Diplomarbeit, 2003
147 Seiten, Note: 1,7
1 Einführung in die Thematik und Aufbau der Arbeit
2 Grundlegende Definitionen
2.1 Definition und Einteilung von Flughäfen
2.1.1 Juristische Einteilungskriterien
2.1.2 Funktionale Einteilungskriterien
2.1.3 Übersicht und Zuordnung deutscher Flughäfen
2.2 Klassische Geschäftsbereiche von Flughäfen
2.2.1 Aviation
2.2.2 Groundhandling
2.2.3 Non-Aviation
2.3 Flughafenentgelte und -gebühren
3 Entwicklung der Luftverkehrsbranche: Airports & Airlines
3.1 Neuregelungen des europäischen Luftverkehrs
3.1.1 Liberalisierung der Flugmärkte
3.1.2 Deregulierung der Bodenverkehrsdienste
3.2 Aktuelle Entwicklung und Problematik des deutschen Flugmarktes
3.2.1 Veränderungen im Passagier- und Frachtaufkommen
3.2.2 Die Low-Cost-Revolution
3.2.3 Privatisierung von Flughäfen
3.3 Subventionierung von Flughäfen
3.3.1 Möglichkeiten der Subventionierung
3.3.2 Quersubventionierung von Low-Cost-Airlines durch die Flughäfen in Deutschland?
3.3.3 Trend und zukünftige Entwicklung der Subventionierung in Deutschland
3.4 Konsequenzen dieser Entwicklung für die Flughäfen
4 Zum Verständnis des Begriffs Geschäftsmodell – State of the Art
4.1 Unterschiedliche Definitionen in der gängigen Literatur
4.2 Kombination verschiedener Ansätze von Bieger
5 Geschäftsmodell eines traditionellen Flughafens unter Berücksichtigung der aktuellen Marktsituation
5.1 Wertschöpfungskette
5.1.1 Traditionelle Wertkette
5.1.2 Weiterentwicklung der traditionellen Wertkette
5.2 Kosten- und Erlösstruktur
5.2.1 Kostenstruktur
5.2.2 Erlösstruktur
5.3 Gegensätzliche Trends: Spezialisierung versus Kooperation
5.3.1 Spezialisierung und Auslagerung einzelner Bereiche
5.3.2 Kooperationen und Beteiligungen
5.3.3 Spezialfall: „Global Airport Company”
6 Strategische Ausrichtung und Reaktion der Flughäfen im Hinblick auf den Markteintritt der Low-Cost-Carrier
6.1 Schwieriges Verhältnis: Low-Cost-Carrier und Flughäfen
6.1.1 Low-Cost-Carrier aus Sicht der Flughäfen
6.1.2 Erwartungen der Low-Cost-Carrier von Flughäfen
6.2 Unterschiedliche Reaktion der Flughäfen: Entwicklung von Flughafen-Typen
6.2.1 „Die großen Traditionellen“
6.2.2 „Die Partizipanten“
6.2.3 „Die abhängigen Billigen“
6.2.4 „Die kleinen Möchtegerne“
6.2.5 Zukünftige Entwicklungsperspektiven
6.3 Idealfall: Low-Cost-Airport
6.3.1 Merkmale
6.3.2 Differenzierung der Wertschöpfungsstufen und Profitabilität
6.3.3 Low-Cost-Airports in Deutschland?
7 Zukünftige Entwicklung der Flughafenbranche und Vergleich der Geschäftsmodelle
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den tiefgreifenden Strukturwandel der deutschen Flughafenbranche, der maßgeblich durch ökonomische, gesellschaftliche und regulatorische Veränderungen sowie den Markteintritt von Low-Cost-Carriern vorangetrieben wird. Das zentrale Ziel besteht darin, die Notwendigkeit einer Anpassung der Geschäftsmodelle von Flughäfen zu analysieren und zu bewerten, wie Flughäfen auf die neuen Herausforderungen der Luftverkehrsbranche reagieren können.
6.3.1 Merkmale
Ziel eines Low-Cost-Airports muss es sein, die „No-Frills“-Philosophie in den gesamten Flughafen und das Flughafenmanagement zu implementieren. Effektivität und Effizienz sind unumgänglich und führen notwendigerweise zu geringeren Kosten.
Ein „Low-Cost-Airport” kann anhand von vier Merkmalen charakterisiert werden:
- effiziente Kostenstruktur, d. h. niedrige Investitionen, die schnell amortisiert werden können, niedrige Flughafenentgelte, bedarfsorientierte Ausstattung und kein Angebot an Zusatzdienstleistungen (No Frills), wie z. B. Lounges, Catering, etc.
- Schnelligkeit, d. h. kurze Bodenzeiten, schlanke bedarfsorientierte Prozesse und kurze Wege, die hohe Flugfrequenzen ermöglichen.
- Flexibilität und Adaptionsfähigkeit, d. h. variable Gebühren, die sich nach der Anzahl der Passagiere richten, Modularität im Produkt- und Leistungsangebot, damit die Airlines nicht das komplette Angebot in Anspruch nehmen müssen, sondern gezielt einzelne Module kaufen können.
- Zugang zu Verkehrsvolumina, d. h. Nähe zu großen Wirtschaftszentren und Agglomerationsräumen, einhergehend mit freien Slots, Expansionsmöglichkeiten und freien Terminalkapazitäten.
1 Einführung in die Thematik und Aufbau der Arbeit: Diese Einführung erläutert den Strukturwandel im Luftverkehr und definiert den Ausgangspunkt der Untersuchung bezüglich der Flughafen-Geschäftsmodelle.
2 Grundlegende Definitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie Flughafentypen, Geschäftsfelder (Aviation, Groundhandling, Non-Aviation) und Gebührenstrukturen theoretisch fundiert.
3 Entwicklung der Luftverkehrsbranche: Airports & Airlines: Dieses Kapitel analysiert die Liberalisierung des Luftverkehrs, die Marktentwicklung durch Low-Cost-Carrier sowie die Bedeutung von Subventionen und Privatisierung.
4 Zum Verständnis des Begriffs Geschäftsmodell – State of the Art: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung des Begriffs „Geschäftsmodell“ und die Anwendung des Modells von Bieger als Analysebasis.
5 Geschäftsmodell eines traditionellen Flughafens unter Berücksichtigung der aktuellen Marktsituation: Dieses Kapitel beschreibt die klassische Wertschöpfungskette und die notwendigen Anpassungen an aktuelle Marktbedingungen.
6 Strategische Ausrichtung und Reaktion der Flughäfen im Hinblick auf den Markteintritt der Low-Cost-Carrier: Hier werden das Konfliktpotential mit Airlines, die Typisierung von Flughäfen und der Idealfall eines Low-Cost-Airports untersucht.
7 Zukünftige Entwicklung der Flughafenbranche und Vergleich der Geschäftsmodelle: Abschließend werden die erarbeiteten Geschäftsmodelle gegenübergestellt und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung gegeben.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zur kritischen Bewertung des Low-Cost-Segments und der Notwendigkeit für Flughäfen zusammen, ihre Geschäftsmodelle flexibler zu gestalten.
Flughafen, Wertschöpfungskette, Low-Cost-Carrier, Geschäftsmodell, Groundhandling, Non-Aviation, Luftverkehrsmarkt, Subventionierung, Privatisierung, Infrastruktur, Wettbewerb, Konzessionsmanagement, Flughafenentgelte, Konsolidierung
Die Arbeit analysiert den tiefgreifenden Strukturwandel der deutschen Flughafenbranche infolge von Liberalisierung und dem Aufstieg von Billigfluggesellschaften (Low-Cost-Carriern) und untersucht, wie Flughäfen ihre Geschäftsmodelle anpassen müssen.
Die Themenfelder umfassen die Definition von Geschäftsmodellen für Flughäfen, die Kosten- und Erlösstrukturen (Aviation vs. Non-Aviation), die Auswirkung der Low-Cost-Revolution sowie die Rolle von staatlichen Subventionen und Privatisierung.
Das Ziel ist die Erarbeitung von Strategien und Geschäftsmodellen für Flughäfen, um unter erhöhtem Wettbewerbs- und Rentabilitätsdruck profitabel zu bleiben und auf die Anforderungen der Low-Cost-Airlines zu reagieren.
Neben einer tiefgehenden theoretischen Literaturanalyse führte die Autorin Expertengespräche mit Geschäftsführern und Verantwortlichen von dreizehn deutschen Flughäfen durch, um einen hohen Praxisbezug zu gewährleisten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Geschäftsmodellen, die detaillierte Analyse der Wertschöpfungskette eines traditionellen Flughafens, die Reaktion der Branche auf Low-Cost-Airlines und die Entwicklung von Flughafen-Typen.
Die Arbeit fokussiert sich auf Begriffe wie Flughafenmanagement, Low-Cost-Carrier, Wertschöpfungskette, Infrastruktur, Profitabilität, Subventionierung und strategische Kooperationen.
Die Autorin unterscheidet basierend auf den Dimensionen "freie Kapazitäten" und "Einsatz von Low-Cost-Carriern" vier Typen: „Die großen Traditionellen“, „Die Partizipanten“, „Die abhängigen Billigen“ und „Die kleinen Möchtegerne“.
Da der Erlösanteil aus dem klassischen Aviation-Bereich (Landeentgelte etc.) aufgrund des Kostendrucks sinkt, müssen Flughäfen ihren Non-Aviation-Bereich (Gastronomie, Einzelhandel, Immobilien) massiv ausbauen, um die Rentabilität zu sichern.
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