesen mit und ohne Selbstbewusstsein, während Autoren wie Spaemann das Lebensrecht aller Mitglieder der Spezies Mensch betonen.
Der Anhang verdeutlicht, dass Behinderung ein integrativer Bestandteil der Gesellschaft ist und dass pädagogische Reformen zur Inklusion im Schulwesen die Akzeptanz von Diversität fördern können.
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