Diplomarbeit, 2012
74 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Aufbau
2. Theorien zur Genese des Kinderwunsches
2.1 Naturalistische Theorien
2.2 Ökonomische Fertilitätstheorien
2.3 Sozialpsychologische Modelle zur Entstehung des Kinderwunsches
2.3.1 Das Value of children- Modell von Hoffmann und Hoffmann
2.3.2 Das Paarinteraktions- Modell von Rosenstiehl et al.
2.3.3 Psychosoziale Kinderwunschtheorie bei Ottomayer
2.4 Psychologische Erklärungen für den Kinderwunsch
2.4.1 Frühe psychoanalytische Theorien von Freud und Deutsch
2.4.2 Die Entwicklung des Kinderwunsches von Boothe und Heigl-Evers
3. Die Entkopplung von Sexualität und Fruchtbarkeit
3.1 Die Pille
3.2 Die Pille in Bezug auf das Wunschkind
3.3 Die Reproduktionsmedizin
3.3.1 Vom Bastelkind zum Designer- Baby
3.3.2 „Kann ein Samen Vater sein?“
4. Das Wunschkind und seine Bedeutung für die Familie
4.1 Marcel Gauchet: L'enfant du désir
4.2 Martine Lerude: Das Begründerkind
5. Vom Wunschkind zum verwünschten Kind
5.1 Das verwünschte Kind im grimmschen Märchen
5.2 „Das Wunschkind“ von Ina Seidl
6. Die Folgen des Konzepts „Wunschkind“
6.1 Das tyrannische Kind
6.1.1 Tiefenpsychologische Konzepte über ungünstigen Elterneinflüssen
6.1.2 Winterhoffs Modell der „Beziehungskonzepte“
6.2 Das überforderte Kind
6.2.1 Über-Förderung: Ursachen und Folgen
7. Konsequenzen für die Pädagogik
7.1 „Sie laufen uns aus dem Ruder“- Winterhoff und Bergmann im Interview
7.2 Psychoanalytisch- pädagogische Perspektiven für die Elternarbeit
8. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen und psychologischen Folgen der Entkopplung von Sexualität und Fruchtbarkeit, insbesondere im Hinblick auf das Konzept des „Wunschkindes“ und dessen Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Beziehung sowie die pädagogische Praxis.
3.1 Die Pille
Der Zeitpunkt für die Geburt eines Kindes kann mit Hilfe zeitgemäßer Verhütungsmethoden lange hinausgezögert und genau geplant werden. Die Pille steht dabei stellvertretend und für eine Reihe effizienter hormoneller Verhütungsmittel, die unsichere und aufwendige Methoden ablösten. So war die Pille auch im Jahr 2011 das beliebteste Verhütungsmittel und wurde laut einer Umfrage von über 50% der 20- 35 jährigen Frauen genutzt. Mit einem Pearl- Index von 0,1- 0,9 ist die Pille bei richtiger Anwendung eines der sichersten Verhütungsmittel. Trotzdem ist eine Schwangerschaft schon kurze Zeit nach dem Absetzen der Pille möglich, so dass davon auszugehen ist, dass die Fruchtbarkeit nicht langfristig beeinträchtigt. Die Pille erfüllt schließlich alle Voraussetzungen, um einen Kinderwunsch zu einem selbstgewählten Zeitpunkt zu realisieren und soll aus diesem Grund innerhalb dieser Arbeit die Entkopplung von Sexualität und Fruchtbarkeit repräsentieren.
Die Wirkungsweise der Pille beruht auf einem hormonellen Eingriff in die weiblichen Körperfunktionen. Die meisten Pillen wirken durch eine Kombination der Inhaltsstoffe Östrogen und Gestagen, in neueren Präparaten wird teilweise ganz auf Östrogen verzichtet (= Mini- Pille). Die beigesetzten Hormone unterbinden den Eisprung und regen die Bildung einer Barriere an, die das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter verhindert.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der bewussten Familienplanung und deren Auswirkung auf das Kind als „Wunschprodukt“ ein.
2. Theorien zur Genese des Kinderwunsches: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene psychologische und soziologische Modelle zur Entstehung des Kinderwunsches.
3. Die Entkopplung von Sexualität und Fruchtbarkeit: Es wird die Rolle hormoneller Verhütungsmittel und der Reproduktionsmedizin bei der planbaren Konstruktion von Elternschaft beleuchtet.
4. Das Wunschkind und seine Bedeutung für die Familie: Hier werden theoretische Ansätze von Gauchet und Lerude diskutiert, die das Kind als Zielpunkt elterlicher Wünsche beschreiben.
5. Vom Wunschkind zum verwünschten Kind: Anhand literarischer Beispiele wird die Ambivalenz zwischen dem „Wunschkind“ und dem realen, überfordernden Kind dargestellt.
6. Die Folgen des Konzepts „Wunschkind“: Das Kapitel analysiert die psychischen Folgen der elterlichen Erwartungen, wie etwa das „tyrannische“ oder „überforderte“ Kind.
7. Konsequenzen für die Pädagogik: Es werden Ansätze für eine zeitgemäße Elternarbeit und den pädagogischen Umgang mit belasteten Eltern-Kind-Beziehungen entwickelt.
8. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert die Komplexität der Thematik und fordert eine kritische Reflexion des gesellschaftlichen Anspruchs an die Erziehung.
Wunschkind, Kinderwunsch, Reproduktionsmedizin, Pille, Elternschaft, Erziehung, Psychologie, Psychoanalyse, Erziehungsratgeber, Überforderung, Elternarbeit, Familienplanung, Kindesentwicklung, Entkopplung, Gesellschaft.
Die Arbeit befasst sich mit der veränderten Wahrnehmung und Planung von Kindern durch die Entkopplung von Sexualität und Fruchtbarkeit in der modernen Gesellschaft.
Die Arbeit verknüpft psychologische Theorien zur Entstehung des Kinderwunsches mit den soziologischen und medizinischen Bedingungen moderner Reproduktion.
Ziel ist es, die Auswirkungen des „Konzepts Wunschkind“ auf die pädagogische Praxis und die kindliche Entwicklung zu untersuchen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung psychoanalytischer sowie pädagogischer Ansätze basiert.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Kinderwunsches, die Rolle der Pille und Reproduktionsmedizin, die Bedeutung von Wunschkindern für die Familie sowie die daraus resultierenden Erziehungsproblematiken.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Wunschkind, Reproduktionsmedizin, pädagogische Konsequenzen, Elternschaft und Entkopplung.
Der Kinderwunsch wird als hochgradig komplexes Phänomen beschrieben, das oft durch unbewusste elterliche Wünsche und gesellschaftlichen Druck überlagert wird.
Die Pille wird als zentraler Faktor für die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung identifiziert, die eine neue Form der kontrollierten Elternschaft ermöglicht hat.
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