Diplomarbeit, 2004
128 Seiten, Note: 1
0. Vorwort
1. Einleitung
2. Das Gailtal
2.1. Die Gebirgslandschaft des Gailtals
2.2. Klimatische Bedingungen
2.3. Historische Fakten
2.4. Die Gemeinden
2.4.1. Die Marktgemeinde Kötschach-Mauthen
2.4.2. Die Gemeinde Dellach
2.4.3. Die Marktgemeinde Kirchbach
2.4.4. Die Gemeinde Gitschtal
2.4.5. Die Stadtgemeinde Hermagor-Presseggersee
2.4.6. Die Gemeinde St. Stefan im Gailtal
2.4.7. Die Marktgemeinde Nötsch
2.4.8. Die Gemeinde Feistritz
2.4.9. Die Gemeinde Hohenthurn
2.4.10. Die Marktgemeinde Arnoldstein
3. Traditionelles Volksbrauchtum
3.1. Das Kärntnerlied im Gailtal
3.2. Die Gailtaler Tracht
3.3. Der Volkstanz
4. Jahreszeitliches Brauchtum
4.1. Dreikönigsbräuche
4.1.1. Dreikönigsspiele im Gailtal
4.1.2. Die Pehtra baba, Frau Percht oder Percht
4.1.3. Das Perchtenjagen
4.2. Unterhaltsame Bräuche im Fasching
4.2.1. Das Schimmelreiten
4.2.2. Das Blochziehen
4.3. Häufige Sitten und Bräuche der Osterzeit
4.3.1. Palmsonntag
4.3.2. Gründonnerstag
4.3.3. Karfreitag
4.3.5. Ostersonntag
4.4. Das Georgijagen im unteren Gailtal
4.5. Pfingstbräuche
4.5.1. Das Kufenstechen und der Lindentanz
4.5.2. Andere Sitten und Bräuche aus dem Gailtal
4.6. Zur Sommerzeit
4.6.1. Sonnwendfeiern im Gailtal
4.6.2. Sommerzeit ist Kirchtagszeit
4.7. Sitten und Bräuche von Herbst bis Winter
4.7.1. Der Herbst
4.7.2. Die Adventzeit
4.7.2.1. Die hl. Barbara
4.7.2.2. Der hl. Nikolaus
4.7.2.3. Die hl. Lucia
4.7.2.4. Thomasnacht
4.7.3. Die Weihnachtsfeiertage
4.7.3. Wenn das Jahr sich dem Ende zuneigt
4.8. St. Lorenzen im Gitschtal als Beispiel eigenständigen Brauchtums
4.8.1. "Schibele-Scheibele" oder Scheibenschlagen
4.8.2. Glunggern
4.8.3. Neujahrswünsche
5. Brauchtum im Lebenslauf des Menschen
5.1. Die Geburt
5.2. Die Gailtaler-Hochzeit
5.2.1. Die Brauteltern
5.2.2. Der Hochzeitslader
5.2.3. Die Mitgift
5.2.4. Der Abschied vom Elternhaus
5.2.5. Die erste Zeit des frisch gebackenen Hochzeitspaares
5.3. Wenn ein Mensch aus dem Leben scheidet
6. Neuartige Bräuche zur Belebung der Wirtschaft
6.1. Das Gailtaler Speckfest
6.2. Das Käsefestival in Kötschach-Mauthen
6.3. Das Polentafest in Nötsch
7. Die anthropologische und religionspädagogische Dimension des Brauchtums
7.1. Bräuche festigen die Gemeinschaft
7.2. Bräuche als Mittel zur Identitätsbildung
7.3. Bräuche ordnen das alltägliche Leben, die Zeit und den Raum
8. Brauchtum im Unterricht
8.1. Brauchtum im Lehrplan der Volksschule
8.2. Didaktischer Aufbau und mögliche Arbeitsweisen
8.3. Mögliche praktische Umsetzung
9. Haben die Bräuche in der heutigen Zeit ihre Relevanz für den Einzelnen verloren?
9.1. Forschungsergebnisse der Befragung der Kinder
9.2. Forschungsergebnisse der Befragung der Jugendlichen
9.3. Forschungsergebnisse der Befragung der Erwachsenen
9.4. Vergleich und Zusammenfassung der Ergebnisse
10. Zusammenfassung
11. Literatur- und Bildnachweis
Die Diplomarbeit untersucht das jahreszeitliche Brauchtum im Gailtal und analysiert, ob diese Traditionen in der modernen Gesellschaft ihre Relevanz für den Einzelnen verloren haben. Dabei steht insbesondere die religionspädagogische und didaktische Vermittlung dieser Bräuche im Grundschulunterricht im Fokus, um kulturelle Identität und Gemeinschaftsbildung zu stärken.
3.2. Die Gailtaler Tracht
Trachten symbolisieren Gemeinschaft und stärken die Zusammengehörigkeit. Sie sind von Tal zu Tal unterschiedlich. So erkennt man, aus welcher Region jemand kommt. Trachten werten die Festlichkeiten durch ihre Erscheinung auf. Vor allem die Trachtenkleider der Frauen stechen optisch hervor, während die der Männer weniger auffallend sind. Grundsätzlich unterscheidet man im Gailtal zwei Trachten.
Die Obergailtaler Festtracht entwickelte sich nach dem 2. Weltkrieg aus dem Gailtaler Dirndlkleid. Der Rock ist aus dunklem Wollbrokat. Der Arm- und Halsausschnitt des Schnürleibchens ist mit einem schwarzen, etwa 2 cm breiten Samtband eingefasst. Der Latz ist meistens schwarz mit grünen Paspelungen. Geschnürt wird das Leibchen meist durch 12 Miederhaken. Der obere Rand des Latzes ist mit Goldspitzen verziert. Die Bluse hat am Hals schmale und an den Ärmeln breite Spitzen.
0. Vorwort: Die Autorin erläutert ihre Motivation, sich mit dem Brauchtum ihres Heimattals Gailtal auseinanderzusetzen, und stellt ihre zentrale Forschungsfrage nach der Relevanz von Bräuchen in der heutigen Zeit.
1. Einleitung: Es werden grundlegende Definitionen zum Begriff "Brauchtum" gegeben und dessen soziale sowie religiöse Bedeutung für die Gemeinschaft im ländlichen Raum hervorgehoben.
2. Das Gailtal: Dieses Kapitel bietet einen geographischen, klimatischen und historischen Überblick über das Gailtal und stellt die zehn Gemeinden der Region detailliert vor.
3. Traditionelles Volksbrauchtum: Hier werden die Kernelemente der Gailtaler Identität beschrieben, namentlich das Kärntnerlied, die verschiedenen Gailtaler Trachten und die Tanzkultur.
4. Jahreszeitliches Brauchtum: Ein umfassender Hauptteil, der die Bräuche vom Dreikönigsfest über den Fasching, Ostern und Pfingsten bis hin zu den Sitten des Herbstes und Winters chronologisch auflistet.
5. Brauchtum im Lebenslauf des Menschen: Dieses Kapitel beleuchtet Riten und Traditionen rund um Geburt, Hochzeit und Tod, die den Menschen in seinen wichtigsten Lebensphasen begleiten.
6. Neuartige Bräuche zur Belebung der Wirtschaft: Es wird analysiert, wie moderne, kommerzielle Feste wie das Speckfest, Käsefestival oder Polentafest zur Tourismusförderung und Wirtschaftskraft der Region beitragen.
7. Die anthropologische und religionspädagogische Dimension des Brauchtums: Die Autorin erörtert die soziale Funktion von Bräuchen als Identitätsstifter und ihre Bedeutung für den Glauben sowie die Gemeinschaft.
8. Brauchtum im Unterricht: Dieser didaktische Teil zeigt auf, wie Lehrkräfte das Brauchtum im Lehrplan der Volksschule integrieren und welche praktischen Arbeitsweisen im Unterricht möglich sind.
9. Haben die Bräuche in der heutigen Zeit ihre Relevanz für den Einzelnen verloren?: Der empirische Teil präsentiert die Ergebnisse von Befragungen unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zur aktuellen Wahrnehmung und Bedeutung von Bräuchen.
10. Zusammenfassung: Die Autorin zieht ein Fazit über die Bedeutung des Gailtaler Brauchtums und betont, dass Traditionen trotz des modernen Wandels weiterhin essenziell für die kulturelle Identität bleiben.
11. Literatur- und Bildnachweis: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und Bildbelege zur Diplomarbeit.
Gailtal, Brauchtum, Tradition, Volkskultur, Kärntnerlied, Gailtaler Tracht, Jahreszeitliche Bräuche, Religionspädagogik, Volksschule, Identitätsbildung, Heimatkunde, Kufenstechen, Blochziehen, Wirtschaftsfaktor, Gemeinschaft.
Die Arbeit befasst sich mit dem Brauchtum im Gailtal, einer Region in Kärnten. Sie beleuchtet die historische Entwicklung und heutige Ausübung regionaler Traditionen und untersucht deren Stellenwert im Leben der Menschen.
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf dem jahreszeitlichen Brauchtum, den Bräuchen im Lebenslauf, der Bedeutung von Trachten und Musik sowie der Frage, wie Traditionen wirtschaftlich zur Regionalentwicklung beitragen.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: "Haben die Bräuche in der heutigen Zeit ihre Relevanz für den Einzelnen verloren?"
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie eine empirische Untersuchung in Form von Fragebögen, die sie unter Schulkindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Gailtal durchgeführt hat.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte geografische Beschreibung des Gailtals, eine umfassende Aufarbeitung des jahreszeitlichen Brauchtums, eine Untersuchung von Riten im Lebenslauf und die pädagogische Aufbereitung des Themas für den Grundschulunterricht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gailtal, Brauchtum, Identität, Volkskultur, Religionspädagogik, Tracht, Tradition und regionaler Tourismus charakterisiert.
Das Gitschtal wird als Beispiel für eine Region mit eigenständigem Brauchtum angeführt, insbesondere für Bräuche wie das Scheibenschlagen und das "Glunggern", die dort besonders gepflegt wurden.
Die Untersuchung zeigt, dass im ländlichen Raum das Brauchtum stärker mit Tradition und Verständnis für die Hintergründe verbunden ist, während in städtischen Gebieten der Fokus bei Festen oft stärker auf der wirtschaftlichen Komponente und dem Konsum liegt.
Die Autorin schlägt methodische Ansätze wie Lehrausgänge, das Einbeziehen von Zeitzeugen (Großeltern), kreatives Gestalten (Anziehpuppen, Masken basteln) und die Einbindung in den Sach- und Religionsunterricht vor.
Sie beschreibt das Kufenstechen als einen der bedeutendsten Bräuche des Gailtals, der tief in der Pferdezucht verwurzelt ist, und analysiert verschiedene Theorien zu seinem Ursprung – vom slawischen Baumkult bis hin zu mittelalterlichen Ritterspielen.
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