Diplomarbeit, 2010
75 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Literaturstudie
2.1 Die sexuelle Aktivität im Alter
2.2 Sexuelles Interesse im Alter
2.3 Sexualität und Gesundheit
2.4 Die psychosexuelle Biographie der Kriegsgeneration
2.4.1 Demographische Faktoren
2.4.2 strenge Sexualmoral und mangelnde Aufklärung
2.4.3 Vergewaltigungen in der Kriegs- und Nachkriegszeit
2.5 Sexualität im Altenheim
2.5.1 Tabuisierung
2.5.2 Sexualität und Partnerschaft
2.5.3 Privat- und Intimsphäre
2.5.4 Sexuelle Belästigung im Altenheim
2.6 Die Krankheit Demenz
2.6.1 Definition
2.6.2 Prävalenz und Inzidenz
2.6.3 Demenztypen
2.7 Sexualität und Demenz
2.7.1 Veränderung der sexuellen Interessen
2.7.2 Sexuelle Enthemmung
2.7.3 Beeinträchtigungen der sexuellen Funktionen
2.7.4 Partnerschaft
3. Eigene Studie
3.1 Kontaktaufnahme zu den Altenheimen
3.2 Erhebungsinstrument: Narratives Interview
3.3 Probanden
4. Auswertungsverfahren
4.1 Methodik
4.2 Gütekriterien qualitativer Forschung
4.2.1 Validität
4.2.2 Reliabilität
4.2.3 Objektivität
4.2.4 Repräsentativität und Generalisierbarkeit
4.3 Auswertungsmethode
4.4. Protokollierungstechnik
5. Ergebnisse
5.1 Sexuelle Bedürfnisse der Bewohner
5.2 Oberkategorien
5.2.1 Sexuelle Interaktion mit Fachkräften
5.2.1.1 Berühren der Fachkräfte
5.2.1.2 Ansehen der Geschlechtsmerkmale der Fachkräfte
5.2.1.3 Schwärmereien
5.2.1.4 Auffordern der Fachkraft zur sexuellen Stimulation
Kommentar zu 5.2.1
5.2.2 Autoerotik
5.2.2.1 Erotik- und Pornofilmkonsum
5.2.2.2 Masturbation
5.2.2.3 Hilfsmittel zur sexuellen Stimulation
Kommentar zu 5.2.2
5.2.3 Sexualität in der Partnerschaft
5.2.3.1 Zärtlichkeiten
5.2.3.2 Geschlechtsverkehr
5.2.3.3 Partner kennenlernen
5.2.3.4 Promiskuität
5.2.3.5 Prostituierte
5.2.3.6 Exhibitionismus
Kommentar zu 5.2.3
5.2.4 Weitere Ergebnisse
6. Resümee und Fazit
7. Literaturverzeichnis
Diese Diplomarbeit untersucht die sexuellen Bedürfnisse von Heimbewohnern aus der Sicht von Fachkräften in der Altenpflege. Ziel der Studie ist es, Erkenntnisse über eine bisher kaum erforschte Thematik zu gewinnen, um eine ganzheitlichere Wahrnehmung und bedürfnisgerechtere Betreuung von Heimbewohnern zu ermöglichen.
5.2.1.1 Berühren der Fachkräfte
Insgesamt haben 14 Probanden erwähnt, Erfahrungen mit sexuellen Belästigungen der Bewohner zu haben. Zum einen wurde das Berühren der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale während der Pflege genannt. In Interview 5 wurde deutlich, dass einige Bewohner jede Gelegenheit nutzen, um der Pflegekraft unter den Kittel zu fassen.
Es wurden sexuelle Übergriffe auf die Fachkraft genannt, die mit einer Kraftaufwendung der Bewohner verbunden waren. Bewohner versuchen, was in den Interviews 3, 16, 17 und 18 deutlich wurde, mit aller vorhandenen Kraft ihre sexuellen Bedürfnisse gegenüber den Fachkräften durchzusetzen. Das geschieht durch Festhalten und Berühren. Es entwickelt sich ein Prozess angefangen beim Wunsch sexuelle Bedürfnisse auszudrücken, über das Offenbaren von Ungeduld bis hin zur Gewaltanwendung um dieses Ziel zu erreichen. Dieses Verhalten ist sowohl bei demenzkranken als auch bei orientierten Bewohnern zu beobachten.
Eine der Ursachen kann die ungenügende Privatsphäre sein. Die Bewohner haben keine Möglichkeit, sich unbeobachtet näher kennenzulernen. Begegnen sie sich in Tages- oder Aufenthaltsräumen, sind stets andere Bewohner anwesend, was die Intensivierung einer zunächst oberflächlichen Bekanntschaft erschwert. Wird aber die Pflege durchgeführt, kann kein Dritter das Geschehen zwischen Bewohner und Pflegekraft beobachten. In dieser Situation geben sich die Bewohner ungehemmt und zeigen ihre sexuellen Bedürfnisse (Interview 5).
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Relevanz der Untersuchung sexueller Bedürfnisse bei Heimbewohnern und begründet das gewählte qualitative Forschungsdesign.
2. Literaturstudie: Dieser Abschnitt bietet eine theoretische Fundierung über Alterssexualität, die Auswirkungen der Kriegsgeneration, die Bedingungen im Altenheim und das Krankheitsbild Demenz.
3. Eigene Studie: Hier werden der Prozess der Kontaktaufnahme zu Heimen, die Auswahl der Probanden und die Anwendung des narrativen Interviews beschrieben.
4. Auswertungsverfahren: Es werden die methodischen Grundlagen und Gütekriterien qualitativer Sozialforschung dargelegt, die zur Auswertung der gesammelten Daten herangezogen wurden.
5. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde und ordnet diese in Oberkategorien wie Interaktion mit Fachkräften, Autoerotik und Partnerschaft ein.
6. Resümee und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Ergebnisse und gibt Empfehlungen für künftige Forschungsarbeiten und die pflegerische Praxis.
Altenpflege, Sexualität im Alter, Demenz, Heimbewohner, Qualitative Forschung, Narratives Interview, Sexuelle Bedürfnisse, Tabuisierung, Intimsphäre, Pflegekräfte, Partnerschaft, Autoerotik, Zärtlichkeit, Kriegsgeneration, Sexualmoral
Die Arbeit befasst sich mit den sexuellen Bedürfnissen von Menschen, die in Alten- und Pflegeheimen leben, und beleuchtet dabei insbesondere die Perspektive des dort arbeitenden Fachpersonals.
Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung von Zärtlichkeit und Sexualität im hohen Alter, die Rolle der Demenz bei Verhaltensänderungen sowie die Herausforderungen im Bereich der Privatsphäre und professionellen Distanz im Pflegealltag.
Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das oft tabuisierte Thema der Alterssexualität in Heimen zu entwickeln, um daraus Anregungen für eine ganzheitlichere und bedürfnisorientierte Betreuung abzuleiten.
Es handelt sich um eine qualitative Studie, die auf narrativen Interviews mit 20 Fachkräften aus verschiedenen Altenpflegeeinrichtungen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Literaturstudie zu theoretischen Grundlagen, die Beschreibung des eigenen methodischen Vorgehens und die detaillierte Präsentation sowie Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Typische Begriffe für diese Untersuchung sind Altenpflege, Sexualität im Alter, Demenz, qualitative Forschung, Intimsphäre und pflegerische Interaktion.
Laut der Studie führt eine Demenzerkrankung oft zu einer Enthemmung im sexuellen Bereich. Dabei wird betont, dass gerade für Demenzkranke Zärtlichkeit als nonverbale Kommunikationsform zentral bleibt, wenn die sprachliche Ausdrucksfähigkeit schwindet.
Die Studie zeigt, dass viele Fachkräfte überfordert sind. Es besteht eine Diskrepanz zwischen dem Wissen um die Bedürfnisse der Bewohner und dem professionellen Umgang in der Praxis, wobei oft auf Vermeidungsstrategien oder sogar Medikamentengabe zurückgegriffen wird.
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