Diplomarbeit, 2010
95 Seiten, Note: 1,3
Einleitung....................................................................................................... 5
1. Deweys Philosophie des »experience«............................................................ 7
1.1. Deweys Entwurf einer experimentellen Philosophie............................................ 7
1.2. »Experience« und Natur.................................................................................. 10
1.2.1. Deweys Verständnis von »experience«........................................................... 10
1.2.2. Natur, Kultur und Sprache........................................................................... 13
1.2.3. Der riskante Charakter der Welt.................................................................... 15
1.3. Situation und Qualität..................................................................................... 18
1.4. Kontinuität und Interaktion als Grundprinzipien des »experience«....21
2. Deweys Ästhetikkonzeption............................................................................24
2.1. Das ästhetische »experience«........................................................................... 25
2.2. Kunst im Alltag.............................................................................................. 28
2.3. Ausdruck und Form........................................................................................ 31
2.3.1. Akt und Objekt des Ausdrucks...................................................................... 31
2.3.2. Form ......................................................................................................... 37
2.4. Ästhetische Qualität....................................................................................... 42
2.5. Kunst als Widerstandsbewältigung .................................................................. 44
3. Brechts Dreigroschenoper im Spiegel der Dewey’schen Ästhetikkonzeption ................................................................................................. 50
3.1. Entstehung und Inhalt der Dreigroschenoper....................................................50
3.2. Brechts episches Theater................................................................................. 54
3.3. Die Rolle von Sprache, Musik und Darstellung im Hinblick auf Handlung und Figuren....................................................................................................... 57
3.3.1. Dichtung und Musik..................................................................................... 59
3.3.2. Bühnenbild und Schauspiel.......................................................................... 66
3.4. Wirkungsgeschichte........................................................................................ 70
3.5. Brecht: Mensch, Künstler, Erzieher?................................................................ 73
4. Die Rolle der Ästhetik in Deweys Erziehungsphilosophie................80
4.1. Deweys allgemeine Theorie von Erziehung und Bildung...................................81
4.2. Deweys Fünferschritt-Modell erfolgreichen Lernens......................................... 85
4.3. Erziehung und Ästhetik.................................................................................. 87
Diese Diplomarbeit untersucht die ästhetische Theorie des amerikanischen Philosophen John Dewey und überträgt diese auf die pädagogische Praxis sowie auf Bertolt Brechts Dreigroschenoper. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwiefern Deweys Philosophie eine Grundlage für eine lebendige, bildende Kunsterfahrung bietet und wie sich diese Erkenntnisse in erziehungswissenschaftliche Kontexte integrieren lassen, um die Lebensqualität durch intellektuelles und emotionales Wachstum zu verbessern.
2.3.2. Form
Nachdem der Fokus zunächst auf dem kunstphilosophischen Aspekt des Ausdrucks lag, ist es nun notwendig, sich ebenfalls mit den Fragen der Form zu beschäftigen. Form und Ausdruck sind enge Weggefährten, denn Form kommt nicht allein dadurch zustande, dass im Prozess des Ausdrucks Material auf dynamische Art und Weise ausgewählt und angeordnet wird. Doch dies ist nicht gleichbedeutend damit, dass Ausdruck der Form hinzugefügt oder ihr gar, bildlich gesprochen, injiziert wird; ein Kunstwerk kann vielmehr nur als wahrhaft ästhetisch bezeichnet werden, wenn der Ausdruck in der Form wurzelt. (Vgl. Ames 1956: 85) Demnach können Ausdruck und Form nicht voneinander getrennt werden, ohne damit einen ästhetischen Bruch zu verursachen. Ames fasst das Phänomen in seinem Aufsatz What is Form? (1956) eindrucksvoll im Hinblick auf Sportarten zusammen:
„In boxing the flow of plan and plot is shown and masked by footwork, tip of head and ripple of the body, as well as by the logic of the gloves, and is what fans pay to see along with punishment and blood. So a cowboy in the saddle is a music of balance and motion.“ (Ebd.)
Demzufolge schlussfolgert er:
„Any man at his own work or fun, if it is fit for a man and he is good at it, will show the economy of effort and lack of strain that make for form. [...] form is what everyone strives for in trying to do anything well.“ (Ebd.)
Dewey beschreibt „Form“ sowohl als den Weg, als auch das Ziel des künstlerischen Prozesses.
Einleitung: Die Arbeit führt in die Verbindung von Kunst und Alltag bei Dewey ein und begründet die Wahl von Brechts Werk als Anwendungsbeispiel.
1. Deweys Philosophie des »experience«: Es werden die Grundlagen der experimentellen Philosophie Deweys, der Naturbegriff und die Kontinuität des Erfahrungsprozesses erläutert.
2. Deweys Ästhetikkonzeption: Dieses Kapitel vertieft den Kunstbegriff Deweys, wobei Aspekte wie der ästhetische Ausdruck, die Form und die Funktion von Widerständen analysiert werden.
3. Brechts Dreigroschenoper im Spiegel der Dewey’schen Ästhetikkonzeption: Hier erfolgt die praktische Übertragung der ästhetischen Theorie auf Brechts episches Theater und dessen Wirkungsweise.
4. Die Rolle der Ästhetik in Deweys Erziehungsphilosophie: Abschließend wird gezeigt, wie Deweys ästhetisches Denken in sein pädagogisches Modell integriert werden kann, um Lernprozesse zu bereichern.
John Dewey, Bertolt Brecht, Ästhetik, Experience, Erziehungsphilosophie, Episches Theater, Ausdruck und Form, Widerstandsbewältigung, Pragmatismus, Dreigroschenoper, Kontinuität, Interaktion, Kunsterziehung, Ästhetische Erfahrung, Vermittlung.
Die Arbeit analysiert die ästhetische Philosophie von John Dewey und untersucht deren Anwendungspotenzial sowohl in der Erziehungswissenschaft als auch in der Interpretation von Kunst, konkret am Beispiel von Brechts Dreigroschenoper.
Zentrale Felder sind Deweys pragmatische Erfahrungstheorie, seine Ästhetikkonzeption sowie Brechts Theaterkonzepte wie das epische Theater und der Verfremdungseffekt.
Ziel ist es, Deweys theoretische Konzepte in die Praxis zu überführen, um zu belegen, dass Kunst ein wesentliches Instrument für Bildungsprozesse und die Verbesserung der Lebensqualität sein kann.
Es handelt sich um eine systematische, philosophisch-pädagogische Analyse, die Deweys Theorien mit der literaturwissenschaftlichen Betrachtung von Brechts Werk verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung Deweys, die detaillierte Darstellung seiner Ästhetik, eine Fallstudie zu Brechts Dreigroschenoper und die pädagogische Reflexion seiner Erziehungstheorie.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Experience“, „Pragmatismus“, „Episches Theater“, „Ästhetische Erziehung“ und „Widerstandsbewältigung“ definiert.
Im Gegensatz zur traditionellen Sicht, die Kunst als isoliertes, „übermenschliches“ Objekt betrachtet, sieht Dewey Kunst als einen alltäglichen, menschlichen Erfahrungsprozess, der aktiv in das Leben integriert ist.
Die Arbeit arbeitet Parallelen heraus, wie beide Denker das Publikum aktiv in den Prozess einbeziehen, gesellschaftliche Reflexion fordern und Kunst als Mittel zur aktiven Auseinandersetzung mit der Realität begreifen.
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