Magisterarbeit, 2011
128 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1. Einleitung
2. Die Vorgeschichte
2.1. Die Geschichte Estlands bis zur staatlichen Selbständigkeit 1920
2.2. Die Innenpolitik Estlands in der Zwischenkriegszeit
2.3. Die Außenpolitik Estlands in der Zwischenkriegszeit
2.3.1. Der Völkerbund
2.3.2. Der estnisch-lettische Beistandspakt
2.3.3. Die Baltische Entente
2.3.4. Der Ostpakt
2.3.5. Die Beziehungen zu den Nachbarstaaten Lettland, Finnland und Litauen
2.3.6. Das Verhältnis zu den Westmächten England und Frankreich
2.3.7. Estland zwischen der Sowjetunion und Deutschland
2.3.8. Neutralitätspolitik als estnische Strategie zur Bewahrung der Unabhängigkeit
3. Der Hitler-Stalin-Pakt und das geheime Zusatzprotokoll
3.1. Der Abschluss des Paktes sowie des Grenz- und Freundschaftsvertrags
3.2. Estnische Reaktionen und unmittelbare Folgen
4. Die Stützpunktperiode
4.1. Verhandlungen und Abschluss des sowjetisch-estnischen Beistandspakts
4.2. Verhandlungen bezüglich der militärischen Stützpunkte
4.3. Einmarsch der Roten Armee im Oktober 1939 und Probleme in Zusammenhang mit den Stützpunkten
4.4. Estlands außenpolitische Situation im finnisch-sowjetischen Winterkrieg
4.5. Die Außenpolitik Estlands während der Stützpunktperiode
5. Die Eingliederung Estlands in das Sowjetsystem
5.1. Das sowjetische Ultimatum
5.2. Die Bildung der estnischen Volksregierung
5.3. Die Juliwahlen und die formelle Besiegelung des Anschlusses
5.4. Die Sowjetherrschaft bis zum Einmarsch der deutschen Truppen
6. Estland unter nationalsozialistischer Herrschaft
6.1. Deutsche Truppen in Estland
6.2. Der „Generalbezirk Estland“ – Die Verwaltung Estlands durch die Deutschen
6.3. Kollaboration deutscher und estnischer Einheiten und deren Verbrechen
6.4. Die Entwicklung des Verhältnisses der Bevölkerung gegenüber den Besatzern
7. Der Zweite Weltkrieg erneut auf estnischem Boden
7.1. Die Bedeutung Estlands für Hitler und Stalin
7.2. Der Rückzug der Heeresgruppe Nord auf die Panther-Stellung (14. Januar bis 1. März 1944)
7.3. Die Mobilmachung estnischer Männer zur Verteidigung der Grenze
7.4. Kampfhandlungen um die Grenzstadt Narva
7.5. Die Blauberge
7.6. Die Regierung Tief und Uluots zwischen deutschem Rückzug und sowjetischem Einmarsch
8. Abschlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle Estlands im internationalen Kontext zwischen dem Hitler-Stalin-Pakt und dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit das Land im internationalen System integriert war, welche außenpolitischen Versuche unternommen wurden, die Unabhängigkeit zu bewahren, und welche Fehlentscheidungen der estnischen Führung den Verlust der Souveränität beschleunigten.
3.1. Der Abschluss des Paktes sowie des Grenz- und Freundschaftsvertrags
Am 15. März 1939 besetzte Hitler die „Rest-Tschechei“, wodurch sich Deutschlands Machtstellung in Europa vergrößerte und das Deutsche Reich sich weiter in Richtung Sowjetunion ausdehnte. Diese Situation wurde in der Sowjetunion als bedrohlich wahrgenommen. Zwei Tage nach der deutschen Okkupation schlug Großbritannien der Sowjetunion ein gemeinsames, gegen Hitler gerichtetes Bündnis vor, mit welchem in erster Linie die als nächstes bedrohten Staaten Polen und Rumänien vor einem deutschen Überfall geschützt werden sollten. Am 31. März erging an Polen und am 13. April an Rumänien und Griechenland eine offizielle Erklärung Frankreichs und Englands, den Staaten im Falle eines Angriffs jede mögliche Unterstützung zukommen zu lassen, um deren Unabhängigkeit zu bewahren.
Um dieser Garantie eine effektivere Bedeutung zu geben, bemühte man sich, auch Stalin als weiteren Garantiegeber zu beteiligen und darüber hinaus einen gemeinsamen Beistandsvertrag der drei Großmächte zu ratifizieren. Stalin hatte sich dazu bereit erklärt, mit den Westmächten in Verhandlung zu treten. Bereits zu Beginn der Verhandlungen schlug er jedoch vor, an alle Staaten zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, die an die Sowjetunion angrenzten, eine solche Garantieerklärung zu geben. Abgesehen von Rumänien und Polen waren es Estland, Lettland und Finnland, die an die Sowjetunion angrenzten. Auf Grund ihrer Neutralität wehrten sich die Staaten allerdings vehement gegen eine solche Garantie, da man sich durchaus darüber im Klaren war, dass es sich bei der Garantie, welche die Sowjetunion den Staaten unbedingt und ungeachtet derer Wünsche geben wollte, um eine Gefährdung der eigenen Unabhängigkeit handelte. Damit „autorisiert“ wollte Stalin im Falle eines feindlichen Angriffes auf eines dieser Länder zu dessen Sicherheit als Protektor einmarschieren und es so verteidigen. Man befürchtete jedoch, dass die Sowjetunion nach einer erfolgreichen Verteidigung das Land nicht mehr verlassen würde.
1. Einleitung: Die Einleitung legt den historischen Kontext Estlands als jungen Kleinstaat dar, der zwischen totalitären und demokratischen Mächten um seine Unabhängigkeit rang.
2. Die Vorgeschichte: Dieses Kapitel skizziert die Geschichte Estlands von der mittelalterlichen Zeit bis zur Zwischenkriegszeit und beleuchtet die schwierige außenpolitische Lage des Landes.
3. Der Hitler-Stalin-Pakt und das geheime Zusatzprotokoll: Hier wird die Entstehung des Paktes zwischen Hitler und Stalin sowie dessen fatale Konsequenzen für Estland und die unmittelbare Reaktion des estnischen Militärstabs beschrieben.
4. Die Stützpunktperiode: Das Kapitel behandelt den Übergang zur sowjetischen Einflussnahme, die Errichtung von Militärstützpunkten und die zunehmende Isolation des estnischen Staates.
5. Die Eingliederung Estlands in das Sowjetsystem: Dieser Abschnitt beschreibt das sowjetische Ultimatum, die erzwungene Regierungsbildung und die schein-legitimen Wahlen, die in die formelle Annexion mündeten.
6. Estland unter nationalsozialistischer Herrschaft: Die deutsche Besatzungszeit wird analysiert, inklusive der Zivilverwaltung, der Rolle der Kollaboration und der Entwicklung des Verhältnisses der estnischen Bevölkerung zu den neuen Besatzern.
7. Der Zweite Weltkrieg erneut auf estnischem Boden: Der abschließende Teil behandelt die Kriegshandlungen von 1944, den Rückzug der deutschen Wehrmacht, die Verteidigung in den Blaubergen und das Agieren der Regierung Tief.
8. Abschlussbetrachtung: Das Fazit fasst die zentrale Rolle Estlands als geopolitisches Objekt zwischen den Fronten zusammen und reflektiert die strategischen Fehler der politischen Führung.
Estland, Zwischenkriegszeit, Hitler-Stalin-Pakt, Sowjetunion, Nationalsozialismus, Unabhängigkeit, Stützpunktperiode, Kollaboration, Zweiter Weltkrieg, Besatzungsregime, Souveränität, Außenpolitik, Neutralität, Annexion, Widerstand
Die Arbeit analysiert die historische Situation Estlands in der Zeit zwischen dem Hitler-Stalin-Pakt von 1939 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs unter Berücksichtigung der komplexen geopolitischen Einflüsse durch die Sowjetunion und Deutschland.
Die zentralen Themenfelder umfassen die estnische Außen- und Sicherheitspolitik in der Zwischenkriegszeit, das Scheitern regionaler Bündnisse, die Mechanismen der sowjetischen Annexion sowie die Dynamiken der deutschen Besatzungszeit und der Kollaboration.
Die Arbeit untersucht, wie Estland im internationalen System agierte, inwieweit die nationale Unabhängigkeit durch diplomatisches Handeln oder Bündnisse abzusichern war und warum es trotz verschiedener Versuche zur vollständigen staatlichen Einverleibung kam.
Die Arbeit basiert auf einer chronologischen, historisch-analytischen Darstellung, die auf der Auswertung von Primärquellen wie Memoiren, Staatsverträgen und diplomatischen Korrespondenzen sowie einer fundierten sekundärhistorischen Literaturrecherche beruht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Vorgeschichte, die Ereignisse des Hitler-Stalin-Paktes, die Stützpunktperiode, die formelle Eingliederung in das Sowjetsystem, die Zeit unter nationalsozialistischer Herrschaft sowie die Rückzugskämpfe gegen Ende des Zweiten Weltkriegs.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören: Estland, Hitler-Stalin-Pakt, Sowjetunion, Nationalsozialismus, Unabhängigkeit, Annexion, Kollaboration und Zweiter Weltkrieg.
Der Autor bewertet die estnische Neutralitätspolitik von 1938 als einen verzweifelten Versuch, zwischen den beiden Großmächten zu manövrieren, der jedoch in der Praxis weder stabil war noch die Unabhängigkeit effektiv schützen konnte.
Die Regierung Tief stellt den Versuch dar, im kurzen Zeitfenster zwischen dem deutschen Rückzug und dem sowjetischen Einmarsch die staatliche Kontinuität der Republik Estland rechtlich zu wahren und einen legitimen Anspruch auf Unabhängigkeit zu proklamieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

