Diplomarbeit, 2003
100 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Wertvorstellungen im Wandel – Notwendigkeit zur unternehmerischen Neuorientierung
2.1 Von der Industrie- zur Informationsgesellschaft – Die Herleitung des gesellschaftlichen Wandlungsprozesses
2.2 Bedeutung für die Unternehmung
3 Das Prinzip der wertorientierten Banksteuerung
3.1 Definition und Ziel der wertorientierten Banksteuerung
3.2 Objekt der wertorientierten Steuerung – Der Unternehmenswert der Kreditinstitute
3.2.1 Die interessenmonistisch-monetäre Wertauslegung
3.2.2 Die erweiterte, interessenpluralistische Wertdiskussion
3.3 Prozesse der wertorientierten Banksteuerung
4 Stakeholder Management
4.1 Das Stakeholder Konzept – Ein Analyseinstrument
4.1.1 Darstellung des Stakeholder Konzepts
4.1.2 Shareholder Value – Gegensatz oder Ergänzung
4.1.3 Die unterschiedlichen Auslegungen des Stakeholder Value
4.2 Repräsentative Identifikation bestimmter, strategischer Anspruchsgruppen für Kreditgenossenschaften
4.2.1 Vorstand
4.2.2 Mitarbeiter
4.2.3 Kunden
4.2.4 Mitglieder
4.2.5 Verbundpartner
4.3 Das Beziehungsnetzwerk der Stakeholder
4.4 Strategische Wertsteigerungsansätze für Kreditgenossenschaften
4.4.1 Erzeugung eines Member Value
4.4.2 Relationship-Banking
4.4.3 Human Resource Management
5 Institutsgruppenspezifische Beurteilung des Stakeholder Konzepts
6 Schlussbetrachtung
Ziel dieser Arbeit ist es, das Stakeholder-Konzept auf Kreditgenossenschaften zu übertragen, um eine wertorientierte Neuorientierung unter Berücksichtigung komplexer Beziehungsnetzwerke zu ermöglichen und den ökonomischen Erfolg strategisch zu sichern.
4.2.2 Mitarbeiter
Um die Mitarbeiter als strategische Anspruchsgruppe für Kreditgenossenschaften zu identifizieren, bedarf es einer genaueren Betrachtung der bankbetrieblichen Wertschöpfung. Da es sich im Leistungsprozess der Banken nicht um die Produktion physischer Güter handelt, sind die Produkte von entsprechender Abstraktheit und Immaterialität gekennzeichnet. Die Erbringung von Dienstleistungen in Form von Beratung und Verwaltung ist somit wesentliches Element des bankbetrieblichen Wertschöpfungsprozesses. Legt man die Tatsache zugrunde, dass es sich um den Umgang mit Geld handelt, dann lässt sich die Bankdienstleistung außerdem als besonders erklärungsbedürftig und vertrauensempfindlich klassifizieren.
Die Dienstleistung als solche lässt sich mit Hilfe unterschiedlicher Betrachtungsweisen definieren. Bei einer phasenorientierten Begriffsauslegung können potential-, prozess- und ergebnisorientierte Wesensmerkmale der Dienstleistung unterscheiden werden. Im Rahmen dieser Analyse soll lediglich die potentialorientierte Definition Anwendung finden. Demnach ist die Dienstleistung im Sinne von Fähigkeit und Bereitschaft des Dienstleistungsanbieters zur Erbringung einer Leistung zu verstehen. Die Dienstleistung selbst stellt ein Leistungsversprechen dar, das aufgrund der geistigen Fähigkeiten des Dienstleistungsanbieters (z.B. Fachwissen der Mitarbeiter einer Bank) und dessen Bereitschaft zur Leistung (z.B. durch Motivation, Einstellung und Verhalten der Mitarbeiter) gegeben wird.
Diese Definition bringt bereits die Wesentlichkeit der Mitarbeiter als Träger des Potentials (Fähigkeiten und Bereitschaft) im bankbetrieblichen Wertschöpfungsprozess zum Ausdruck. Wird das Personal der Bank hingegen nur als Kostenfaktor betrachtet, geht dies oft mit der Annahme einher, Arbeit sei eine vom Mitarbeiter losgelöste, frei verfügbare Ware, die bei Bedarf jederzeit wiederbeschafft und bei Überhängen jederzeit freigesetzt werden kann.
1 Einleitung: Beschreibt die Problemstellung des Kosten- und Wettbewerbsdrucks in der Bankenbranche und definiert das Ziel der Arbeit, das Stakeholder-Konzept für Kreditgenossenschaften nutzbar zu machen.
2 Wertvorstellungen im Wandel – Notwendigkeit zur unternehmerischen Neuorientierung: Analysiert den gesellschaftlichen Strukturwandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft und die daraus resultierenden Konsequenzen für Unternehmen.
3 Das Prinzip der wertorientierten Banksteuerung: Erläutert die theoretischen Grundlagen der wertorientierten Unternehmensführung und deren Prozessgestaltung in Kreditinstituten.
4 Stakeholder Management: Detaillierte Untersuchung des Stakeholder-Konzepts, der Identifikation relevanter Anspruchsgruppen und der Strategien zur Wertsteigerung für Kreditgenossenschaften.
5 Institutsgruppenspezifische Beurteilung des Stakeholder Konzepts: Bewertet die Anwendbarkeit des Stakeholder-Managements speziell für den Organisationstyp der Genossenschaftsbank.
6 Schlussbetrachtung: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, traditionelle genossenschaftliche Werte mit modernen Steuerungskonzepten zu verknüpfen.
Stakeholder Management, Kreditgenossenschaften, wertorientierte Banksteuerung, Unternehmenswert, strategische Anspruchsgruppen, Relationship Banking, Human Resource Management, Member Value, Dienstleistungsqualität, Wissensmanagement, Werttreiber, Genossenschaftsbank, Wettbewerbsvorteil, Interessenpluralismus, Bankenmanagement.
Die Arbeit untersucht, wie Kreditgenossenschaften unter dem Druck des sich wandelnden wirtschaftlichen Umfelds mittels eines strategischen Stakeholder-Managements ihren langfristigen ökonomischen Erfolg sichern können.
Die Schwerpunkte liegen auf der wertorientierten Banksteuerung, der Identifikation strategischer Anspruchsgruppen (wie Vorstand, Mitarbeiter, Kunden und Mitglieder) sowie der Implementierung spezifischer Wertsteigerungsansätze.
Das primäre Ziel ist es, den betriebswirtschaftlich bekannten Stakeholder-Ansatz auf den spezifischen Organisationstyp der Kreditgenossenschaft zu übertragen und eine methodische Unterstützung für deren strategische Neuorientierung zu bieten.
Der Autor nutzt eine systematische Analyse betriebswirtschaftlicher Theorien, insbesondere des Stakeholder-Konzepts, und verknüpft diese mit dem spezifischen genossenschaftlichen Förderauftrag.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Herleitung der Stakeholder-Theorie, die Identifikation kritischer Anspruchsgruppen innerhalb von Kreditgenossenschaften und die Ableitung konkreter Strategien zur Nutzensteigerung für diese Gruppen.
Wichtige Begriffe sind Stakeholder Management, Kreditgenossenschaften, Wertorientierte Steuerung, Relationship Banking, Human Resource Management und Member Value.
Die Unterscheidung ist entscheidend, da Kreditgenossenschaften aufgrund ihres Förderauftrags nicht rein auf eine kurzfristige Gewinnmaximierung für Eigentümer ausgerichtet sind, sondern einen Interessenausgleich verschiedener Anspruchsgruppen benötigen.
Relationship Banking ist ein zentrales Instrument zur Erzeugung von Kundenzufriedenheit und Kundenloyalität, indem es auf persönlicher Nähe und vertiefter Kenntnis der Kundenbedürfnisse basiert.
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