Bachelorarbeit, 2011
38 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Erzähltheoretischer Hintergrund
2.1 Erzähltheorie nach Genette
2.2 Erzählen im Film
2.3 Unzuverlässiges Erzählen im Film
2.3.1 Funktionen des unzuverlässigen Erzählens
3. FIGHT CLUB
3.1 Inhaltsangabe
3.2 Analyse ausgesuchter Sequenzen und Interpretation im Hinblick auf unzuverlässiges Erzählen
3.3 Lesarten
3.3.1 Psychologisierte Lesart
3.3.2 Gesellschaftskritische Lesart
3.3.3 Medienspezifische Lesart
3.3.4 Geschlechterspezifische Lesart
4. Fazit
Diese Arbeit untersucht die filmische Umsetzung des Konzepts des unzuverlässigen Erzählens in David Finchers Film "Fight Club". Ziel ist es, durch eine narratologische Analyse zu erarbeiten, wie unzuverlässige Erzählstrukturen durch filmische Mittel wie Bildmontage, Kameraführung und Ton etabliert werden und welche verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten sich daraus für den Rezipienten ergeben.
3.2 Analyse ausgesuchter Sequenzen und Interpretation im Hinblick auf unzuverlässiges Erzählen
Der Film beginnt mit einer Kamerafahrt durch etwas, welches sich bei genauerer Betrachtung als ein Gehirn erkennen lässt. Die Kamera rast in Detailaufnahme rückwärts an Nervenbahnen und Synapsengeflechten vorbei. In rhythmischen Intervallen wird das Bild kurzzeitig überbelichtet, woraufhin die Titel erscheinen, um sich daraufhin wieder aufzulösen. Nach Hartmann dienen die Titel dazu den Zuschauer von der Gehirnfahrt abzulenken, da diese schon als Metapher dafür gelten kann, dass das Folgende erdacht ist.
Ich möchte mich Helbigs Interpretation dieser Sequenz anschließen:
„Diese von gemeinhin unsichtbaren Körperinnenwelten nach außen erfolgende, also quasi-rückwärtige Einleitung verdichtet das im folgenden Filmverlauf sichtbar erzählte in zweifacher Weise: Zum einen haben wir es bei der anschließenden Narration mit einer Rückblende zu tun, was wenig später deutlich artikuliert wird. Zum Anderen setzt der On- und Offsprecher seine psychische Innenwelt allmählich in ein physisches Außen bzw. Äußeres um.“
Die rückwärtige Kamerafahrt verlässt das Gehirn und dringt durch eine Schweißdrüse hinaus, fängt Bilder von verschwitzter Haut ein. Die Kamera fährt weiter an einem Gesicht entlang bis sie schließlich rückwärts den Lauf einer Waffe verfolgt, welche im Mund des namenlosen Erzählers (welcher der Zuschauer an dieser Stelle natürlich noch nicht kennt) endet. Die Kamera reguliert die Schärfe, sodass das Gesicht dieses Erzählers in die Nahaufnahme gerückt ist. Durch diesen Anfang wird bereits eine vollkommen neuartige Körperlichkeit im Film etabliert, die im Verlauf der Geschichte durch die Kämpfe im Fight Club eine wichtige Bedeutung bekommt.
Die vorher treibende Musik, die den Eindruck der rasanten Kamerafahrt verstärkt, faded in diesem Moment aus und der Zuschauer hört zum ersten Mal die Stimme des Erzählers aus dem Off. Der Einsatz des Voice-over-Erzählers gibt bereits in dieser ersten Sequenz des Filmes einen eindeutigen Hinweis auf die Subjektivität des Erzählers.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von David Finchers Film "Fight Club" in der Literatur- und Filmwissenschaft ein und stellt den Forschungsstand zum unzuverlässigen Erzählen dar.
2. Erzähltheoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die narratologischen Grundlagen nach Genette und diskutiert die Herausforderungen bei der Übertragung dieser Konzepte auf das Medium Film.
3. FIGHT CLUB: Hier erfolgt die konkrete Anwendung der Theorie auf den Film, inklusive einer Inhaltsangabe sowie einer detaillierten Analyse von Signalen und Lesarten der Unzuverlässigkeit.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass "Fight Club" aufgrund seiner vielschichtigen audiovisuellen Erzählweise ein exzellentes Beispiel für unzuverlässiges Erzählen darstellt.
Unzuverlässiges Erzählen, Fight Club, David Fincher, Narratologie, Erzähltheorie, Gérard Genette, Filmwissenschaft, Voice-over, interne Fokalisierung, Medialität, Filmanalyse, subjektive Wahrnehmung, Identität, Psychologie, Metaleptik.
Die Arbeit befasst sich mit der narrativen Strategie des "unzuverlässigen Erzählens" und analysiert, wie diese im Film "Fight Club" von David Fincher durch spezifische filmische Gestaltungsmittel umgesetzt wird.
Die zentralen Themen umfassen die Erzähltheorie, die Medialität des Films, die psychologische Verfasstheit der Hauptfigur sowie die gesellschaftskritischen Aspekte, die durch das unzuverlässige Erzählen im Film transportiert werden.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie unzuverlässige Erzählstrukturen im Film etabliert werden und welche verschiedenen Lesarten sich durch diese Erzählstrategie für den Zuschauer ergeben.
Es wird eine narratologische Filmanalyse durchgeführt, die auf den Modellen der Erzähltheorie (insbesondere Genette) basiert und diese auf die spezifischen Bedingungen des Mediums Film anpasst.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des theoretischen Rahmens, die Anwendung dieser Theorien auf den Film anhand ausgewählter Sequenzen sowie die Diskussion verschiedener Lesarten (psychologisch, gesellschaftskritisch, medial).
Wichtige Begriffe sind unter anderem Unzuverlässiges Erzählen, Filmnarratologie, Fokalisierung, Voice-over, Subjektivität und die Identitätsproblematik des Protagonisten.
Unzuverlässigkeit wird im Film nicht nur durch einen Erzähler, sondern durch ein Zusammenspiel von visuellen und auditiven Signalen (wie Kamerafahrten, Schnitt oder Musik) erzeugt, die den Wissensstand oder die Wahrnehmung des Zuschauers manipulieren.
Marla Singer dient als Korrektiv der männlichen Wahnvorstellungen des Erzählers und spiegelt die Diskrepanzen zwischen der fiktionalen Wahrnehmung des Erzählers und der Realität wider.
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