Bachelorarbeit, 2011
57 Seiten, Note: 1,0
EINLEITUNG
I – GRUSEL
1. DER ZOMBIE IM KLASSISCHEN HORRORFILM
1.1 Frühformen des Untoten im Film
1.2 Seabrooks Magic Island (1928) und White Zombie (1932)
1.3 White Zombie: Narration und Ästhetik
1.3.1 I walked with a Zombie
1.4 Konzeption des Zombie-Motivs in White Zombie und I walked with a Zombie
1.5 Der Voodoo-Zombie in Hollywood
II TERROR
2. UNTOTE IN NEW HOLLYWOOD - DIE FILME VON GEORGE A. ROMERO
2.1 Narration und Ästhetik in Night of the living Dead
2.2 George Romeros Dawn of the Dead – Zombies und Konsumkritik
2.3 Das Motiv des Untoten bei Romero
III VIDEOSPIEL
3. DER ZOMBIE IN DER POPULÄRKULTUR
3.1 Tanzende Untote – Zombies im Musikvideo
3.2 Kunst vs. Kommerz: Return of the living Dead und Day of the Dead
3.3 Untote im Videospiel oder: Der Zombie als Ziel
3.4 Der Zombie im populären amerikanischen Unterhaltungsfilm
4. FAZIT UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und mediale Transformation der Zombie-Figur im amerikanischen Horrorfilm, vom voodoo-basierten „klassischen“ Zombie der 1930er und 40er Jahre bis hin zum modernen, im Videospiel und populären Kino verankerten Subjekt.
1.3 White Zombie: Narration und Ästhetik
White Zombie stellt zwar durch die Etablierung eines neuen Filmmonsters eine Innovation im, zu dieser Zeit von Figuren und Topoi des Schauerromans dominierten, amerikanischen Horrorgenre der 1930er Jahre dar, kann jedoch durch die Übernahme von populären narrativen und ästhetischen Strukturen des klassischen Horrorfilms dennoch als Vertreter dieses klassischen amerikanischen Horrorfilms angesehen werden, obwohl die Figur des Zombies (bzw. ihre literarische Aufbereitung in der westlichen Kultur) eben nicht der Schauerliteratur des 18. bzw. 19. Jahrhundert verhaftet ist.
Dem Narrationsmodell von Andrew Tudor zufolge, kann White Zombie dem Komplex der „closed knowledge narrative“ zugeordnet werden, einer narrativen Strategie, die, so Tudor, in fast einem Drittel der amerikanischen Horrorfilme zwischen 1930 und 1960 verwendet wurde, besonders populäres Beispiel ist James Whales Frankestein (1931). White Zombie bedient sich dieses klassischen Musters, indem ein generelles Oppositionsverhältnis verschiedener Elemente etabliert wird: Leben/Tod, bekannt/unbekannt, real/übernatürlich, menschlich/unmenschlich und normal/anormal nennt Tudor als wichtigste Gegensatzpaare im Horrorgenre. Typischerweise wird dieses Verhältnis unter Einwirkung eines Wissenschaftlers (der „mad scientist“, siehe Dr. Frankenstein) oder Zauberers (hier: Murder Legendre) gestört und es kommt zu einer Bedrohung des Bekannten, Realen und Normalen: Die bekannte Ordnung wird in einen Zustand der Unordnung versetzt und das System mitsamt seiner konstituierenden Werte bedroht. Schließlich wird das ursprüngliche System von dem Helden des Films aber wieder hergestellt indem, das System bedrohende Figur (sei es Monster, Wissenschaftler oder wie bei White Zombie, ein Zauberer) ausgelöscht oder die Flucht geschlagen wird.
Die, vom Festland abgetrennte und von einer scheinbar primitiven und gleichzeitig exotischen Kultur besiedelten Insel (Haiti) in White Zombie dient als geeignete örtliche Grundlage für die Konstruktion eines fremden und bedrohlichen Ortes, der ja schon zu Beginn des Films als solcher eingeführt wird: Nachdem die sukzessiven Einblendungen der Titel-Credits durch einzelne Trommelschläge („jungle drums“) unterlegt werden, sehen Zuschauer und Protagonisten (Neill und Madeleine) sogleich ein nächtliches Tanzritual der Einheimischen, von den Bergen wankende Zombies und die, durch Mehrfachbelichtung überblendeten, bedrohlich leuchtenden Augen des Bösewichts Legendre. So wird bereits in den ersten Minuten des Films eine Stimmung etabliert, die durch exotische Fremdheit, Dunkelheit und die geheimnisvolle und Unheil verkündende Aura Legendres gekennzeichnet ist und ihn sogleich als Bösewicht des Films einführt.
1. DER ZOMBIE IM KLASSISCHEN HORRORFILM: Beleuchtet die Ursprünge der Zombie-Figur als koloniales Konstrukt im frühen amerikanischen Kino unter dem Einfluss von Voodoo-Mythen und ethnographischen Reiseberichten.
2. UNTOTE IN NEW HOLLYWOOD - DIE FILME VON GEORGE A. ROMERO: Analysiert den radikalen Wandel des Zombie-Motivs bei Romero, der den Untoten zur Metapher für gesellschaftlichen Zerfall und systemkritische Konsumthemen umdeutete.
3. DER ZOMBIE IN DER POPULÄRKULTUR: Untersucht die zunehmende Kommerzialisierung und mediale Hybridisierung des Zombie-Genres durch Einflüsse von Musikvideos, Splatter-Ästhetik und Videospielen.
4. FAZIT UND AUSBLICK: Fasst zusammen, wie das Zombie-Motiv von einem subversiven, gesellschaftskritischen Symbol zunehmend in eine konventionelle, konsumorientierte Unterhaltungsform transformiert wurde.
Zombie, Horrorfilm, George A. Romero, Voodoo, New Hollywood, Konsumkritik, Untote, Videospiel, Kulturwissenschaft, Splatter, Medialität, Filmgeschichte, amerikanisches Kino, Narration, Schauerroman
Die Arbeit analysiert die historische und inhaltliche Transformation der Zombie-Figur im amerikanischen Film, vom exotisierten Voodoo-Produkt hin zu einer zentralen Metapher moderner gesellschaftlicher Krisen.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung von Genre-Konventionen, die Auswirkungen politischer und ökonomischer Rahmenbedingungen auf die Filmindustrie und die mediale Darstellung des „Anderen“.
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Zombie-Figur aufzuzeigen und zu analysieren, wie sich das Motiv im Verlauf der Filmgeschichte (1930er bis 2011) gewandelt hat.
Die Arbeit nutzt eine chronologisch-analytische Methode, welche die filmästhetische Untersuchung mit soziokulturellen und historischen Kontextualisierungen verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des klassischen Voodoo-Zombies, die Transformation durch George A. Romero in der New-Hollywood-Ära und die kommerzielle Vereinnahmung des Motivs durch Videospiele und modernes Unterhaltungskino.
Zu den zentralen Begriffen zählen Zombie, Horrorfilm, Medialität, Konsumkritik, New Hollywood und die kulturelle Konstruktion von Fremdheit.
Der Hays Code und der damit verbundene Wegfall der Zensur schufen neue Freiräume für Filmemacher, was Romero und seine Generation nutzten, um radikalere und unkonventionellere Bilder des Schreckens zu etablieren.
Haiti fungiert als „exotischer Ort“, der durch koloniale Projektionen als Basis für ein fremdes und bedrohliches Unheimliches dient, um das „Eigene“ (die westliche Ordnung) abzugrenzen.
Bei Romero spiegelt der Zombie den unstillbaren, triebhaften Hunger wider, was er als direkte Analogie zur kapitalistischen Konsumgesellschaft und den Verlust menschlicher Werte deutet.
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