Diplomarbeit, 2012
75 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 DIE GESCHICHTE DER BESTEUERUNG
1.2 ABGRENZUNG DER STEUERARTEN
2 Wohlfahrtsmaximierung und optimale Güterbesteuerung
2.1 DAS BASIS-MODELL
2.2 DAS INDIVIDUELLE MAXIMIERUNGSPROBLEM
2.3 DIE SLUTSKY-GLEICHUNGEN
2.4 OPTIMALE GÜTERBESTEUERUNG
2.4.1 OPTIMIERUNG UND RAMSEY-REGEL
2.4.2 INVERSE ELASTIZITÄTENREGEL
2.4.3 DIE CORLETT-HAGUE-REGEL
2.4.4 HOMOTHETISCHE PRÄFERENZEN
2.4.5 VERTEILUNGSASPEKTE
2.5 EINKOMMENSBESTEUERUNG
3 Optimale Besteuerung externer Effekte im Güterkonsum
3.1 EXTERNE EFFEKTE DES TABAKKONSUMS
3.2 OPTIMALE BESTEUERUNG DIREKTER NEGATIVER EXTERNER EFFEKTE
3.3 OPTIMALE BESTEUERUNG VON EXTERNEN EFFEKTEN IN FORM KOLLEKTIVER KOSTEN
3.3.1 DAS MODELL
3.3.2 OPTIMIERUNG
3.3.3 DIE BASISLÖSUNG
3.3.4 BERÜCKSICHTIGUNG GRENZÜBERSCHREITENDEN HANDELS
3.3.5 SCHMUGGEL
3.4 EXTERNE KOSTEN DES TABAKKONSUMS
4 Regulierung des Tabakkonsums
5 Besteuerung auf unvollkommenen Märkten
5.1 MENGEN- UND WERTBESTEUERUNG EINES MONOPOLISTEN
5.2 BEDEUTUNG FÜR OLIGOPOLISTISCHE MÄRKTE
5.3 BERÜCKSICHTIGUNG VON EXTERNALITÄTEN
5.4 BEDEUTUNG VON MENGEN- UND WERTSTEUERN FÜR DEN ZIGARETTENSCHMUGGEL
6 Besteuerung in Deutschland und der EU
6.1 DIREKTE STEUERN
6.2 INDIREKTE STEUERN
6.2.1 MEHRWERTSTEUERN
6.2.2 TABAKSTEUERN
7 Fazit
Ziel der Arbeit ist es, auf Basis der Optimalsteuertheorie unter Berücksichtigung externer Effekte die aktuelle Tabakbesteuerung in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu untersuchen und zu bewerten. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich Steuern bei unvollkommenen Marktstrukturen und grenzüberschreitendem Schmuggel auf die Wohlfahrt und das Steueraufkommen auswirken.
3.1 Externe Effekte des Tabakkonsums
Ein externer Effekt im Konsum liegt vor, wenn ein Individuum durch den Konsum eines Gutes den Nutzen anderer Individuen beeinträchtigt und diese Beeinträchtigung nicht im Preis des konsumierten Gutes enthalten ist. Mit anderen Worten folgt aus dem individuellen Maximierungsproblem eine Grenzrate der Substitution, die nicht der sozialen Grenzrate der Substitution entspricht, da der Konsument die Beeinträchtigung des Nutzens anderer Individuen bei seiner Konsumentscheidung nicht berücksichtigt. Daher kann das Ergebnis der Gleichheit der Grenzraten der Substitution und der Relativpreise aus der laissez-faire Situation nicht zu einer Pareto-effizienten Allokation führen, denn diese spiegeln nicht die gesamten sozialen Kosten wieder und die Marktpreise liefern nicht die korrekten Knappheitssignale (vgl. Corneo 2009, S. 47 ff.).
Durch die Erhebung einer speziellen Gütersteuer kann der Staat den Preis dieses Gutes korrigieren und damit Einfluss auf die Konsummuster der Haushalte nehmen. Bisher stand das Bestreben des Staates im Mittelpunkt, genau das zu vermeiden, denn die Haushalte werden der Besteuerung auszuweichen versuchen. Damit entsteht eine Zusatzlast. Es zeigt sich jedoch, dass die Wirkungen solcher Lenkungszwecksteuern, die dazu dienen das Verhalten der Haushalte zu beeinflussen, durchaus eine Daseinsberechtigung besitzen und die durch die Steuer induzierte Verhaltensänderung vom Staat auch erwünscht ist. Bei diesen Steuern steht (zumindest aus ökonomischer Sicht) deshalb auch nicht das Steueraufkommen selbst im Vordergrund, dieses ist eher eine Art angenehmer Nebeneffekt. Vielmehr ist es das Ziel die Steuerbasis selbst zu schmälern, indem der Konsum des Gutes eingeschränkt wird. Wenn schließlich durch die Steuer auch noch zusätzliches Steueraufkommen generiert wird, das zur Senkung anderer verzerrender Steuern genutzt werden kann, spricht man von einer doppelten Dividende.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Besteuerung in Europa ein und erläutert die ökonomische Relevanz der Untersuchung von Tabaksteuern in der EU.
2 Wohlfahrtsmaximierung und optimale Güterbesteuerung: Dieses Kapitel stellt das theoretische Fundament dar, wobei insbesondere das Modell der optimalen Besteuerung und die Bedeutung von Wohlfahrtsmaximierung und Pareto-Effizienz diskutiert werden.
3 Optimale Besteuerung externer Effekte im Güterkonsum: Der Fokus liegt auf der internen Korrektur von Marktversagen durch Steuern, wenn Konsumgüter negative externe Effekte wie Gesundheitsschäden verursachen.
4 Regulierung des Tabakkonsums: Ergänzend zur Besteuerung werden hier ordnungspolitische Instrumente analysiert, die den Tabakkonsum jenseits rein preislicher Anreize regulieren sollen.
5 Besteuerung auf unvollkommenen Märkten: Dieses Kapitel untersucht die unterschiedlichen Wirkmechanismen von Mengen- und Wertsteuern in Märkten mit oligopolistischen Strukturen.
6 Besteuerung in Deutschland und der EU: Es erfolgt eine empirische Bestandsaufnahme und ein Vergleich der Steuersysteme sowie der Harmonisierungsbemühungen innerhalb der EU.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der theoretischen Erkenntnisse und der praktischen Implikationen für die Tabakbesteuerung und zukünftige Steuerpolitik.
Optimale Besteuerung, Wohlfahrtsökonomie, Tabaksteuer, Externe Effekte, Marktversagen, Pigou-Steuer, Mengensteuer, Wertsteuer, Oligopol, Zigarettenschmuggel, Harmonisierung, Europäische Union, Steuerelastizität, Konsumsteuerung, Lenkungszwecksteuer.
Die Arbeit analysiert die optimale Besteuerung von Gütern, die negative externe Effekte verursachen, mit einem spezifischen Fokus auf Tabakwaren in Deutschland und der Europäischen Union.
Die Arbeit behandelt die Optimalsteuertheorie, die Internalisierung externer Kosten, die Auswirkungen von Steuern auf unvollkommenen Märkten und die Harmonisierung der Steuerpolitik innerhalb der EU.
Das Ziel ist es, auf Grundlage ökonomischer Modelle zu bewerten, wie eine effiziente Tabakbesteuerung gestaltet sein sollte, die sowohl das Einnahmenziel des Staates berücksichtigt als auch externe Effekte adressiert und gleichzeitig Anreize zum Schmuggel minimiert.
Die Arbeit nutzt mikroökonomische Modellbildungen, insbesondere die Wohlfahrtsökonomie, um die Auswirkungen von verschiedenen Steuerarten (Mengen- vs. Wertsteuern) unter Bedingungen wie unvollständiger Information und Marktversagen zu analysieren.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Ramsey- und Inverse-Elastizitätenregel, die Analyse von Externalitäten bei Suchtgütern, die Untersuchung von unvollkommenem Wettbewerb in der Tabakindustrie sowie eine umfassende Bestandsaufnahme der EU-weiten Tabakbesteuerung.
Zentrale Begriffe sind Optimalsteuertheorie, externe Effekte, Tabaksteuer, Pigou-Steuer, Marktmacht/Oligopol und fiskalische Harmonisierung.
Während in einem Monopol Wertsteuern oft zu einem höheren Output führen können als Mengensteuern, zeigt die Arbeit, dass in Oligopolen zusätzlich strategische Interaktionen der Unternehmen eine Rolle spielen, was die Bewertung der Steuereffekte komplexer macht.
Der Schmuggel wird als wesentliche Ausweichreaktion der Konsumenten analysiert, die die Wirksamkeit nationaler Steuern untergräbt und zudem negative Auswirkungen auf das Gesundheitsniveau hat, was eine koordinierte EU-weite Steuerpolitik erforderlich macht.
Die Freizeit dient in den Modellen als eine nicht direkt besteuerbare Größe; die Besteuerung von Gütern, die mit Freizeit komplementär sind, wird genutzt, um die Freizeit indirekt in die Steuerbasis einzubeziehen.
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