Bachelorarbeit, 2011
68 Seiten, Note: 1,7
A. Einleitung
1. Das Tagebuch
1.1. Formale Eigenschaften
1.2. Vom Sinn des Tagebuchführens
1.3. Die Dialogstruktur im Tagebuch
1.4. Selbstdarstellung, Selbststilisierung und Selbstbehauptung
1.5. Das private und literarische Tagebuch
2. Die Genese des Tagebuchs vom 18. bis ins 20. Jahrhundert
2.1. Frühe Formen des Tagebuchs
2.2. Zwischen Religion und erwachenden Selbstbewusstsein – Johann Caspar Lavaters Geheimes Tagebuch
2.3. Rückzug in die eigene Psyche - Friedrich Hebbels Tagebuch als deutsches Beispiel für ein journal intime des 19.Jahrhunderts
2.4. Schreiben, um zu existieren – Franz Kafkas Tagebücher
II. 1. Das Weblog
1.1. Was ist ein Weblog?
1.2. Die Entstehung der Blogosphäre
1.3. Kategorien von Weblogs
1.4. Alter und Geschlecht der Blogger
1.5. Motive des Bloggens
1.6. Das Verschwimmen der Grenzen zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit im Weblog
1.7. Die Potentiale des Weblogs
B. Resümee
C. Bibliographie
Diese Bachelorarbeit untersucht die Medialität und den Wandel der diaristischen Kulturpraxis vom klassischen, analogen Tagebuch hin zum modernen Weblog. Dabei wird analysiert, inwiefern sich Konzepte wie Selbstdarstellung, Identitätsbildung und die Grenze zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit durch den digitalen Kontext verändert haben.
1.1. Formale Eigenschaften
Das Tagebuch in seinen formalen Eigenschaften zu definieren, erscheint auf den ersten Blick einfach: es ist ein Buch oder manchmal nur ein Heft, in dem der Schreibende täglich oder mit längeren Unterbrechungen persönliche, private bis hin zu intimen Gedanken, Gefühlen, Beobachtungen und Ereignissen aus seinem alltäglichen Leben notiert.
Die landläufige Vorstellung ist, dass der Großteil der Diaristen ihre Tagebücher für sich allein schreibt und sie vor Mitlesern ein Leben lang sorgfältig verborgen hält. Dass es jedoch auch Tagebücher gibt, die veröffentlicht oder auf eine Veröffentlichung hin geschrieben wurden, wird diese Arbeit noch zeigen.
Systematisch wird zwischen temporären Diarien und Tagebüchern, die für ein Leben lang konzipiert sind, unterschieden: In Lebenswerken wird das Schreiben um des Schreibens willen als fester Bestandteil des Tages kultiviert und ist thematisch durchlässig für alles Alltägliche und die Werkstatt, für den Kalender und die Chronik. Temporäre Tagebücher haben in der Regel einen konkreten Anlass und sind auf eine zentrale Lebensfrage gerichtet.
Zu den temporären Diarien zählen Zeitzeugentagebücher, „die durch ein umwälzendes äußeres Ereignis initiiert sind und die solange Zeugnis ablegen wollen, bis sich die Umstände wieder normalisieren“, und Reisetagebücher.
A. Einleitung: Hier wird das Interesse am Tagebuch als Medium beleuchtet und die Forschungsfrage nach dem Wandel der diaristischen Praxis hin zum Weblog formuliert.
1. Das Tagebuch: Dieses Kapitel definiert die formalen Eigenschaften und Funktionen des Tagebuchs als Medium der Selbsterkenntnis und Identitätsbildung.
2. Die Genese des Tagebuchs vom 18. bis ins 20. Jahrhundert: Es wird der historische Aufschwung des Tagebuchschreibens anhand der Beispiele Lavater, Hebbel und Kafka nachgezeichnet.
II. 1. Das Weblog: Hier wird das Weblog als digitales Pendant zum Tagebuch eingeführt und in seinen technischen sowie soziologischen Aspekten definiert.
B. Resümee: Die zentralen Erkenntnisse der Arbeit werden zusammengefasst und die Koexistenz von analogem Tagebuch und Weblog betont.
C. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Tagebuch, Weblog, Blogosphäre, diaristische Kulturpraxis, Selbstdarstellung, Identitätsbildung, Öffentlichkeit, Privatsphäre, Intimität, Medialität, Johann Caspar Lavater, Friedrich Hebbel, Franz Kafka, digitale Identität, autobiographisches Schreiben.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel des Tagebuchschreibens von einem ursprünglich rein privaten Medium zu einer öffentlichen digitalen Praxis im Weblog.
Die zentralen Felder sind die diaristische Kulturpraxis, die Entwicklung der Öffentlichkeit im Internet und die literarische sowie psychologische Bedeutung des Schreibens über sich selbst.
Die Forschungsfrage ist, wie sich die Medialität des Tagebuchs verändert hat und welche Konsequenzen die Öffentlichkeit des Internets für die diaristische Praxis hat.
Es wird eine literaturwissenschaftliche und medientheoretische Analyse anhand von Primärquellen (Tagebücher berühmter Autoren) und aktuellen Studien zur Blogosphäre durchgeführt.
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen des klassischen Tagebuchs (inklusive historischer Genese) und anschließend das Weblog als neues, interaktives Medium analysiert.
Schlüsselbegriffe sind Medialität, Tagebuch, Weblog, Selbstdarstellung, Intimität und Öffentlichkeit.
Der Begriff von Richard Sennett dient dazu, den Prozess zu erklären, bei dem öffentliche und private Sphären verschwimmen, da persönliche Befindlichkeiten zunehmend ins Zentrum des öffentlichen Interesses rücken.
Die Arbeit verdeutlicht, dass das im Text konstruierte Ich stets eine Fiktionalisierung darstellt, egal ob im analogen Tagebuch oder im digitalen Weblog.
Die Arbeit zeigt beide Seiten: Kritische Stimmen sehen eine Banalisierung, während die Untersuchung aufzeigt, dass Weblogs durchaus als kreative Werkzeuge und Orte für alternative Öffentlichkeit fungieren können.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

