Diplomarbeit, 2012
71 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Bestreben der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchung
2. Kennzeichen der langfristigen Fertigungsaufträge
2.1 Begriffserklärung und Kennzeichen der langfristigen Fertigungsaufträge
2.2 Risiken der langfristigen Fertigungsaufträge
2.3 Vertragsaspekte und Preisklauseln bei langfristiger Auftragsfertigung
3. Bilanzierung der langfristigen Auftragsfertigung nach Handelsrecht
3.1 Zielfunktion des Jahresabschlusses nach H.R. und die Bedeutung für die Bilanzierung der langfristigen Fertigungsaufträge
3.2 Bilanzansatz der langfristigen Fertigungsaufträge nach H.R.
3.3 Methoden der Gewinnrealisierung der langfristigen Auftragsfertigung
3.3.1 Die Bedeutung des Realisationsprinzips bei der langfristigen Auftragsfertigung und sich daraus ergebende mögliche Realisierungszeitpunkte
3.3.2 Completed-Contract-Methode
3.3.3 Die Teilgewinnrealisierung auf Basis von echten Teilabnahmen
3.3.4 Die Percentage-of-completion-Methode
3.3.5. Die bilanzielle Behandlung von Verlustaufträgen
3.3.6 Der Ausweis von Fertigungsaufträgen im Jahresabschluss
3.3.6.1 Der Ausweis in der Bilanz
3.3.6.2 Der Ausweis in der Gewinn und Verlustrechnung
3.3.6.3 Der Ausweis im Anhang und Lagebericht
4. Bilanzierung der langfristigen Auftragsfertigung nach Steuerrecht
4.1 Zielsetzung des Jahresabschlusses nach dt. Steuerrecht und die Bedeutung für die Bilanzierung der langfristigen Auftragsfertigung
4.2. Bilanzansatz der langfristigen Fertigungsaufträge nach Steuerrecht
4.3. Methoden zur Gewinnrealisierung der langfristigen Auftragsfertigung
4.4.1 Die Behandlung von Verlusten
4.4.2 Ausweis der Fertigungsaufträge im Jahresabschluss
4.4.3 Ausweis im Anhang und Lagebericht
5. Bilanzierung der langfristigen Auftragsfertigung nach IAS/ IFRS
5.1 Zielfunktion des Jahresabschlusses nach IAS/ IFRS und die Bedeutung für die Bilanzierung der langfristigen Fertigungsaufträge
5.2 Zusammenfassung und Segmentierung langfristiger Fertigungsaufträge
5.3 Bilanzansatz der langfristigen Fertigungsaufträge nach IAS/IFRS
5.4 Methoden der Gewinnrealisierung nach IAS/IFRS
5.4.1 Eintritt der Gewinnrealisierung bei langfristigen Auftragsfertigung nach IAS/IFRS
5.4.2 Die Percentage of Completion Methode
5.4.3 Die Zero-Profit-Margin-Methode
5.4.4 Bestimmung der Erlöse und Aufwendungen
5.4.4.1 Bestimmung der Auftragserlöse
5.4.4.2 Schätzung der Auftragskosten
5.4.4.3. Bestandteile von Auftragskosten
5.4.5 Bestimmung des Fertigstellungsgrades
5.5. Veränderungen von Schätzungen
5.6. Behandlung von Verlusten
5.7 Ausweis der Fertigungsaufträge im Jahresabschluss
5.7.1 Ausweis in der Bilanz
5.7.2 Ausweis in der G u V Rechnung
5.7.3. Ausweis im Anhang
6. Fallstudie zur der Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge nach Handelsrecht, Steuerrecht und IFRS
6.1 Sachverhalt zur Fallstudie
6.2 Lösung des Sachverhalts nach Handelsrecht
6.2.1 Lösung nach der Completed-Contract-Methode
6.2.2 Lösung der Teilgewinnrealisierung auf Basis echter Teilabnahmen
6.3 Lösung des Sachverhalts nach Steuerecht
6.3.1 Lösung nach der Completed-Contract-Methode
6.4 Lösung des Sachverhalts nach IFRS
6.4.1 Lösung nach der Percentage-of-Completion-Methode
6.4.2 Lösung nach der Zero-Profit-Margin-Methode mit Wechsel zur Percentage-of-Completion-Methode
6.5 Gegenüberstellung der Completed-Contract-Methode und der Percentage-of-Coopmletion-Methode
7. Resümee und Ausblick/ Fazit?
Die Arbeit untersucht und vergleicht die bilanzielle Behandlung langfristiger Fertigungsaufträge unter den unterschiedlichen Anforderungen des deutschen Handelsrechts, des Steuerrechts sowie der internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS), um die Auswirkungen der verschiedenen Realisierungsmethoden auf den Jahresabschluss aufzuzeigen.
2.1 Begriffserklärung und Kennzeichen der langfristigen Fertigungsaufträge
Wie bereits in der Problemstellung in Kapitel 1.2 beschrieben wurde, betrifft das Spektrum der langfristigen Auftragsfertigung besonders den Anlagenbau, Maschinenbau, Schiffsbau oder Kraftwerkbau, Hochbau, Tiefbau und Flugzeugbau. Hier trifft man auf Großprojekte, deren Umsetzung sich oft über mehrere Geschäftsjahre hinzieht. Es geht hier nicht rein um einen Herstellungsprozess, sondern vielmehr um eine gesamte Wertschöpfungskette, die bei der Erbauung einer Anlage notwendig ist. Das Anlagengeschäft unterscheidet sich vom Serien- oder Produktgeschäft insbesondere durch seine Langfristigkeit, Risikoträchtigkeit und Komplexität. Es lässt sich feststellen, dass in der Literatur einige Autoren einen Fertigungsauftrag als langfristig einstufen, dessen Herstellungsprozess sich über mehrere Jahre hinzieht und andere, welche darunter einen Herstellungszeitraum von 6 Monaten verstehen. In der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mich mit der langfristigen Auftragsfertigung, die über wenigstens 2 Bilanzperioden andauert, womit der Beginn als auch das Ende der Leistungserbringung in unterschiedliche Geschäftsperioden fallen.
Es lässt sich weder im deutschen Handelsrecht noch im Steuerrecht eine explizite Regelung zu den langfristigen Fertigungsaufträgen finden. Deshalb sind die langfristigen Fertigungsaufträge nur über das Realisationsprinzip und das Vorsichtsprinzip des § 252 HGB zu lösen (siehe auch Kapitel 3 und 4). Dagegen definiert die IAS 11 ganz deutlich die langfristige Fertigung im IAS 11.3. Hiernach ist ein langfristiger Fertigungsauftrag ein spezieller Vertrag, bei dem besonders eine kundenspezifische Auftragsfertigung vorliegt, die im Hinblick auf Funktion, Technologie oder Design entweder aufeinander abgestimmt ist oder total unabhängig voneinander. IAS 11.4 regelt die Anwendungsfälle, die zur langfristigen Auftragsfertigung gehören und bei denen es sich um einen Vertrag mit kundenspezifischer Fertigung im Gegensatz zur industriellen Serienfertigung handelt.
1. Einleitung: Darstellung der Problematik der Rechnungslegung bei langfristigen Projekten im globalen Kontext und Skizzierung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Kennzeichen der langfristigen Fertigungsaufträge: Definition der Merkmale von Fertigungsaufträgen, Analyse spezifischer Projektrisiken und Erörterung vertraglicher Gestaltungsaspekte.
3. Bilanzierung der langfristigen Auftragsfertigung nach Handelsrecht: Untersuchung der handelsrechtlichen Anforderungen unter Berücksichtigung des Realisationsprinzips sowie der Ausweispflichten im Jahresabschluss.
4. Bilanzierung der langfristigen Auftragsfertigung nach Steuerrecht: Analyse der steuerlichen Gewinnermittlung und der Abgrenzung gegenüber den handelsrechtlichen Bewertungsvorschriften.
5. Bilanzierung der langfristigen Auftragsfertigung nach IAS/ IFRS: Erläuterung der internationalen Standards, insbesondere der Percentage-of-Completion-Methode und der entsprechenden Bewertungs- und Ausweisregeln.
6. Fallstudie zur der Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge nach Handelsrecht, Steuerrecht und IFRS: Praktische Anwendung der verschiedenen Bilanzierungsmethoden anhand eines einheitlichen Fallbeispiels zum Bau eines Tunnels.
7. Resümee und Ausblick/ Fazit?: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse sowie kritische Würdigung der Unterschiede zwischen nationaler und internationaler Rechnungslegung.
Langfristige Fertigungsaufträge, Rechnungslegung, Handelsrecht, Steuerrecht, IFRS, Gewinnrealisierung, Completed-Contract-Methode, Percentage-of-Completion-Methode, Realisationsprinzip, Vorsichtsprinzip, Bilanzierung, Anlagenbau, Auftragsfertigung, Jahresabschluss, BilMoG.
Die Arbeit befasst sich mit der bilanziellen Erfassung und Darstellung von langfristigen Fertigungsaufträgen, wie sie beispielsweise im Anlagenbau vorkommen, und vergleicht hierzu die unterschiedlichen Vorschriften des HGB, des Steuerrechts und der IFRS.
Zentrale Schwerpunkte sind die Definition langfristiger Aufträge, das Spannungsfeld zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie die Anwendung spezifischer Methoden wie der Completed-Contract- und der Percentage-of-Completion-Methode.
Ziel ist es, die Auswirkungen der gewählten Rechnungslegungsmethode auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens transparent zu machen und Unterschiede in der Gewinnrealisierung herauszuarbeiten.
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte theoretische Analyse der gesetzlichen Grundlagen, ergänzt durch eine umfangreiche Fallstudie, in der die verschiedenen Methoden auf ein identisches Praxisbeispiel angewandt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der drei Regelungswerke (HGB, Steuerrecht, IFRS) und endet in einem praktischen Lösungsteil, der die rechnerischen Unterschiede in der Ergebnisdarstellung quantifiziert.
Wesentliche Begriffe sind Fertigungsaufträge, Realisationsprinzip, Percentage-of-Completion, Completed-Contract-Methode, Bilanzansatz und internationale Rechnungslegungsstandards.
Während das deutsche Handelsrecht stark vom Vorsichtsprinzip und dem Realisationszeitpunkt bei Abnahme geprägt ist (Completed-Contract-Methode), erlauben die IFRS eine kontinuierliche Gewinnrealisierung über die Projektlaufzeit mittels der Percentage-of-Completion-Methode, um den Leistungsfortschritt besser abzubilden.
Der Tunnelbau dient als ideales Beispiel, da er die typischen Merkmale langfristiger Projekte – hohe Komplexität, mehrjährige Laufzeit und spezifische vertragliche Meilensteine – aufweist und somit die Differenzen in der periodengerechten Erfolgsermittlung sehr anschaulich verdeutlicht.
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