Examensarbeit, 2011
116 Seiten, Note: 1,0
1. Begriffliche Eingrenzung
1.1 Quilt. Funktion, Aufbau, Material
2. Quilten: Das Handwerk
2.1 Der Quiltstich
2.1.1 Das Handquilten
2.1.2 Quiltmuster
2.1.3 Stickmuster
2.2 Patchwork
2.2.1 Pieced Work
2.2.2 Appliqué/Applikation
2.2.3 Papier- oder Schablonentechnik
2.3 Den Quilt aufbauen
2.3.1 Arbeiten aus der Mitte
2.3.2 Blockstil
2.3.3 Streifentechniken
2.3.3.1 Seminole-Patchwork
2.3.3.2 Bargello-Technik
2.3.4 Scrap-Quilten
2.3.4.1 Crazy
2.3.4.2 Log-Cabin
2.3.5 Whole-Cloth
2.3.6 Blockstil
2.3.7 Weitere Techniken
II. Patchwork- und Quilt-Tradition
1. Antikes Patchwork und Quilts
1.1 Antikes Patchwork
1.2 Antikes Quilten
2. Quilts der amerikanischen Pioniere
2.1 Europäische Tradition im amerikanischen Quilt
2.1.1 Deutschstämmige
2.1. 2 England
2.1. 3 Mittelmeerländer
2.2 Traditionelle amerikanische Quiltkultur
2.2.1 Traditionelle Blockmuster und ihre Bedeutung
2.2.2 Quilttypen
3. Amische Quiltkultur
3.1 Kulturgeschichtlicher Hintergrund
3.2 Amische Quilttradtion
3.2.1 Quilts im Amischen Leben
3.3 Quilten nach der Amischen Philosophie
3.3.1 Material
3.3.2 Farbigkeit
3.3.3 Formen und Motive
3.3.4 Blockmuster der Amischen
III. Der Art Quilt
1. Kulturgeschichtliche Entwicklungsbedingungen
1.1 Vorboten: Von der Jahrhundertwende bis in die 1950er Jahre
1.1.1 Ein neuer Quiltboom: Jugendstil und dreißiger Jahre
1.2 Durch WK II und Nachkrieg in die 1950er Jahre
1.3 Die 1960er Jahre: Der zweite Quiltboom
2. Wegweiser zum Art Quilt
2.1 Quilts in der Bildenden Künst
2.1.1 Ein zähes Ringen um Berechtigung
2.1.2 Quilts als Motive und Objekte der Kunst
2.1.3 Quilts und Abstrakte Kunst: Gegenstücke
2.2 Die Ausstellung „Abstract Design in American Quilts“
3. Eine neue Kunstform: Der frühe Art Quilt
3.1 1976: An die Öffentlichkeit
3.2 Die Ausstellung “The New American Quilt”
3.3 Seit 1979: Quilt National
3.4 Anlaufpunkte des Art Quilt
4. Amerikanische KünstlerInnen
4.1 Jean Ray Laury
4.2 Radka Donnell
4.3 Nancy Crow
4.4 Michael James
4.5 Joan Lintault
4.6 Internationale Künstler im Überblick
5. Quilt Art in Europa
5.1 Europäische Quiltzentren
5.1.1 Gilden, Gruppen, Verbände
5.1.1.1 The European Quilt Association (EQA)
5.1.1.2 Deutschland: Die Patchwork Gilde Deutschland e.V.
5.1.1.3 The Quilter´s Guild (of the British Isles)
5.1.1.4 The “ Quilt-Art-Group”
5.2 Ausstellungen, Museen und Messen in Deutschland und Europa
5.2.1 Europäische Quilttriennale
5.2.2 Weitere deutsche Quiltzentren
5.3 Europäische Künstlerinnen
5.3.1 England
5.3.1.1 Pauline Burbridge
5.3.1.2 Mirjam Pet-Jacobs
5.3.1.3 Deirdre Amsden
5.3.2 Deutschland
5.3.2.1 Inge Hueber
5.3.2.2 Ursula Rauch
5.3.2.3 Dorle Stern-Sträter
6. Ausblick
6.1 Nachwuchssorgen?
6.2 Neuere Entwicklungen
6.2.1 U.S.A: Terese Agnew
6.2.2 Japan: Noriko Endo
7. Ein besonderer Quilt: Der AIDS-Memorial-Quilt
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Art Quilts von seinen handwerklichen Ursprüngen im Patchwork bis hin zu seiner Etablierung als anerkannte Kunstform innerhalb der Bildenden Kunst, wobei ein besonderer Fokus auf den Einflüssen der amerikanischen Quiltkultur und der Rezeption durch die moderne Kunstwelt liegt.
2.1 Der Quiltstich
Der handgearbeitete Quilt- oder Steppstich ist ein einfacher Vorstich. Durch einfaches vorwärts gerichtetes Ein- und Ausstechen durch alle Quiltlagen (vgl. Abb.1) wird funktional Festigkeit, Zusammenhalt der Lagen sowie optisch der begehrte Reliefcharakter des Quiltmusters erzielt. Der Quiltstich sollte fein ausgeführt werden, doch spricht nichts dagegen, besonders bei dünnen Lagen mit einem Stich zugleich 2-3 Stiche aufzunehmen. Besonders akkurat, und vor allem für sehr dicke Quilts geeignet ist die zeitaufwendige „Up and Down Method“, bei welcher die Quilterin jeweils nur einmal senkrecht von oben nach unten und dann von der Unterseite her einstechend, senkrecht nach oben sticht. Beim ersten Einstich soll der Faden so gezogen werden, dass das Knötchen am Fadenende unsichtbar zwischen den Lagen verschwindet.
1. Begriffliche Eingrenzung: Definition von Quilts durch Fokus auf Funktionalität und den technischen Aufbau aus drei Stofflagen.
2. Quilten: Das Handwerk: Detaillierte Darstellung der handwerklichen Techniken wie Quiltstich, Patchwork-Methoden und Aufbauvarianten.
II. Patchwork- und Quilt-Tradition: Historischer Rückblick auf die Ursprünge der Quilttradition in Europa und ihre Weiterentwicklung durch amerikanische Siedler.
3. Amische Quiltkultur: Analyse der spezifischen amischen Quilt-Tradition, geprägt durch Schlichtheit, religiöse Weltanschauung und handwerkliche Präzision.
III. Der Art Quilt: Untersuchung der Entwicklung des Art Quilts als moderne, künstlerische Ausdrucksform und dessen Anerkennung als Kunstobjekt.
4. Amerikanische KünstlerInnen: Porträt bedeutender amerikanischer Pioniere und Vertreter der Art Quilt Bewegung und ihre individuelle künstlerische Handschrift.
5. Quilt Art in Europa: Übersicht über europäische Quiltzentren, Gilden und herausragende Künstlerinnen der zeitgenössischen Szene.
6. Ausblick: Diskussion über die aktuelle Situation des Art Quilts und die Herausforderungen der Nachwuchsförderung.
7. Ein besonderer Quilt: Der AIDS-Memorial-Quilt: Würdigung des AIDS-Memorial-Quilts als soziales, symbolisches und künstlerisches Denkmal.
Art Quilt, Patchwork, Quilten, Amische Quiltkultur, Textilkunst, Handwerk, Quilthistorie, Quilt National, Bildende Kunst, Stoffdesign, Tradition, Moderne, Memorial-Quilt, Quilttechnik, Kreativität.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des Quilts von einem traditionellen handwerklichen Gebrauchsgegenstand hin zur modernen, in der Bildenden Kunst anerkannten Form der Quiltkunst.
Die zentralen Themen sind die handwerkliche Basis des Quiltens, die historische Tradition, die spezifische amische Quiltkultur sowie die Entwicklung und Etablierung des Art Quilts im 20. und 21. Jahrhundert.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie aus einer jahrtausendealten Geschichte heraus eine eigenständige Kunstform entstanden ist und warum das Verständnis des Art Quilts untrennbar mit seiner historischen Vorgeschichte verbunden ist.
Die Arbeit nutzt eine historisch-chronologische und kulturvergleichende Analyse, um die Entwicklung des Quilts in verschiedenen Regionen und Epochen zu dokumentieren.
Der Hauptteil behandelt die technischen Grundlagen, die kulturellen Traditionen der Siedler und Amischen, die Entwicklung zum Art Quilt unter dem Einfluss der Pop-Art sowie das Wirken zeitgenössischer Quiltkünstler.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Art Quilt, Textilkunst, amische Quiltkultur, Patchwork und kunsthistorische Rezeption charakterisiert.
Diese Ausstellung gilt als Meilenstein, da sie Quilts erstmals im Kontext der Bildenden Kunst präsentierte und durch die vertikale Hängung die ästhetische Wahrnehmung der Quilts als Kunstobjekte maßgeblich veränderte.
Er wird als Abschluss gewählt, da er in besonderer Weise verschiedene Funktionen des Quiltens – Trauerarbeit, soziales Engagement und künstlerischen Ausdruck – in einem monumentalen kollektiven Denkmal vereint.
Die „Ordnung“ regelt alle Lebensbereiche der Amischen. Sie fördert Tugenden wie Demut und Schlichtheit, was sich direkt in den streng geometrischen und nützlichen Quiltmustern widerspiegelt, die demonstrativen künstlerischen Ausdruck ablehnen.
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