Bachelorarbeit, 2011
48 Seiten
1. Einleitung
2. Die Söldnertruppen aus dem Reich
2.1. Schweizer Reisläufer
2.2. Landsknechte
2.3. Schwarze Reiter
3. Die französische Armee zwischen den 1450ern und den 1560ern
4. Finanzierung der hugenottischen Truppen
4.1. Unterstützung von protestantischen Fürsten des Reiches
4.2. Unterstützung durch Elisabeth von England
5. Die Finanzierung des königlichen Heeres
5.1. Unterstützung aus dem Reich
5.2. Hilfe aus anderen kontinentaleuropäischen Territorien
6. Ausgangslage und die Entwicklung zum ersten Hugenottenkrieg
6.1. Der erste Hugenottenkrieg – Die Schlacht von Dreux
6.2. Der zweite Hugenottenkrieg – Die Schlacht von Saint-Denis
6.3. Der dritte Hugenottenkrieg bis zum Juni 1569
7. Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken – Ein Fallbeispiel
7.1. Erster Versuch eines Kriegszuges 1562/1563
7.2. Herzog Wolfgangs Feldzug von 1568/1569
7.3. Wolfgangs Truppen nach seinem Tod
8. Gewalt, der Ruf der Söldner und religiöse Konflikte
9. Resümee
Diese Arbeit untersucht die militärgeschichtliche Bedeutung von Söldnertruppen aus dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nationen während der ersten drei französischen Hugenottenkriege zwischen 1562 und 1570, wobei die Finanzierungsstrukturen und der operative Einsatz dieser Söldner im Fokus stehen.
2.1. Schweizer Reisläufer
Die Bezeichnung des Söldnertyps leitet sich vom Mittelhochdeutschen reisaere ab, was soviel bedeutet wie Krieger oder reise, das unter anderem für Kriegszug oder Heer stehen kann. Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts waren die schwergepanzerten Ritter zu Pferd die effizienteste Waffe im Arsenal des mittelalterlichen Militärs. Sie waren durch ihre Schlachtrosse, Rüstungen und Waffen in der Lage, mit ihrer Masse ein zahlenmäßig weit überlegenes Heer an Fußtruppen zu besiegen, das mit Schwertern und kurzen Spießen gegen sie nicht ankam. Aus den Alpen stammendes Fußvolk im Sold der römisch-deutschen Kaiser oder Päpste war bereits seit der Zeit der ersten Bündnisse der alten Eidgenossenschaft zu finden. Im 14. Jahrhundert verloren die ritterlichen Reiteraufgebote gegen die mit Hellebarden und später Langspießen kämpfenden Gewalthaufen zunehmend an Bedeutung. Die schweizerischen Reisläufer ihrerseits verdankten ihren Aufschwung vor allem den nach 1400 folgenden Kriegen in Ober- und Mittelitalien.
Äußerlich erkennbar waren die eidgenössischen Söldner im 16. Jahrhundert im idealtypischen Fall an einem Schweizer Kreuz auf ihrer Kleidung, an den am Hut nach hinten stehenden Federn oder Straußenfederbüscheln und ihrer Hauptwaffe, einem vier bis fünf Meter messenden Langspieß. Als kurze Wehr trugen sie Degen oder Anderthalbhänder. Ihre Gewalthaufen waren meist vier Glieder tief. Sie hielten ihre Langspieße in der Mitte, um damit auch zu fechten, büßten dadurch gleichzeitig aber an Reichweite ein. Über viele Jahrzehnte gehörten die Reisläufer zu den begehrtesten Söldnern des europäischen Kontinents.
Der geschlossene Kampf mit Stangenwaffen war sehr effizient in den damaligen Schlachten, erforderte aber ein hohes Maß an Kraft, Geschick und Disziplin. In einer Seitengrätschstellung konnten die Eidgenossen mit ihren zum Fechten gehaltenen Langspießen gegnerische Stöße parieren und trotzdem die Formation wahren.
1. Einleitung: Definiert das Thema der Arbeit als Untersuchung der Söldner aus dem Reich in den Hugenottenkriegen zwischen 1562 und 1570.
2. Die Söldnertruppen aus dem Reich: Charakterisiert die drei Hauptgruppen der Reisläufer, Landsknechte und schwarzen Reiter in Bezug auf Taktik und Herkunft.
3. Die französische Armee zwischen den 1450ern und den 1600ern: Beschreibt den Aufbau der französischen Armee und die wachsende Abhängigkeit von ausländischen Söldnern.
4. Finanzierung der hugenottischen Truppen: Analysiert die komplexen Geldquellen der Reformierten, von Steuern über Raub bis zu ausländischer Unterstützung.
5. Die Finanzierung des königlichen Heeres: Beleuchtet die finanzielle Lage der französischen Krone und die Rolle von Unterstützung aus dem Reich und anderen Territorien.
6. Ausgangslage und die Entwicklung zum ersten Hugenottenkrieg: Analysiert die politischen Hintergründe und den Verlauf der frühen Schlachten bis Juni 1569.
7. Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken – Ein Fallbeispiel: Detaillierte Fallstudie über einen Reichsfürsten, seine Motivation und die enormen Kosten der Truppenaushebung.
8. Gewalt, der Ruf der Söldner und religiöse Konflikte: Diskutiert das Ansehen von Söldnern, deren Verhalten gegenüber der Zivilbevölkerung und die gesellschaftliche Rolle des Söldnerwesens.
9. Resümee: Fazit über die Vorteile und Risiken des Söldnerwesens und die militärische Bilanz der verschiedenen Söldnertypen in den Hugenottenkriegen.
Hugenottenkriege, Söldnerwesen, Heiliges Römisches Reich, Landsknechte, Schweizer Reisläufer, Schwarze Reiter, Militärgeschichte, Finanzierung, Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken, Religionskriege, Frühe Neuzeit, Kavallerie, Schlacht von Dreux, Schlacht von Moncontour.
Die Arbeit analysiert die Rolle und Bedeutung von Söldnern aus dem Heiligen Römischen Reich, die in den französischen Hugenottenkriegen zwischen 1562 und 1570 für beide Kriegsparteien zum Einsatz kamen.
Der Fokus liegt auf den eidgenössischen Reisläufern, den deutschen Landsknechten sowie den sogenannten schwarzen Reitern, deren Taktiken und militärische Ausstattung detailliert beschrieben werden.
Ziel ist es aufzuzeigen, welchen Einfluss diese Truppen aus dem Reichsgebiet auf den Verlauf der Hugenottenkriege hatten und wie ihre Finanzierung sowie ihre Integration in das französische Heer funktionierten.
Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Auswertung von zeitgenössischen Berichten, edierten Quellen und moderner fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur zur Militärgeschichte.
Der Hauptteil behandelt die Finanzierungsstrukturen des Krieges, die Rolle ausländischer Mächte und Fürsten sowie den detaillierten Verlauf der Feldzüge, insbesondere am Beispiel von Herzog Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken.
Wichtige Begriffe sind Söldnerwesen, Hugenottenkriege, Militärgeschichte, Finanzierung, Landsknechte, schwarze Reiter und die konfessionellen Spannungen der Frühen Neuzeit.
Die Finanzierung war oft prekär. Da Söldner bei ausbleibendem Sold ihre Kampfkraft verweigerten oder plünderten, war die Sicherung von Geldern durch Fürsten oder Kaperfahrten ein entscheidender Faktor für die militärische Handlungsfähigkeit.
Er dient als Paradebeispiel für die hohen finanziellen und politischen Risiken, die ein Reichsfürst einging, wenn er auf eigene Faust Söldner für eine fremde Sache aushob, oft verschuldete er sich dabei massiv.
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