Bachelorarbeit, 2012
42 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
2 Die Verortung professioneller Beratung als pädagogisches Leitbild
2.1 Beratung als sozialpädagogischer Handlungstyp
2.2 Grundüberlegungen des klientenzentrierten Ansatzes nach Rogers
2.3 Kooperative Beratung nach Mutzeck
3 Kontext und Rahmenbedingungen des Beratungsbegriffs in der Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung
3.1 Paradigmenwechsel
3.2 Empowerment und Selbstbestimmung
3.3 Das Normalisierungsprinzip
3.4 Der Inklusionsgedanke
3.5 Exkurs: Spannungsfelder und Handlungsparodoxien alltäglicher Beratungsarbeit
4 Faktoren einer Systematisierung und Auswertung von Beratung und Begleitung
4.1 Zur Implementierung neuer Perspektiven
4.1.1 Das Assistenzkonzept
4.1.2 Das Kundenmodell
4.2 praktisch- methodische Konsequenzen
4.2.1 Das WKS- Modell: Alltags- und Prozessbegleiter
4.2.2 Das Beratungskonzept „So und So“
5 Fazit
6 Ausblick
7 Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht qualitätssichernde Faktoren für die Lebensberatung von Menschen mit geistiger Behinderung, wobei sie den Übergang von einer pädagogischen Betreuung hin zu einer klientenzentrierten und ressourcenorientierten Beratung analysiert und methodische Konzepte zur praktischen Anwendung evaluiert.
4.1.1 Das Assistenzkonzept
Der Begriff der Assistenz lässt sich abgeleitet vom lateinischen Herkunftswort „assistentia“ mit „Beistand, Mithilfe oder Unterstützung“ übersetzen. Professionelle Helfer können somit auch als Unterstützer bezeichnet werden. Das Assistenzkonzept erscheint aus alltagspraktischer Sicht in Hinsicht auf die Zielgruppe häufig angebrachter als der Beratungsbegriff und zeigt dennoch eine deutliche Abwendung vom überholten Bild des „Betreuers“. Assistenz ist für die Professionellen das Spiegelbild zur Forderung nach Selbstbestimmung und Empowerment von Menschen mit Behinderung. Weit weniger als Veränderungen der Arbeitsgestaltung werden in den vergangenen Jahren Anpassungsleistungen und Veränderungen im Selbstverständnis der Professionellen diskutiert und gefordert. Dem Konzept der Assistenz wird als handlungsleitendes pädagogisches Prinzip eine große Bedeutung zugeschrieben und begründet sich auf der Selbstbestimmt- Leben- Bewegung (vgl. Glasenapp, 2010, S.121). Es bleibt dennoch unklar, inwieweit sich Assistenz in der Praxis überhaupt realisieren lässt. Gröschke (2004) sieht ein Problem von Betreuungs- und Assistenzbeziehungen in der Behindertenhilfe und Psychiatrie durch ihr Grundmotiv „care“ statt „friendship“, was letztendlich unter stationären oder ambulanten Bedingungen notwendigerweise zu eher „kurativ-asymmetrischen“ anstatt „dialogisch-symmetrischen“ Verhältnissen führt (zit. n. Glasenapp, 2010, S.212). Professionelle in der Behindertenhilfe sind allein schon entsprechend ihres Arbeitsvertrags keine Assistenten. Im Gegenteil sind die Aufgabenbereiche und Einbindungen in organisatorische Abläufe eine Assistenz sogar hinderlich.
Persönliche Assistenz kann aus der Sicht Betroffener weiterreichend auch meinen, dass Menschen mit Behinderung quasi als Arbeitgeber fungieren, indem sie bestimmen, was eine assistierende Person (Helfer) tun soll (vgl. u.a. Wocken, 2011, S.56). Aus dieser Perspektive geht das Konzept sogar darüber hinaus, was seitens der Sozialen Arbeit in der Absicht einer neuen Helferkultur eingefordert wird. Es basiert nicht auf einer gleichberechtigten, symmetrischen Arbeitsbeziehung, sondern einem asymmetrischen Dienstleistungsverhältnis, an dessen „oberen“ Ende sich der Assistenznehmer befindet.
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel in der Behindertenhilfe hin zu mehr Selbstbestimmung und definiert die Notwendigkeit professioneller Beratungsmethoden.
2 Die Verortung professioneller Beratung als pädagogisches Leitbild: Dieses Kapitel verortet Beratung theoretisch durch den klientenzentrierten Ansatz nach Rogers und die kooperative Beratung nach Mutzeck.
3 Kontext und Rahmenbedingungen des Beratungsbegriffs in der Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung: Es werden der historische Paradigmenwechsel, Empowerment, das Normalisierungsprinzip sowie der Inklusionsgedanke als fundamentale Rahmenbedingungen diskutiert.
4 Faktoren einer Systematisierung und Auswertung von Beratung und Begleitung: Das Hauptkapitel analysiert das Assistenzkonzept sowie das Kundenmodell und stellt praxisorientierte Modelle wie das WKS-Modell und das Konzept „So und So“ vor.
5 Fazit: Das Fazit resümiert die Eignung der vorgestellten Ansätze für die Zielgruppe und betont die Notwendigkeit von Kreativität und Einfühlungsvermögen seitens der Berater.
6 Ausblick: Der Ausblick fordert eine stärkere Integration von Beratung in die Alltagsbegleitung und eine kontinuierliche Weiterentwicklung der professionellen Kompetenzen.
7 Literaturverzeichnis: Umfassende Zusammenstellung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Beratung, Lebensberatung, Menschen mit geistiger Behinderung, Behindertenhilfe, Empowerment, Selbstbestimmung, Assistenzkonzept, Inklusion, Normalisierungsprinzip, klientenzentrierter Ansatz, WKS-Modell, Prozessbegleiter, Soziale Arbeit, Pädagogik, Alltagsbegleitung
Die Arbeit beschäftigt sich mit den qualitätssichernden Faktoren für die Lebensberatung von Menschen mit geistiger Behinderung und analysiert, wie professionelle Beratung unter dem Leitbild der Selbstbestimmung gestaltet werden kann.
Zu den zentralen Themen gehören der Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe, die Anwendung des klientenzentrierten Ansatzes sowie die Implementierung von Assistenz- und Beratungskonzepten.
Ziel ist es, ein Grundverständnis für professionelle Beratung in der Behindertenhilfe zu schaffen und methodische Ansätze zu evaluieren, die den Bedürfnissen der Zielgruppe gerecht werden.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und setzt sich kritisch mit etablierten Beratungskonzepten sowie dem Assistenz- und dem WKS-Modell auseinander.
Der Hauptteil erörtert die theoretischen Grundlagen, die soziokulturellen Kontextbedingungen der Inklusion sowie konkrete methodische Konsequenzen für die tägliche Beratungs- und Begleitungspraxis.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Empowerment, Assistenzkonzept, klientenzentrierte Beratung und Inklusion definieren.
Das WKS-Modell entkoppelt die Rolle des Mentors/Betreuers durch eine Aufteilung in Alltagsbegleiter und Prozessbegleiter, um Abhängigkeitsverhältnisse zu reduzieren und die Selbstständigkeit des Klienten zu fördern.
„Innere Helfer“ dienen dazu, komplexe Persönlichkeitsaspekte der Klienten greifbar zu machen und durch gezielte Fragestellungen Entlastung im Beratungsprozess zu schaffen.
Traditionelle Beratungsansätze sind oft zu stark sprachorientiert und defizitär geprägt; daher erfordert die Arbeit mit dieser Zielgruppe eine methodische Anpassung, die über das klassische „Belehren“ hinausgeht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

