Hausarbeit, 2011
34 Seiten
I. Einleitung
II. Zur Rezeption der preußischen Königskrönung
1. Hintergründe und Ablauf der Königskrönung
2. Die zeitgenössische Rezeption der Königskrönung
3. Die historiographische Rezeption der Königskrönung
3.1 Die Königskrönung in der Historiographie des 19. Jahrhunderts
3.2 Die Königskrönung in der Historiographie ab 1950
3.2.1 Die erste „Preußenwelle“ um das Jahr 1980
3.2.2 Die zweite „Preußenwelle“ um das Jahr 2000
4. Die Rezeption der Königskrönung in der Erinnerungskultur
4.1 Zum Begriff „Erinnerungsort“
4.2 Die Krönungsjubiläen bis 1800
4.3 Die Krönungsjubiläen 1801–1901
4.4 Die „Preußen-Ausstellung“ 1981 und das „Preußenjahr“ 2001
4.5 Die Königskrönung als Erinnerungsort
III. Fazit
Die Arbeit untersucht die historiographische Rezeption sowie die Bedeutung der preußischen Königskrönung von 1701 in der deutschen Erinnerungskultur vom 19. bis zum 20. Jahrhundert, um Trends in der Bewertung dieses Ereignisses aufzuzeigen und seine heutige Funktion als Erinnerungsort zu analysieren.
3.1 Die Königskrönung in der Historiographie des 19. Jahrhunderts
Schon 1816 bemängelte Franz Christoph Horn in seiner Friedrich-Biographie die negative Tendenz der bisherigen Geschichtsschreibung und ging mit den Kritikern des ersten Preußenkönigs hart ins Gericht. Diese fänden es zwar „vortrefflich, daß Preußen zu einem Königshause geworden“ sei, wollten aber Friedrich das „gebührende Lob“ für diese Leistung nicht zugestehen. Friedrich I. habe zwar eine übersteigerte Leidenschaft für das Zeremonielle besessen, dies sei aber nicht der Grund für sein Streben nach der Königswürde gewesen. Vielmehr habe der Kurfürst in der damaligen politischen Situation die „innere Notwendigkeit eines Königreichs Preußen“ erkannt.
Auch Leopold von Ranke, dem als ein Begründer des Historismus an einer objektiven Geschichtsschreibung gelegen war, zieht in seiner Geschichte Preußens eine positive Bilanz der Regierungszeit Friedrichs und des Krönungsprojekts; die „Denkwürdigkeiten“ Friedrichs II. zitiert er in seinen Ausführungen zum ersten preußischen König mit keinem Wort. Dennoch ist Rankes Darstellung durch eine auffallende Knappheit gekennzeichnet. Friedrichs gesamter Regentschaft widmet er etwa 45 Seiten, auf die Darstellung der Krönungsfeierlichkeiten verzichtet er sogar ganz, da sie „für unser Gefühl, wenn wir davon lesen, etwas Überladenes“ hätten. Lediglich die Selbstkrönung, die „nicht ohne Würde“ gewesen sei, und die nachträglich erfolgte Salbung hebt er eigens hervor.
Nicht alle Historiker des 19. Jahrhunderts blieben mit ihrer Kritik so zurückhaltend. Der Standpunkt des Schriftstellers Adolph Streckfuß, Verfasser einer populären Berliner Stadtgeschichte, geht schon aus der Einleitung seines Kapitels über den ersten preußischen König hervor: „Dem großen Vater folgte in der Regierung der kleine Sohn“. Über zwei Seiten seines Werkes zitiert Streckfuß den Friedrich-Kritiker Gallus, dessen harsches Urteil sie noch zu milde nennt. Die Verpflichtungen, die Friedrich gegenüber Leopold I. einging, seien eine „ungeheure Kaufsumme für einen leeren Titel“ gewesen.
I. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die historiographische Rezeption und die Rolle der preußischen Königskrönung als Erinnerungsort zu untersuchen.
II. Zur Rezeption der preußischen Königskrönung: Dieses Kapitel behandelt die Hintergründe der Königskrönung, ihre zeitgenössische Wahrnehmung sowie ihre historiographische Aufarbeitung und Bedeutung im kulturellen Gedächtnis.
1. Hintergründe und Ablauf der Königskrönung: Das Kapitel beschreibt das Streben Friedrichs I. nach der Königswürde, die diplomatischen Verhandlungen und den Ablauf der feierlichen Krönung in Königsberg.
2. Die zeitgenössische Rezeption der Königskrönung: Hier wird analysiert, wie die Zeitgenossen das Ereignis wahrnahmen, wobei sowohl positive Stimmen als auch die Kritik am prunkvollen Auftreten Friedrichs I. beleuchtet werden.
3. Die historiographische Rezeption der Königskrönung: Dieses Kapitel untersucht, wie Historiker im Laufe der Zeit die Königskrönung und Friedrich I. bewerteten und welche Deutungsmuster dabei vorherrschten.
3.1 Die Königskrönung in der Historiographie des 19. Jahrhunderts: Es wird dargelegt, wie die Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts zwischen kritischen Urteilen und dem Verständnis für die politische Notwendigkeit des Königreichs schwankte.
3.2 Die Königskrönung in der Historiographie ab 1950: Dieser Abschnitt beschreibt die wissenschaftliche Neubewertung der Königskrönung nach 1950, die sich von den negativen Vorurteilen früherer Zeiten löste.
3.2.1 Die erste „Preußenwelle“ um das Jahr 1980: Das Kapitel analysiert die „Wiederentdeckung“ Preußens in der populärwissenschaftlichen Literatur und Forschung gegen Ende der 1970er Jahre.
3.2.2 Die zweite „Preußenwelle“ um das Jahr 2000: Hier wird der Fokus auf das „Preußenjahr“ 2001 gelegt und untersucht, welche neuen Impulse für die Preußen-Rezeption aus diesem Jubiläumsjahr hervorgingen.
4. Die Rezeption der Königskrönung in der Erinnerungskultur: Dieser Teil widmet sich der Frage, wie die Krönung als Erinnerungsort instrumentalisiert und in verschiedenen historischen Kontexten thematisiert wurde.
4.1 Zum Begriff „Erinnerungsort“: Es wird die theoretische Grundlage des Begriffs „Erinnerungsort“ nach Pierre Nora und seine Anwendung auf die preußische Königskrönung erläutert.
4.2 Die Krönungsjubiläen bis 1800: Dieses Kapitel beschreibt die Art und Weise, wie die jährlichen Krönungsjubiläen zu Lebzeiten Friedrichs I. und unter seinen Nachfolgern begangen wurden.
4.3 Die Krönungsjubiläen 1801–1901: Hier wird analysiert, wie die Jubiläen im 19. Jahrhundert genutzt wurden, um politische und identitätsstiftende Botschaften zu vermitteln.
4.4 Die „Preußen-Ausstellung“ 1981 und das „Preußenjahr“ 2001: Das Kapitel untersucht die Ausstellungen und Gedenkveranstaltungen, die im Rahmen der „Preußen-Renaissance“ stattfanden.
4.5 Die Königskrönung als Erinnerungsort: Abschließend wird diskutiert, ob und in welcher Weise die Königskrönung in der heutigen Zeit noch als Erinnerungsort fungieren kann.
III. Fazit: Das Fazit fasst die wechselvolle Geschichte der Rezeption der Königskrönung zusammen und bewertet ihren heutigen Status im kollektiven Gedächtnis.
Königskrönung, Preußen, Friedrich I., Historiographie, Erinnerungskultur, Erinnerungsort, Preußenwelle, Krönungsjubiläen, Friedrich II., Borussische Schule, nationale Identität, Repräsentation, Brandenburg-Preußen, Monarchie, 18. Jahrhundert.
Die Arbeit analysiert die historische und kulturelle Bedeutung der preußischen Königskrönung von 1701 sowie deren Wandel in der Wahrnehmung durch Historiographie und Erinnerungskultur.
Zu den zentralen Themen zählen die Bewertung Friedrichs I. durch Historiker, die Entwicklung der Krönungsjubiläen als politische Rituale und die Entstehung von „Preußenwellen“ in der öffentlichen Wahrnehmung.
Das Hauptziel ist es, die historiographischen Tendenzen und Entwicklungen hinsichtlich der Bewertung der Königskrönung herauszuarbeiten und zu prüfen, inwieweit diese in der Gegenwart noch als Erinnerungsort relevant ist.
Es handelt sich um eine historiographische und kulturwissenschaftliche Analyse, die verschiedene Standardwerke, populäre Darstellungen und Ausstellungsrezensionen diachron untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der historiographischen Rezeption, von der zeitgenössischen Kritik bis zur modernen Forschung, und eine Analyse der Königskrönung als Element der deutschen Erinnerungskultur.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Königskrönung, Preußen, Erinnerungskultur, Historiographie und Friedrich I. charakterisiert.
Viele Historiker des 19. Jahrhunderts übernahmen unreflektiert das negative Friedrich-Bild seines Enkels Friedrich II., der seinen Vorfahren als eitel und verschwenderisch darstellte.
Die Preußenwellen der 1980er und 2000er Jahre führten zu einer verstärkten wissenschaftlichen Auseinandersetzung und einer positiveren Neubewertung, die den diplomatischen Erfolg des Ereignisses stärker hervorhob.
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