Diplomarbeit, 2003
99 Seiten, Note: 2,0
VORWORT
EINLEITUNG
TEIL 1: STIGMATISIERUNG VON MENSCHEN MIT PSYCHISCHEN ERKRANKUNGEN
1. BEGRIFFSERKLÄRUNG
1. 1 Stigmatisierung
1. 2 Psychische Erkrankungen
2. ENTSTEHUNG VON STIGMATISIERUNG
2. 1 Einstellungen
2. 1. 1 Erwerb von Einstellungen
2. 1. 2 Vorurteile
2. 1. 2. 1 Entstehung von Vorurteilen
2. 1. 3 Stigmatisierung
2. 2 Schizophrenie – eine unverstandene und unakzeptierte Krankheit
2. 2. 1 Assoziationen zum Begriff Schizophrenie
2. 3 Der Einfluss der Medien
2. 3. 1. Schizophrenie in den Printmedien
2. 3. 2 Psychisch Kranke in Fernsehfilmen
3. AUSWIRKUNGEN DER STIGMATISIERUNG
3. 1 Auf die Betroffenen
3. 2 Auf die Angehörigen
4. ENTSTIGMATISIERUNG
4. 1 Veränderung von Einstellungen und Vorurteilen
4. 2 Einstellung der Bevölkerung gegenüber psychisch erkrankten Menschen
4. 2. 1 Auswirkungen der Attentate auf Lafontaine und Schäuble
4. 3 Gemeindepsychiatrische Versorgung als Brücke gegen Stigma und Isolation
4. 3. 1 Geschichtlicher Abriss
4. 3. 2 Gemeindepsychiatrie heute
2. TEIL: FRAGEBOGENUNTERSUCHUNG BEI SCHÜLERN
1. BEFRAGUNG VON GYMNASIASTEN
1. 1 Methodik der schriftlichen Befragung
1. 2 Vorgehen der Befragung
2. VORSTELLUNG DES FRAGEBOGENS
3. VERGLEICH DER EINSTELLUNGEN ZWISCHEN DEN VERSCHIEDENEN KLASSENSTUFEN
3. 1 Ergebnisse
3. 1. 1 Eigenschaften
3. 1. 2 Emotionale Reaktion
3. 1. 3 Soziale Distanz
3. 1. 4 Stigmatisierung
3. 1. 5 Professionelle Hilfe
3. 1. 6 Erster Gedanke zu „psychischen Erkrankungen“
4. EINSTELLUNGEN DER SCHÜLER IM VERGLEICH ZU SOZIALPÄDAGOGIKSTUDENTEN UND DER BEVÖLKERUNG MANNHEIMS
4. 1 Einstellungen der Sozialpädagogikstudenten
4. 2 Einstellungen der Bevölkerung Mannheims
4. 3 Ergebnisse
4. 3. 1 Eigenschaften
4. 3. 2 Emotionale Reaktion
4. 3. 3 Soziale Distanz
4. 4. 4 Stigmatisierung
5. AUSWIRKUNG PRIVATER KONTAKTE AUF DIE EINSTELLUNG GEGENÜBER MENSCHEN MIT PSYCHISCHEN ERKRANKUNGEN
5. 1 Ergebnisse
5. 1. 1 Eigenschaften
5. 1. 2 Emotionale Reaktionen
5. 1. 3 Soziale Distanz
5. 1. 4 Stigmatisierung
6. ZUSAMMENFASSUNG UND INTERPRETATION
7. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT BEI SCHÜLERN
7. 1 Projekte an Schulen
ABSCHLIEßENDE STELLUNGNAHME
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einstellungen von Schülern gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen. Das primäre Ziel ist es, den Wissensstand und die Vorurteile der Jugendlichen zu erfassen, um auf dieser Basis Konzepte für eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit an Schulen zu entwickeln und so der Stigmatisierung entgegenzuwirken.
1. 1 Stigmatisierung
Die Griechen schufen den Begriff Stigma. Dies waren körperliche Zeichen, die Verbrechern, Sklaven und Verrätern eingebrannt oder eingeschnitten wurden, um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass der Zeichenträger zu einer Person erklärt wurde, die unrein und schlecht ist. Diese Personen sollten vor allem in der Öffentlichkeit gemieden werden. Heute wird der Begriff eher auf Beschädigung oder Entehrung der Identität eines Menschen bezogen.
Der BROCKHAUS – DIE ENZYKLOPÄDIE definiert Stigmatisierung heutzutage so: „Zuschreibung eines Stigmas, das eine Person – orientiert an den herrschenden Gesellschafts- bzw. Gruppennormen – als nicht der Gruppe zugehörig ausweist. Insofern ist Stigmatisierung ein Versuch der Gesellschaft/Gruppe, ‚Fremdes’ (oft als ‚Bedrohung’ wahrgenommenes) aus ihrer Mitte auszuschließen. Beispiele für Stigmatisierung sind die in der Gesellschaft tradierten Vorurteile oder Vorbehalte gegenüber Angehörigen sogenannter Randgruppen, hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Wirkung aber auch die Kennzeichnung von Menschen als ‚vorbestraft’ oder ‚obdachlos’ seitens staatlicher Behörden.“
Ein Klient unserer Einrichtung sagte vor kurzem zu mir etwas, was ich auch sehr passend zur Erklärung der Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen finde: „Wenn man einmal in der Mühle der Psychiatrie gelandet ist, hat man sein ganzes Leben lang einen Stempel, den man nicht wieder los bekommen kann. Man ist für immer der psychisch Kranke und man wird auch von allen so behandelt. Vielleicht bilde ich mir das auch ab und zu nur ein, aber ich weiß, dass ich in meinem Bekanntenkreis für meine Krankheit „schräg“ angeschaut werde und sie auch nichts mehr mit mir zu tun haben wollen.“
1. Begriffserklärung: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung des Begriffs Stigma und definiert Stigmatisierung im gesellschaftlichen Kontext sowie psychische Erkrankungen.
2. Entstehung von Stigmatisierung: Hier wird der Prozess der Einstellungs- und Vorurteilsbildung sowie der Einfluss von Medienberichten auf das Bild psychisch Kranker analysiert.
3. Auswirkungen der Stigmatisierung: Das Kapitel befasst sich mit den negativen Folgen für Betroffene sowie deren Angehörige und den Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf.
4. Entstigmatisierung: Hier werden Strategien zur Einstellungsänderung und die Bedeutung der gemeindepsychiatrischen Versorgung als Brücke gegen Isolation beleuchtet.
1. Befragung von Gymnasiasten: Einführung in die Methodik und den Ablauf der Untersuchung an einer gymnasialen Schule.
2. Vorstellung des Fragebogens: Beschreibung des wissenschaftlichen Instruments, das zur Erhebung der Schüler-Einstellungen genutzt wurde.
3. Vergleich der Einstellungen zwischen den verschiedenen Klassenstufen: Darstellung und Analyse der Ergebnisse, unterteilt nach den verschiedenen Altersstufen der Schüler.
4. Einstellungen der Schüler im Vergleich zu Sozialpädagogikstudenten und der Bevölkerung Mannheims: Eine komparative Analyse, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Personengruppen aufzuzeigen.
5. Auswirkung privater Kontakte auf die Einstellung gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen: Untersuchung, ob direkter privater Kontakt die Stigmatisierung mindert.
6. Zusammenfassung und Interpretation: Synthese und theoretische Einordnung der erhobenen Daten.
7. Öffentlichkeitsarbeit bei Schülern: Reflexion über die Relevanz von Aufklärungsprojekten an Schulen zur Förderung der psychischen Gesundheit.
Stigmatisierung, Schizophrenie, Vorurteile, Soziale Distanz, Psychische Erkrankungen, Einstellungen, Sozialpädagogik, Medien, Öffentlichkeitsarbeit, Gemeindepsychiatrie, Minderheiten, Etikettierungsansatz, Diskriminierung, Prävention, Aufklärung
Die Arbeit analysiert die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und untersucht durch eine empirische Fragebogenstudie, wie diese von Schülern wahrgenommen und bewertet wird.
Zentrale Themen sind die Entstehung von Vorurteilen, der Einfluss von Medien auf die Wahrnehmung psychisch Kranker, die Auswirkungen auf Betroffene und die Möglichkeiten zur Entstigmatisierung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schüler zu psychischen Erkrankungen stehen, ob Alter oder privater Kontakt eine Rolle spielen und wie Aufklärungsprojekte zur Einstellungsverbesserung beitragen können.
Es wird eine schriftliche Fragebogenuntersuchung an einem Gymnasium durchgeführt, deren Ergebnisse mit Daten aus anderen Personengruppen (Sozialpädagogikstudenten, Mannheimer Bevölkerung) verglichen werden.
Neben theoretischen Grundlagen zur Stigmatisierung präsentiert der Hauptteil detaillierte statistische Auswertungen zur Einschätzung psychisch Kranker durch verschiedene Klassenstufen.
Begriffe wie Stigmatisierung, soziale Distanz, Schizophrenie, Vorurteile und Öffentlichkeitsarbeit stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.
Die Untersuchung legt nahe, dass jüngere Schüler oft weniger vorurteilsbehaftet sind als ältere Schüler oder die Allgemeinbevölkerung, was auf eine zunehmende Stigmatisierung mit steigendem Alter hindeutet.
Es zeigt sich, dass privater Kontakt zu psychisch erkrankten Menschen die Stigmatisierung reduziert, indem er zu einer realistischeren Einschätzung führt und Ängste sowie Vorurteile abbaut.
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