Diplomarbeit, 2012
135 Seiten
1 Einleitung
1.1 Titel
1.2 Ausgangssituation
1.3 Forschungsfrage und Forschungsziel
1.4 Vorgehensweise und Methodik
1.5 Thematische Abgrenzung
1.6 Argumentationskette
2 Entwicklung der Europäischen Union
2.1 Geschichtlicher Hintergrund
2.1.1 Begriff Europa
2.1.2 Erste politische Zusammenarbeit
2.1.3 Europagedanke in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
2.1.4 Europarat
2.1.5 Gründung der EGKS
2.1.6 Vertrag von Rom
2.1.7 Erweiterungen
2.1.8 Verträge
2.2 Aufbau der EU-Institutionen
2.2.1 Europäischer Rat
2.2.2 Europäische Kommission
2.2.3 Rat der Europäischen Union
2.2.4 Europäisches Parlament
2.2.5 Kontrollinstitutionen
2.3 Währungsunion
2.4 Zwischenresümee
3 Modelle
3.1 Begriff der Integration
3.2 Integrationstheorien
3.2.1 Föderalismus
3.2.2 Intergouvernementalismus
3.2.3 Funktionalismus
3.2.4 Sektorale Integration
3.2.5 Multilevel-Governance-Theorie
3.3 Integrationsmodelle
3.3.1 Staatenbund
3.3.2 Europa der Regionen
3.3.3 Europa der zwei Geschwindigkeiten
3.3.4 Vereinigte Staaten von Europa
3.4 Zwischenresümee
4 Standpunktveränderungen
4.1 Eurorettungsschirm
4.1.1 Ursachen der Schulden- und Wirtschaftskrise
4.1.2 Teile des Eurorettungsschirms
4.1.3 Fiskalpakt
4.2 Standpunkte einzelner Mitgliedsstaaten
4.2.1 Österreich
4.2.2 Deutschland
4.2.3 Frankreich
4.2.4 Vereinigtes Königreich
5 Auswirkungen der Krise
5.1 Auswirkungen auf die Meinung der Spitzenpolitiker
5.2 Auswirkungen auf die Meinung der Bevölkerung
6 Resümee
7 Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht, wie sich die Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Standpunkte der politischen Eliten in ausgewählten EU-Mitgliedsstaaten hinsichtlich der zukünftigen politischen Zusammenarbeit in der Europäischen Union auswirkt und welches Integrationsmodell dabei gestärkt wird.
1.2 Ausgangssituation
Wohin steuert der Supertanker Europäische Union? Diese Frage stellt sich schon seit ihrem Bestehen. Die Metapher vom Supertanker passt sehr gut zu dem politischen Projekt Europa. Man assoziiert diese Institution sofort mit einem riesigen Stahlkoloss auf dem Meer, der langsam, aber beständig dahinfährt. Bei diesem trägen Monstrum sind Richtungsänderungen nur sehr schwer möglich. Dies lässt sich auf die wichtigsten Verträge übertragen, da es oft bis zu zehn Jahre benötigt, bis ein solches Werk von allen nationalen Parlamenten ratifiziert wurde.
Churchill äußerte 1946 Folgendes zur Zukunft des Kontinents in Bezug auf die Verhinderung eines neuen Krieges: Trotzdem gibt es ein Heilmittel, das, allgemein und spontan angewendet, die ganze Szene wie durch ein Wunder verwandeln und innerhalb weniger Jahre ganz Europa, oder doch dessen größten Teil, so frei und glücklich machen könnte, wie es heute die Schweiz ist. Dieses Mittel besteht in der Erneuerung der europäischen Völkerfamilie oder doch einer so großen Zahl ihrer Mitglieder, wie es im Rahmen des Möglichen liegt, und ihrem Neuaufbau unter einer Ordnung, unter der sie Freiheit, Sicherheit und Frieden leben kann. Wir müssen eine Art Vereinigte Staaten von Europa errichten. (…) Die Struktur der Vereinigten Staaten von Europa wird, wenn sie richtig und dauerhaft errichtet werden soll, so geartet sein müssen, dass die materielle Stärke einzelner Staaten an Bedeutung einbüßt. (…) Wenn alle Staaten Europas dieser Union fürs erste nicht beitreten wollen oder können, so müssen wir doch alle jene sammeln, die willens und imstande sind, es zu tun. (…) So möge denn Europa erstehen!
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsziel, die Fragestellung zur zukünftigen politischen Zusammenarbeit in der EU durch die Eurokrise sowie die methodische Vorgehensweise.
2 Entwicklung der Europäischen Union: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext von der frühen politischen Zusammenarbeit über die Gründung der EGKS bis hin zu den verschiedenen EU-Verträgen und dem Aufbau der Institutionen.
3 Modelle: Hier werden zentrale Begriffe der Integration, verschiedene Integrationstheorien sowie spezifische Integrationsmodelle definiert und theoretisch eingeordnet.
4 Standpunktveränderungen: Das Kapitel analysiert die Reaktionen auf die Finanz- und Wirtschaftskrise, insbesondere den Eurorettungsschirm und den Fiskalpakt, sowie die spezifischen Meinungen führender Politiker in ausgewählten Mitgliedsstaaten.
5 Auswirkungen der Krise: Es werden die Auswirkungen der Krise auf die Standpunkte der politischen Eliten und der Bevölkerung zusammenfassend dargestellt und diskutiert.
6 Resümee: Das Schlussresümee fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die zukünftige Entwicklung der EU im Lichte der Krisenerfahrungen.
7 Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Monographien, Aufsätze und Internetquellen.
Europa der zwei Geschwindigkeiten, Europäische Integration, Eurorettungsschirm, Staatenbund, Vereinigte Staaten von Europa, Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Politische Zusammenarbeit, Fiskalpakt, EU-Institutionen, Euro, Europäischer Rat, Souveränität, Eurozone.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Eurokrise auf die politische Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union und analysiert die veränderten Positionen der Mitgliedsstaaten.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der EU, theoretische Integrationsmodelle, das Krisenmanagement (Eurorettungsschirm, Fiskalpakt) und die Haltung nationaler Eliten sowie der Bevölkerung.
Es soll identifiziert werden, welches Modell der politischen Zusammenarbeit (z.B. Staatenbund oder föderaler Staat) aus Sicht der untersuchten EU-Mitgliedsstaaten durch die aktuelle Eurokrise gestärkt wird.
Es handelt sich um eine reine Literaturarbeit, die durch eine Inhaltsanalyse von Medienberichten und die Auswertung von Eurobarometer-Daten ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Erläuterung theoretischer Integrationsmodelle sowie die detaillierte Analyse der Standpunktveränderungen in Österreich, Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich.
Wesentliche Begriffe sind "Europa der zwei Geschwindigkeiten", "Europäische Integration", "Eurorettungsschirm", "Staatenbund" und "Vereinigte Staaten von Europa".
Die Schweiz wird als historisches Beispiel für einen funktionierenden Bundesstaat herangezogen, in dem Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen zusammenleben, und dient als Referenzpunkt für föderale Überlegungen.
Der Britenrabatt wird als Ausdruck des speziellen Verhältnisses Großbritanniens zur EU angeführt, das dessen skeptische Haltung gegenüber der weiteren Integration und Kompetenzabgabe verdeutlicht.
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