Hausarbeit, 2012
21 Seiten
1 Natural Semantic Metalanguage
1.1 Semantic Primes
1.1.1 Das Merkmal der Angeborenheit
1.1.2 Das Merkmal der Universalität
1.2 Zum Nutzen und Erklärungswert der explications
1.2.1 „Exhaustive explications“? Zur Ambiguität und Lückenhaftigkeit der NSM-Definitionen
1.2.2 „Exit from Babel“. Die NSM als Medium des interkulturellen Austauschs
2 Betrachtung ausgewählter primes
2.1 SOME (Quantifier)
2.2 MOVE (Movement)
2.3 NOW/HERE (Time/Space)
2.4 SEE/HEAR (Mental predicates)
Die vorliegende Arbeit untersucht die Theorie der Natural Semantic Metalanguage (NSM) nach Wierzbicka und Goddard kritisch auf ihre theoretischen Grundlagen, ihre praktische Anwendbarkeit und die Validität ihrer semantischen Primzahlen (primes). Das Ziel ist es, Grenzen der Theorie aufzuzeigen und insbesondere den Status neuerer Primes anhand von Fallbeispielen zu hinterfragen.
1.1.1 Das Merkmal der Angeborenheit
Eine wesentliche Grundlage der NSM stellt die Annahme dar, dass fundamentale semantische Konzepte nicht erworben werden müssten, sondern das Verständnis ihrer Bedeutung angeboren, die Bedeutung also „self-explanatory“ sei (Vgl. Wierzbicka 1992: 17). Während die Unbeweisbarkeit der primes als Ausweis ihrer Wissenschaftlichkeit dient, stellt das Kriterium der Angeborenheit ein Axiom dar, das nach dem derzeitigen Stand der Forschung weder be- noch widerlegt werden kann. Einer der größten Schwachpunkte der NSM dürfte daher in der dünnen empirischen Grundlage bestehen, auf der die Vorstellung der „innane basic concepts“ (Wierzbicka 1996: 16) beruht.
Die Existenz angeborener semantischer Konzepte wird angenommen, aber kaum begründet. Abgesehen von einem Verweis auf Bowermans Forschungen zum Sprach- und Bedeutungserwerb, bezieht sich Wierzbicka vor allem auf die sprachphilosophischen Schriften Descartes’, Leibniz’, Wittgensteins und Arnaulds (Vgl. Wierzbicka 1996: 12f.); es sei „compelling logic“ (Goddard 1998a: 57), die eine Existenz semantischer primes nicht nur nahelege, sondern geradezu erfordere.
1 Natural Semantic Metalanguage: Einführung in die Theorie der NSM, ihre Ziele der universellen Metasprache und die methodische Grundlage der semantischen Dekomposition.
1.1 Semantic Primes: Erläuterung des Kerninventars der NSM, ihrer Entwicklung und der Kriterien für ihren Status als undefinierbare Basiseinheiten.
1.1.1 Das Merkmal der Angeborenheit: Kritische Auseinandersetzung mit der Annahme, dass semantische Basiskonzepte angeboren seien, und Hinterfragung der empirischen Belege.
1.1.2 Das Merkmal der Universalität: Analyse der Hypothese, dass die Primes in allen Sprachen der Welt in äquivalenter Form vorhanden sind.
1.2 Zum Nutzen und Erklärungswert der explications: Diskussion über die Validität und praktische Anwendbarkeit der semantischen Umschreibungen innerhalb der NSM-Theorie.
1.2.1 „Exhaustive explications“? Zur Ambiguität und Lückenhaftigkeit der NSM-Definitionen: Analyse der Schwächen bei der Definition komplexer Begriffe und menschlicher Emotionen durch Primes.
1.2.2 „Exit from Babel“. Die NSM als Medium des interkulturellen Austauschs: Untersuchung des Potenzials der NSM, interkulturelle Verständigung durch Sprachvereinfachung zu fördern.
2 Betrachtung ausgewählter primes: Detaillierte Prüfung neuerer oder problematischer Primes auf ihre Einsetzbarkeit und Redundanz.
2.1 SOME (Quantifier): Erörterung der logischen Einordnung und der Möglichkeiten zur Ersetzung durch Konstruktionen mit PART OF.
2.2 MOVE (Movement): Diskussion zur Einführung des Primes MOVE und der Problematik, wie dieses als „ludicrous“ empfundene Umschreibungen vermeiden kann.
2.3 NOW/HERE (Time/Space): Untersuchung der Notwendigkeit dieser Primes zur Vermeidung von Ambiguitäten bei zeitlichen und räumlichen Konstruktionen.
2.4 SEE/HEAR (Mental predicates): kritische Hinterfragung der Annahme, dass diese Primes als angeboren und universell gelten können, auch für Menschen mit sensorischen Einschränkungen.
Natural Semantic Metalanguage, NSM, Wierzbicka, Goddard, Semantic Primes, Semantische Dekomposition, Explication, Angeborenheit, Universalität, Metasprache, Semantik, Sprachphilosophie, Kognitive Linguistik, Bedeutungstheorie, Empirische Linguistik
Die Arbeit analysiert die Theorie der Natural Semantic Metalanguage (NSM) und prüft kritisch deren wissenschaftlichen Anspruch, komplexe menschliche Konzepte auf ein Set universeller, angeborener semantischer Primes zurückzuführen.
Die zentralen Themen sind die theoretischen Säulen der NSM (Angeborenheit und Universalität), die methodische Qualität der semantischen Umschreibungen (explications) sowie die Validität einzelner semantischer Primes.
Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der NSM aufzuzeigen, bestehende Schwachstellen in der Argumentation zu identifizieren und den Nutzen der Theorie für die Sprachwissenschaft kritisch zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und eine evaluative Untersuchung, bei der die NSM-Theorie anhand von Fallbeispielen und existierender Forschungsliteratur dekonstruiert und auf ihre logische Konsistenz hin geprüft wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der NSM und die kritische Betrachtung ausgewählter Primes wie SOME, MOVE, NOW/HERE und SEE/HEAR anhand konkreter Definitionsprobleme.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Natural Semantic Metalanguage, semantische Primes, universelle Metasprache, Bedeutungstheorie und semantische Dekomposition beschreiben.
Der Autor zeigt sich skeptisch und weist auf eine Lückenhaftigkeit und Ambiguität hin, besonders bei der Definition komplexer Emotionen, was dazu führt, dass der Anspruch der vollständigen Umschreibbarkeit oft nicht eingelöst wird.
Toki Pona dient dem Autor als ein Vergleichsbeispiel für ein System mit radikal reduziertem Wortschatz, um Gemeinsamkeiten und methodische Parallelen zur NSM bei der Suche nach einer simplifizierten, konstruktiven Sprache zu illustrieren.
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