Bachelorarbeit, 2011
42 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Behavioral Finance
2.1 Gegenstand und Ziele der Behavioral Finance
2.2 Overconfidence
3 Geschlechterspezifische Unterschiede bei Anlageentscheidungen
3.1 Geschlechterspezifische Unterschiede in der Risikoneigung
3.1.1 Literaturanalyse
3.1.2 Studie zur Risikoneigung
3.2 Auswirkungen auf das geschlechterspezifische Anlageverhalten
3.2.1 Wahl der Anlagen
3.2.2 Erzielte Renditen
4 Portfoliorisiko
4.1 Zweifaktorenmodell
4.2 Unterschiede zu weiteren Multifaktorenmodellen
4.2.1 CAPM
4.2.2 Dreifaktorenmodell
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht geschlechterspezifische Differenzen beim Investitionsverhalten und den daraus resultierenden Renditen. Dabei wird analysiert, ob Frauen eine höhere Risikoaversion aufweisen als Männer und wie psychologische Faktoren wie Overconfidence die Anlagestrategien beeinflussen.
2.2 Overconfidence
Wie schon im vorigen Unterkapitel erwähnt, ist Overconfidence eine der wichtigsten psychischen Einflussfaktoren im Anlageverhalten. Overconfidence (deutsch: Vermessenheitsverzerrung, Selbstüberschätzung) ist ein Begriff aus der Psychologie, welcher oft in Verbindung mit der Behavioral Finance gebracht wird. Eine gängige Definition ist folgende:
„Overconfidence ist eine Überschätzung der Richtigkeit der eigenen Urteile. Wenn Personen gefragt werden, wie sicher sie sich ihrer Antworten sind, überschätzen sie systematisch die Sicherheit, mit der sie richtige Urteile oder Antworten geben“ [Lexikon der Psychologie].
Nach Glaser, Nöth, Weber wird Overconfidence gewöhnlich auch als Überschätzung der Exaktheit von privaten Informationen definiert [Glaser, Nöth und Weber, 2004]. Bezogen auf den Finanzmarkt bedeutet dies, dass Investoren ihr Wissen oder die Genauigkeit ihres Wissens über die jeweiligen Aktien- bzw. Finanzmärkte überschätzen [Alpert und Raiffa, 1982]. Barber und Odean bringen dies sehr schön auf den Punkt. So würden sich Menschen in ihren Fähigkeiten, ihrem Wissen und in ihren Zukunftsaussichten falsch einschätzen bzw. diese überschätzen [Barber und Odean, 2001]. Trotz zahlreicher Statistiken und Daten, die täglich analysiert und ausgewertet werden, gibt es zu viele Einflussfaktoren die nicht vorhersehbar sind und welche den Markt in ungeahnter Weise verändern können. Solche Ereignisse bzw. Kursschwankungen lassen sich allerdings nicht vorhersagen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung geschlechterspezifischer Anlageentscheidungen ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2 Behavioral Finance: Das Kapitel definiert den Forschungsansatz der Behavioral Finance und erläutert den Begriff der Overconfidence als psychologische Verzerrung bei Finanzentscheidungen.
3 Geschlechterspezifische Unterschiede bei Anlageentscheidungen: Hier werden Literaturanalysen und eine eigene Umfrage präsentiert, die zeigen, dass Frauen eine höhere Risikoaversion als Männer aufweisen und sich ihr Anlageverhalten deutlich unterscheidet.
4 Portfoliorisiko: Dieses Kapitel stellt das Zweifaktorenmodell von Barber und Odean vor, um die Risikopositionen der Anleger empirisch zu quantifizieren und vergleicht dieses mit gängigen Modellen wie dem CAPM.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und diskutiert die Bedeutung des Lohnniveaus sowie zukünftige Entwicklungen im Anlageverhalten.
Behavioral Finance, Overconfidence, Anlageentscheidungen, Geschlechterunterschiede, Risikoneigung, Risikotoleranz, Rendite, Portfoliorisiko, Zweifaktorenmodell, Kapitalmarkt, Anlagewahl, Aktien, Psychologie, Investmentfonds, Haushaltsfinanzen.
Die Arbeit analysiert, ob und inwiefern sich das Investitionsverhalten von Frauen und Männern unterscheidet und wie sich diese Differenzen auf das Portfoliorisiko und die Rendite auswirken.
Zentrale Themen sind die Behavioral Finance, die Psychologie des Anlegerverhaltens (insb. Overconfidence), die geschlechterspezifische Risikoneigung sowie die Portfolioanalyse anhand von Multifaktorenmodellen.
Ziel ist es, die wissenschaftliche Hypothese zu überprüfen, dass Frauen risikoaverser investieren als Männer und welche Auswirkungen dieser Umstand auf die erzielten Finanzergebnisse hat.
Es wird eine Kombination aus Literaturanalyse, einer eigenen Online-Umfrage zur Risikoneigung unter Studenten sowie die Anwendung des Zweifaktorenmodells zur empirischen Datenanalyse genutzt.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse geschlechterspezifischer Anlageentscheidungen, der Depotstruktur, der Transaktionshäufigkeit und der empirischen Überprüfung dieser Aspekte durch Regressionsmodelle.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Behavioral Finance, Overconfidence, Risikoaversion, Anlagestrategie und Rendite geprägt.
Die Studie bestätigt, dass Männer tendenziell risikofreudiger sind, häufiger Transaktionen durchführen und mehr in volatile Anlagen wie Aktien investieren, während Frauen vorsichtiger agieren und eher auf risikoärmere Produkte wie Anleihen oder Investmentfonds setzen.
Das unterschiedliche Einkommensniveau ist ein signifikanter Einflussfaktor; da Frauen im Schnitt über ein geringeres Vermögen verfügen, investieren sie sicherheitsorientierter, da ein Verlust schwerer zu kompensieren wäre.
Eine ausgeprägte Overconfidence führt zu übermäßigem Handeln am Markt, was wiederum durch Transaktionskosten die Netto-Rendite schmälert.
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