Bachelorarbeit, 2012
37 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Nachrichtenwerttheorie: Ein theoretischer Überblick
2.1 Das Konstrukt „Nachrichtenwert“ und „Nachrichtenfaktor“
2.2 Begründung der europäischen Forschungstradition: Galtung und Ruge
3 Methodik
4 Ergebnisse der Literaturanalyse
4.1 Nachrichtenfaktoren in klassischen Medien: ein Überblick über den Forschungsstand
4.1.1 Journalistische Selektion in klassischen Medien
4.1.2 Selektion bei der Rezeption klassischer Medien
4.2 Nachrichtenfaktoren online
4.2.1 Selektionsentscheidungen von Online-Journalisten
4.2.2 Selektionsentscheidungen von Rezipienten in Online-Medien
4.2.3 Selektive Partizipation: Nachrichtenfaktoren in User Generated Content
5 Fazit: Nachrichtenwert und Neue Medien
Die Arbeit untersucht, ob die Etablierung des Online-Journalismus zu einer Veränderung der Nachrichtenfaktoren führt. Ziel ist es, durch eine Meta-Analyse empirischer Studien aufzuzeigen, ob sich die Selektionslogiken von Journalisten und Rezipienten im Internet von denen in klassischen Medien unterscheiden.
2.1 Das Konstrukt „Nachrichtenwert“ und „Nachrichtenfaktor“
Welche Eigenschaften muss ein Ereignis haben, um zur Nachricht zu werden? Gemäß der Nachrichtenwerttheorie entscheiden bestimmte Merkmale die Nachrichtenfaktoren eines Ereignisses darüber, wie viel Beachtung das Ereignis findet, und ob eine Nachricht über das Ereignis publizierenswert ist. Diese Merkmale werden als Nachrichtenfaktoren bezeichnet.
Die erste Darstellung der Nachrichtenwerttheorie geht auf Walter Lippmann (1922) zurück, der den Begriff "news values" etablierte. In dem theoretischen Werk "Public opinion" erklärt Lippmann die Nachrichtenauswahl durch die begrenzte menschliche Wahrnehmung: Auch Reporter können nicht alles beobachten und berichten, sie nehmen nur bestimmte Ereignisse wahr, weil andere außerhalb dieser Wahrnehmung liegen. Diese Wahrnehmung wird, so Lippmann, durch Stereotypen konstruiert, die das Bild der Menschen von der Realität bestimmen. Auch Journalisten haben keinen Zugriff auf die tatsächliche Realität, sondern sehen zum einen nur einen Ausschnitt davon, dieser wird zum anderen durch Stereotypen und Schemata wahrgenommen: "For the most part, we define first, and then see." (Lippmann, 1922, S. 81) Dadurch sind auch eigentlich objektive Nachrichten das Ergebnis subjektiver Wahrnehmung. Wenn ein Ereignis bestimmte Merkmale hat, die der Journalist – mit den Stereotypen, mit denen er die Welt wahrnimmt - als bekannt oder fremd empfindet, wird diese Nachricht ausgewählt und publiziert. "News is not a mirror of social conditions, but the report of an aspect that has obtruded itself." (ebd., S. 341) Der Nachrichtenwert eines Ereignisses wird diesem also erst durch den Journalisten, beziehungsweise durch dessen Realitätswahrnehmung, zugeschrieben.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel des Journalismus durch das Internet und definiert das Ziel der Arbeit, die Veränderungen der Nachrichtenfaktoren durch eine Meta-Analyse aufzuzeigen.
2 Nachrichtenwerttheorie: Ein theoretischer Überblick: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Nachrichtenwerttheorie und die historische Entwicklung der Forschungstradition von Lippmann bis Galtung und Ruge.
3 Methodik: Hier wird der methodische Ansatz einer qualitativen Literaturanalyse beschrieben, mit der empirische Studien systematisch in einen theoretischen Bezugsrahmen integriert werden.
4 Ergebnisse der Literaturanalyse: Dieser Hauptteil analysiert den Forschungsstand zu Nachrichtenfaktoren in klassischen Medien sowie online und untersucht sowohl die Selektion durch Journalisten als auch durch Rezipienten und bei User Generated Content.
5 Fazit: Nachrichtenwert und Neue Medien: Das Fazit vergleicht die Ergebnisse, diskutiert die Boulevardisierungstendenzen im Internet und resümiert, dass sich Nachrichtenfaktoren im Detail tatsächlich verändert haben.
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Die Arbeit untersucht, ob und wie sich die Nachrichtenfaktoren durch die Etablierung des Internets als journalistisches Medium verändert haben.
Die zentralen Themen sind die Nachrichtenwerttheorie, der Vergleich zwischen klassischen Medien (Print, Rundfunk) und Online-Medien sowie die Analyse von journalistischer Selektion, Nutzerpräferenzen und User Generated Content.
Ziel ist es, durch eine Meta-Analyse bisheriger Studien zu klären, ob sich die Nachrichtenselektion im Internet von der in traditionellen Medien unterscheidet und ob sich Online-Journalisten verstärkt an den Wünschen der Rezipienten orientieren.
Die Autorin verwendet die Methode der qualitativen Literaturanalyse, um existierende Primärstudien zu sichten, zu vergleichen und synthetisierend zu bewerten.
Im Hauptteil werden Nachrichtenfaktoren in klassischen Medien (für Journalisten und Rezipienten) sowie im Online-Journalismus (inklusive User Generated Content) detailliert analysiert und die jeweiligen Studienergebnisse gegenübergestellt.
Wichtige Begriffe sind Nachrichtenwerttheorie, Nachrichtenfaktoren, Boulevardisierung, Online-Journalismus und User Generated Content.
Ja, die Arbeit stellt eine Tendenz zur Boulevardisierung fest, die sich durch die stärkere Bedeutung von Faktoren wie Personalisierung und Prominenz sowie eine emotionale Aufmachung in Online-Nachrichten zeigt.
User Generated Content, wie Kommentare oder Weblogs, folgt eigenen Dynamiken. Obwohl Autoren hier teilweise eine ähnliche Logik wie professionelle Medien zeigen, lassen sie sich nicht eindeutig als klassische Journalisten oder einfache Rezipienten kategorisieren.
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