Masterarbeit, 2012
142 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Frühe Hilfen und Konzept KoKi
2.1 Begriffsklärung Frühe Hilfen
2.2 Begriffsklärung Koordinierende Kinderschutzstelle (KoKi)
2.2.1 Aufgaben
2.2.2 Ziele und Zielgruppen
2.3 Derzeitiger Forschungsstand
2.4 Bundeskinderschutzgesetz
3. Vernetzung/Netzwerke
3.1 Begriffsklärung Netzwerke
3.2 Netzwerktheorien
3.3 Netzwerktypologien
3.4 Netzwerkphasen
3.5 Netzwerkmanagement
3.6 Soziale Netzwerkanalyse
3.7 Erfolgsfaktoren von Netzwerken Früher Hilfen
3.8 Stolpersteine der Vernetzung
4. Bestimmung der Begriffe Qualität, Standards und Kooperation
4.1 Beschreibung von Qualität
4.2 Standards der Frühen Hilfen
4.3 Kooperation und Vernetzung
5. Forschungsansatz
5.1 Forschungsprozess
5.2 Methodenauswahl
5.3 Experteninterviews
5.3.1 Leitfadenerstellung
5.3.2 Zugang zum Feld
5.3.3 Pretest
5.3.4 Transkriptionsregeln
5.4 Qualitative Inhaltsanalyse
5.5 Auswertung der Interviews
5.6 Diskussion der Ergebnisse
6. Entwicklung der Standards
7. Schlussbemerkung
Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist die Entwicklung fundierter Qualitätsstandards für Koordinierende Kinderschutzstellen (KoKi), um eine erfolgreiche und verbindliche Netzwerkarbeit sowie gelingende Kooperationen im Bereich der Frühen Hilfen zu ermöglichen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche Qualitätsstandards sind für die KoKi erforderlich, um eine erfolgreiche Netzwerkarbeit und gelingende Kooperation umzusetzen?
3.5 Netzwerkmanagement
Die Steuerung eines Netzwerkes erfordert komplexe Managementtätigkeiten. Hauptaufgabe ist die Initiierung einer Netzwerkkooperation durch planmäßige, zielorientierte Koordination von Akteuren zur Erstellung eines gemeinsam abgestimmten materiellen oder immateriellen Produktes (Schubert 2008: 26). Netzwerkmanagement umfasst nach Sydow und Windeler (1999) insbesondere zwei Aspekte: Kontrolle und Steuerung von dezentral verteilten Macht- und Entscheidungskompetenzen und Bündelung von Zieldiversitäten, Wahrnehmungsdifferenzen und Meinungsverschiedenheiten.
Netzwerkmanagement bewegt sich im Spannungsfeld von Autonomie vs. Abhängigkeit der Akteure, Vertrauen vs. Kontrolle zwischen den Akteuren sowie zwischen Akteur und Gesamtgebilde, sowie Differenzierung vs. Integration, also interorganisationale Aufgabenteilung, -zuordnung sowie Koordination der Leistungserbringung (Baitsch/Müller 2001: 29, angelehnt an Sydow et. al. 1999 und Wurche 1994).
Die Basisaufgaben des Netzwerkmanagements sind: Planung, Organisation, Personaleinsatz, Führung und Steuerung. Dabei kommen u.a. Methoden wie Prozessgestaltung, Konfliktmanagement, Ressourcenmanagement; Koordination, Controlling und Evaluation zum Tragen (Schubert 2008: 55/Baitsch/Müller 2001: 31).
1. Einleitung: Darstellung des Forschungsgegenstands KoKi sowie Begründung der Relevanz von Qualitätsstandards für eine erfolgreiche Netzwerkarbeit.
2. Frühe Hilfen und Konzept KoKi: Erläuterung der Entstehung und Aufgaben der KoKi sowie der rechtlichen Rahmenbedingungen durch das Bundeskinderschutzgesetz.
3. Vernetzung/Netzwerke: Theoretische Auseinandersetzung mit Netzwerktheorien, Netzwerkmanagement und den Erfolgsfaktoren für die Praxis der Frühen Hilfen.
4. Bestimmung der Begriffe Qualität, Standards und Kooperation: Definition und Operationalisierung der zentralen Begriffe für den Kontext des Kinderschutzes.
5. Forschungsansatz: Detaillierte Beschreibung des methodischen Vorgehens mittels Experteninterviews und der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
6. Entwicklung der Standards: Konkreter Vorschlag für Qualitätsstandards unterteilt in Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität.
7. Schlussbemerkung: Resümee über den Stand der Netzwerkarbeit und Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Koordinierende Kinderschutzstelle, Frühe Hilfen, Vernetzung, Netzwerkarbeit, Kooperation, Qualitätsstandards, Experteninterviews, qualitative Inhaltsanalyse, Kinderschutz, Prävention, Netzwerkmanagement, Sozialarbeit, Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Bindung, Risikofrüherkennung.
Die Arbeit untersucht die Arbeit der Koordinierenden Kinderschutzstellen (KoKi) und entwickelt Qualitätsstandards, um die Netzwerkarbeit zwischen verschiedenen Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe sowie dem Gesundheitswesen zu optimieren.
Die Schwerpunkte liegen auf den Konzepten der Frühen Hilfen, der systemtheoretischen Betrachtung von Netzwerken, dem Netzwerkmanagement sowie der praktischen Definition von Qualitätskriterien für den Kinderschutz.
Ziel ist es, handlungsleitende Qualitätsstandards für KoKi-Stellen zu definieren, damit diese eine erfolgreiche Netzwerkarbeit und eine nachhaltig gelingende Kooperation mit ihren Partnern sicherstellen können.
Die Autorin führt eine empirische Studie in Form von qualitativen Experteninterviews durch, die mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Netzwerkarbeit, die Bestimmung relevanter Begrifflichkeiten und die detaillierte Darstellung des Forschungsansatzes, die schließlich in die Entwicklung spezifischer Standards münden.
Die wichtigsten Schlagworte sind KoKi, Frühe Hilfen, Netzwerkarbeit, Qualitätsstandards und interdisziplinäre Kooperation.
Die Interviews zeigen, dass es oft an unklarer Vergütungsstruktur, fehlenden zeitlichen Ressourcen in den Stellenbeschreibungen und einem mangelnden Verständnis für den Mehrwert einer interdisziplinären Vernetzung durch die Mediziner mangelt.
Neben dem Datenschutz, der zu großer Rechtsunsicherheit führt, werden vor allem die hohe Arbeitsbelastung durch steigende Fallzahlen und der Mangel an verbindlichen Vorgaben und Ressourcen für die Netzwerkarbeit als kritische Barrieren genannt.
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