Bachelorarbeit, 2011
59 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
1. Einleitung
2. Krankheiten, Therapiemaßnahmen und medikale Konzepte der frühen Neuzeit
2.1. Individuelle Krankheiten und Epidemien
2.2. Therapiemaßnahmen
2.3. Humoralpathologie
2.4. Konzept mobiler Krankheitsmaterie
2.5. Diätetik
3. Die Korrespondenzen der Elisabeth Charlotte von Orléans
3.1. Elisabeth Charlotte von Orléans: Leben und Bedeutung
3.2. Individuelle Krankheiten und Epidemien
3.3. Therapiemaßnahmen
3.4. Humoralpathologie
3.5. Konzept mobiler Krankheitsmaterie
3.6. Diätetik
4. Die Tagebücher des Samuel Pepys
4.1. Samuel Pepys: Leben und Bedeutung
4.2. Individuelle Krankheiten und Epidemien
4.3. Therapiemaßnahmen
4.4. Humoralpathologie
4.5. Konzept mobiler Krankheitsmaterie
4.6. Diätetik
5. Komparatistische Analyse der Selbstzeugnisse
5.1. Krankheiten, Epidemien und Therapiemaßnahmen
5.2. Humoralpathologie, Krankheitsmaterie und Diätetik
6. Zusammenfassung und Ausblick
6.1. Zusammenfassung
6.2. Ausblick
Diese Forschungsarbeit untersucht das medizinische Wissen und die Krankheitswahrnehmung von Laien im frühneuzeitlichen Europa anhand persönlicher Aufzeichnungen. Das zentrale Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit die Herzogin Elisabeth Charlotte von Orléans und der Tagebuchschreiber Samuel Pepys mit den vorherrschenden medikalen Konzepten ihrer Zeit vertraut waren und wie sie diese auf ihren eigenen Alltag und ihre Gesundheit bezogen.
2.4. Konzept mobiler Krankheitsmaterie
Die Vorstellung mobiler Krankheitsmaterie, die im Organismus kursierte, setzte sich in der frühen Neuzeit neben der Humoralpathologie zunehmend durch. Dieses Konzept bot allerdings bereits seit der Antike ein Erklärungsmodell für die Ausbreitung von Epidemien. Hierbei drangen „Miasmen“ und „Kontagien“ von außen in den Körper ein und lagerten sich in Körperteilen und Organen ab, wo sie Beschwerden und Krankheiten verursachten. Dabei wird deutlich, dass dieses Konzept ebenso organübergreifend arbeitete, wie die Vier-Säfte-Lehre. Allerdings trat die Bedeutung des Verhältnisses der Säfte zueinander, zugunsten der Funktion dieser Säfte als Träger der schädlichen und giftigen Stoffe, in den Hintergrund. Anhänger der Kontagionentheorie betonten die Ansteckung („contagion“) von Mensch zu Mensch über Stoffe, Berührungen und Gegenstände an denen Krankheitsmaterie haftete, aber auch die mögliche Übertragung durch Atem und Ausdünstungen bereits Erkrankter.
In diesem letzten Aspekt der infizierenden Übertragung ist dieses Modell nicht eindeutig von der Miasmentheorie zu trennen. Denn hierbei verunreinigten und verdarben Miasmen, die sich in Sümpfen, stehenden Gewässern, verrottetem Obst und Gemüse, menschlichen und tierischen Exkrementen sowie Kadavern befanden, die Luft, indem sie sich mit ihr vermischten. Dies wurde von unheilvollen Planetenkonstellationen, dem Klima und der Windrichtung begünstigt. Die so infizierte Luft wurde von den Menschen eingeatmet und ließ sie erkranken. Da beide Theorien die Bedeutung der Säfte betonten, ist es nicht verwunderlich, dass sie zu Aderlässen und Purgation rieten, um die Körpersäfte prophylaktisch zu regulieren beziehungsweise widernatürliche schädliche und giftige Materie aus dem Körper zu spülen. Jedoch sind auch Differenzen in der Reaktion auf Epidemien zu bemerken. Während die Kontagionisten zu Quarantänemaßnahmen wie beispielsweise bei Ausbruch der Pest rieten, riefen Miasmatiker zur Flucht auf und forderten das Fortschaffen und Vergraben von Unrat und Leichen sowie die Verbesserung der Luft durch Feuer, Räucherungen als auch Böllerschüsse, Riechstoffe wie Gewürze respektive Kräuter und das Tragen von Schutzmasken.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die medizinische Welt der frühen Neuzeit ein und erläutert die Bedeutung der Untersuchung von Laienperspektiven in Ego-Dokumenten.
2. Krankheiten, Therapiemaßnahmen und medikale Konzepte der frühen Neuzeit: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen der Humoralpathologie, der Miasmen- und Kontagionenlehre sowie der Diätetik.
3. Die Korrespondenzen der Elisabeth Charlotte von Orléans: Hier wird der Briefwechsel der Herzogin analysiert, wobei ihr Verständnis von Krankheiten und ihre teils kritische Haltung gegenüber ärztlichen Therapien im Fokus stehen.
4. Die Tagebücher des Samuel Pepys: Das Kapitel untersucht die Tagebuchaufzeichnungen von Samuel Pepys im Hinblick auf seine Wahrnehmung von Krankheiten, Epidemien und seine eigene gesundheitliche Lebensführung.
5. Komparatistische Analyse der Selbstzeugnisse: In diesem Kapitel werden die Beobachtungen aus den Quellen von Orléans und Pepys gegenübergestellt und hinsichtlich ihrer medizinhistorischen Ergiebigkeit bewertet.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten im Bereich der Laien-Medizingeschichte.
Frühe Neuzeit, Humoralpathologie, Vier-Säfte-Lehre, Diätetik, Krankheitswahrnehmung, Laienzeugnisse, Elisabeth Charlotte von Orléans, Samuel Pepys, Pest, Epidemie, Aderlass, Medizinhistorik, Miasmentheorie, Kontagionen, Ego-Dokumente
Die Arbeit analysiert, wie medizinische Laien der sozialen Elite im frühneuzeitlichen Europa Krankheiten verstanden, therapierten und in ihren persönlichen Aufzeichnungen reflektierten.
Die Untersuchung konzentriert sich auf drei Hauptkonzepte der frühneuzeitlichen Medizin: die Humoralpathologie (Säftelehre), das Konzept der mobilen Krankheitsmaterie (Ansteckung/Miasmen) und die Diätetik (Lebensordnung).
Ziel ist es, den Kenntnisstand der Laien über medikale Konzepte zu prüfen und festzustellen, inwieweit diese das Wissen in ihrem Alltag und bei der Wahl ihrer Therapiemaßnahmen angewendet haben.
Die Arbeit basiert auf einer historisch-qualitativen Analyse von Ego-Dokumenten (Briefe und Tagebücher), die komparatistisch ausgewertet und mit der medizinischen Forschungsliteratur in Beziehung gesetzt werden.
Nach der Definition der medizinischen Theorien werden die Korrespondenzen der Elisabeth Charlotte von Orléans und die Tagebücher des Samuel Pepys detailliert untersucht und anschließend miteinander verglichen.
Wichtige Begriffe sind Frühe Neuzeit, Humoralpathologie, Diätetik, Krankheitswahrnehmung, Laienzeugnisse, Pest, Aderlass und Medizinhistorik.
Sie stand diesen sehr kritisch gegenüber, lehnte prophylaktische Aderlässe und Purgationen meist ab und vertraute eher dem natürlichen Heilungsprozess, schätzte jedoch ihren Leibarzt als kompetenten Berater.
Der Blasenstein stellte für Pepys die prägendste Krankheitserfahrung seines Lebens dar; er überlebte eine riskante Operation und führte fortan jährliche Gedenkfeiern zu seinem "zweiten Geburtstag" durch.
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