Bachelorarbeit, 2012
49 Seiten
1 Einleitung
2 Pompeji
2.1 Allgemeines
2.2 Die Samniten
2.3 Die Siedlungsstruktur Pompejis in samnitischer Zeit
3 Die Casa del Fauno
3.1 Leben in einem „Stadtpalast“
3.1.1 Hausübersicht und Ausstattung
3.1.2 Wandmalerei im 1. Stil
3.2 Die Tuffsteinperiode
3.2.1 Überblick in Pompeji
3.2.2 Das Figurenkapitell
3.2.3 Architektur in der Casa del Fauno
3.3 Die Mosaike
3.3.1 Das „Have“-Mosaik
3.3.2 Das Maskenmosaik
3.3.3 Das Würfelmosaik und andere Bodenmuster in der Casa del Fauno
3.3.4 Das Satyr - Mänade – Mosaik
3.3.5 Das Taubenmosaik
3.3.6 Katzenmosaik
3.3.7 Das Fischmosaik
3.3.8 Das Tigerreitermosaik
3.3.9 Das Nilmosaik
3.3.10 Das Löwenkampfmosaik
3.4 Die Werkstatt - und Herkunftsfrage
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die architektonischen Besonderheiten sowie die herausragenden Bildmosaike der Casa del Fauno in Pompeji, um deren kulturelle Einordnung und Bedeutung im hellenistisch geprägten samnitischen Kontext zu analysieren.
3.3.4 Das Satyr - Mänade – Mosaik
Jenes Mosaik schmückte ein Schlafzimmer (f‘), welches sich, wenn man das Atrium (B) durch die Fauces betritt, zur rechten Hand befindet. Es könnte, wie bereits bei der Hausübersicht erklärt, das Schlafzimmer der Eheleute gewesen sein. Dargestellt sind zwei Figuren aus dem dionysischen Gefolge, ein Satyr und eine Mänade, die sich gerade in einem Liebesspiel befinden. Beide sind nackt dargestellt. Die Mänade liegt zwischen den Beinen des Satyrs und ihr Kopf sinkt auf die Schulter des Satyrs. Weil der Satyr in einer Vorderansicht dargestellt wurde, nahm der Künstler ein nicht völlig logisches Bewegungsmotiv des weiblichen Körpers in Kauf. Die Bildfläche ist sehr einheitlich gestaltet. Oben ist sie weiß und um die Fläche anzudeuten auf der die Figuren sitzen, verwendete der Künstler ein helles Braun. Allein der aus zusammengedrückten Steinen bestehende Sitz des Satyrs ist mit einfachen Formen angedeutet. Die beiden Körper sind scharf umrissen voneinander abgesetzt.
Das Mosaik wird auch „vermiculatum Emblem“ bezeichnet. Damit bezeichnet man eine wurmartige Aneinanderreihung der Steinchen im Mosaik, welche im Satyr – Mänade – Mosaik streng durchgeführt wurde. Die hellenistische Zeit war die Blütezeit des sogenannten Emblems, eines Mosaikbildes in der Technik des „Opus vermiculatum“. Die Emblemata wurden in quadratischen Setzkästen aus Marmor, Kalkstein, Schiefer oder Terrakotta verlegt, so dass man sie gut transportieren konnte und man sie in das Zentrum von Mosaikpavimenten aus weniger feinen, weißen Tesserae, meist mit schwarzer Bordüre ringsum, einfügen konnte.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Casa del Fauno ein und definiert den Fokus der Arbeit auf die Bildmosaike unter Ausklammerung des Alexandermosaiks.
2 Pompeji: Dieses Kapitel bietet einen allgemeinen Überblick über die Stadt Pompeji, ihre samnitische Bevölkerung und die Siedlungsstruktur der Stadt.
3 Die Casa del Fauno: Das Hauptkapitel detailliert die Architektur, die historische Einordnung des Stadtpalastes, die Tuffsteinperiode sowie eine umfassende Analyse sämtlicher Mosaike und der Werkstattfrage.
4 Fazit: Das Fazit fasst die ägyptisch-hellenistischen Einflüsse auf die Ausstattung zusammen und betont die Rolle des Hauses als Ausdruck von Status und Reichtum.
Casa del Fauno, Pompeji, Bildmosaike, Hellenismus, Samniten, Tuffsteinperiode, Opus vermiculatum, Dionysos, Nilmosaik, Alexandrinische Werkstatt, Stadtpalast, Ikonographie, ägyptischer Einfluss, Architektur, Raumausstattung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Casa del Fauno in Pompeji, einem bedeutenden römischen Wohnbau, und analysiert dessen architektonische sowie künstlerische Ausstattung, insbesondere die Bodenmosaike.
Die Themenfelder umfassen die Siedlungsstruktur Pompejis, die Bedeutung der Tuffsteinperiode, die Ikonographie der gefundenen Mosaike und die stilgeschichtliche Verortung in den hellenistischen Kontext.
Das Ziel ist ein fundierter Überblick über die Bildmosaike des Hauses und deren Einordnung in einen ägyptisch-hellenistischen Zusammenhang.
Die Arbeit basiert auf einer eingehenden Auswertung reichhaltiger Fachliteratur sowie der komparativen Analyse der Mosaikdarstellungen und architektonischen Befunde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Hausübersicht, die Untersuchung der Tuffsteinperiode, eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Mosaike (vom "Have"-Mosaik bis zum Löwenkampfmosaik) und eine Diskussion zur Werkstattfrage.
Wichtige Begriffe sind Casa del Fauno, Hellenismus, Opus vermiculatum, dionysische Thematik, Nilmosaik und ägyptische Einflüsse auf die römische Wohnkultur.
Die Inschrift diente als bewusste lateinische Willkommensgeste gegenüber Passanten, mit der der Hausherr seinen angenommenen römischen Status und seine Offenheit gegenüber der politischen Macht Roms demonstrierte.
Sie unterstreichen die Verbindung des Hausherrn zum ptolemäischen Ägypten und zu Alexander dem Großen, wobei die ägyptische Motivwelt den luxuriösen Lebensstil und den Reichtum des Besitzers symbolisierte.
Die Mosaike korrespondieren oft mit der Funktion der Räume, wie beispielsweise bei den Speisezimmern (Triclinia) oder den privaten Gemächern, wobei die Wahl der Bilder den repräsentativen Charakter des Hauses unterstreicht.
Das Festhalten am 1. Stil trotz modernerer Entwicklungen unterstrich den Anspruch des Hauses auf eine altehrwürdige Tradition und festigte dessen Identität als repräsentativer Familienbesitz.
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