Seminararbeit, 2012
25 Seiten
1. Einführung in die Thematik
2. George A. Romero – Der «König der Zombies»
2.1 Kurzer Abriss Romeros Biografie
2.2 Filmografie
3. Der Film Night of the Living Dead (1968)
3.1 Kurzer Abriss der Filmhandlung
3.2 Die Zombies in Night of the Living Dead
4. Analyse von Night of the Living Dead
4.1 Die Sixties in den USA (kurzer Überblick)
4.2 Die US-amerikanische Gesellschaft während den «68er-Jahren»
4.3 Das durch Night of the Living Dead (re-) präsentierte Gesellschaftsbild
4.3.1 Die Banalität des Schreckens
4.3.2 Die «silent majority» und der American Dream
4.3.3 Aus- und Tabu-Brüche der «68-Jahre»
4.4 Romeros Intentionen in Night of the Living Dead
5. Fazit und Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht das in George A. Romeros Horror-Klassiker „Night of the Living Dead“ (1968) vermittelte Gesellschaftsbild der 1960er-Jahre. Dabei wird analysiert, inwieweit der Film soziologische und politische Diskurse der damaligen Zeit – etwa Rassismus, den Vietnamkrieg oder den amerikanischen Traum – aufgreift und wie sich die persönlichen Intentionen des Regisseurs zu der oft vorgenommenen filmwissenschaftlichen Interpretation verhalten.
4.3.3 Aus- und Tabu-Brüche der «68-Jahre»
Während Barbara zu Beginn des Films die Hauptfigur zu sein scheint, verändert sich dieses Bild mit dem Einschreiten Bens abrupt: Er ist es, der Barbara vor einem ins Haus eindringenden Zombie rettet, er verbarrikadiert das Haus gegen die Zombies und er übernimmt die führende Rolle im Fluchtplan der sieben im Haus Festsitzenden – das brisante daran ist: Ben ist dunkelhäutig – und entspricht damit so gar nicht einer Filmhauptfigur der «68er-Jahre». Auch seine (z.T. gezwungenermassen ausgeübten) Gewalttaten gegen Weisse waren etwas, was man zu der Zeit von Schwarzen nicht kannte (beispielsweise das Erschiessen von weissen Zombies, das Schlagen der weissen Barbara, das Anschiessen des weissen Harry). So erklärt Witte in seinem Text:
«Die Figur des Ben […] zeichnet sich durch eine Besonderheit aus, die im amerikanischen Kino der 60er Jahre noch ein relatives Novum war: die Hauptfigur des Films ist ein Afroamerikaner. Geradezu als Tabubruch muss jedoch gegolten haben, dass ein farbiger Protagonist Weisse tötet, auch wenn sie bereits zombifiziert waren. […] Für afroamerikanische Zuschauer Ende der 60er Jahre muss Bens aggressive Gegenwehr gegen gewaltsame Weisse als entscheidender Bruch mit gängigen Rasseklischees gegolten haben; aber auch für Zuschauer, die sich nicht mit Bens Aktionen, die eine rassische Frustration implizieren, identifizieren konnten, bot die Figur des Ben genügend Raum für Identifikation, zumal sie direkte und pragmatische Gegenwehr und Aufbegehren verkörperte.»
Dillard schreibt Ben – neben der grössten mentalen Stärke – übrigens auch die grösste Intelligenz zu: «Ben, the black ‚hero‘, is a working man […] the most intellingent of the people in the house».
1. Einführung in die Thematik: Vorstellung von George A. Romero als prägenden Horror-Regisseur und Einführung in die Fragestellung nach dem Gesellschaftsbild in „Night of the Living Dead“.
2. George A. Romero – Der «König der Zombies»: Kurzer biografischer Abriss des Regisseurs und Auflistung seiner Filmografie.
3. Der Film Night of the Living Dead (1968): Zusammenfassung der Filmhandlung sowie theoretische Einordnung der Zombies im modernen Horrorfilm.
4. Analyse von Night of the Living Dead: Detaillierte Untersuchung des politischen und soziologischen Kontextes der Sixties sowie Analyse der filmischen Umsetzung gesellschaftlicher Themen.
5. Fazit und Schlusswort: Zusammenführende Betrachtung der Analyseergebnisse und kritische Einordnung der intendierten versus der interpretierten Gesellschaftskritik.
George A. Romero, Night of the Living Dead, Horrorfilm, Zombies, Sixties, USA, Gesellschaftsbild, Rassismus, 68er-Jahre, Filmkritik, American Dream, Vietnamkrieg, Politikkritik, Filmgeschichte, Tabubruch
Die Arbeit analysiert, wie der Horrorfilm „Night of the Living Dead“ von 1968 gesellschaftliche und politische Spannungsfelder der US-amerikanischen Sixties-Ära widerspiegelt.
Zu den Schwerpunkten zählen die Darstellung der US-Mittelschicht, der Umgang mit Rassismus, die Rolle des amerikanischen Traums sowie die Einbettung der damaligen politischen Unruhen in ein Horror-Genre.
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie die US-Gesellschaft jener Zeit in Romeros Film repräsentiert wird und ob diese Repräsentation eine bewusste politische Absicht verfolgt oder zufällige gesellschaftliche Stimmungen einfängt.
Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Analyse, die den Film vor dem Hintergrund historischer Quellen und soziologischer Fachliteratur interpretiert sowie durch Interviewaussagen des Regisseurs ergänzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der 60er-Jahre, eine detaillierte Filmanalyse unter Gender- und Rasse-Aspekten sowie eine Untersuchung der Intentionen des Regisseurs.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zombiefilm, Gesellschaftskritik, Rassismus, American Dream, 68er-Jahre und filmische Allegorie beschreiben.
Die Wahl eines Afroamerikaners als zentraler, intellektueller und handelnder Protagonist war im Kontext des US-Kinos der späten 60er-Jahre ein Novum, da er als schwarzer Held weisse Figuren (auch zombifizierte) tötete.
Romero relativiert die bewusste politische Intention in Interviews häufig; viele der als gesellschaftskritisch interpretierten Elemente seien eher durch Zufälle, persönliche Frustrationen oder aktuelle Tagesereignisse während der Produktion entstanden.
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