Magisterarbeit, 2010
142 Seiten, Note: 1.3
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Verbserialisierung
2.1.1 Historischer Abriss
2.1.2 Die „seriellen Parameter“ nach Aikhenvald (2006) sowie van Staden und Reesink (2008)
2.1.3 Serielle Verben in der Role and Reference Grammar (RRG)
2.2 Auxiliare
2.3 Grammaticalization-chains: von seriellen Verben zu Auxiliaren
2.3.1 Fallstudie Mundang
2.3.2 Panchronie
2.3.3 Verb-zu-TAM-Ketten
3. Klassifikation und Verbreitung der Adamawasprachen
4. Serielle Verbkonstruktionen in Adamawasprachen: Eine Bestandsaufnahme
4.1 Darlegung einer Argumentationsbasis
4.2 Symmetrische SVC
4.2.1 Vorbemerkung
4.2.2 Narrative SVC
4.2.3 Motion SVC
4.2.4 Switch-function SVC
4.2.5 Resultative SVC
4.3 Asymmetrische SVC
4.3.1 Vorbemerkung
4.3.2 Valenzerweiternde SVC
4.3.2.1 Direktionale SVC
4.3.2.2 Dativ
4.3.2.3 Benefaktiv
4.3.2.4 Instrumental
4.3.3 Aspekt und Modalität
4.3.3.1 Resultativ
4.3.3.2 Iterativ
4.3.3.3 Habituativ
4.3.4 Komparativ
4.3.5 Adverbiale SVC
4.4 Zusammenfassung
5. Die Grammatikalisierung von Verben zu Auxiliaren
5.1 Zwei Strategien zur clause union: Verbserialisierung und Verbkomplementierung
5.2 Grammatikalisierung von Tempus-/Aspektmarkern
5.2.1 Vorbemerkung
5.2.2 Aspekt
5.2.2.1 Resultativ, Perfektiv
5.2.2.2 Progressiv, Habituativ, Repetitiv (und Futur)
5.2.3 Tempus (motion SVC > Futurauxiliar)
5.2.4 Zusammenfassung
6. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen seriellen Verbkonstruktionen (SVC) und Auxiliarkonstruktionen (AVC) in den Adamawasprachen, um diese als Entwicklungsstadien auf einem Grammatikalisierungskontinuum zu verorten. Das Ziel ist die Erstellung eines umfassenden Korpus serieller Verbkonstruktionen dieser Sprachfamilie und deren Analyse im Hinblick auf ihre Rolle bei der Entstehung von Tempus- und Aspektmarkern unter Verwendung der Role and Reference Grammar (RRG).
2.1.2 Die „seriellen Parameter“ nach Aikhenvald (2006) sowie van Staden und Reesink (2008)
Aikhenvald (2006) gibt in Anlehnung an Durie (1997) einen detaillierten Überblick über die Eigenschaften, die eine SVC aufweisen muss, um als solche analysiert werden zu können:
A serial verb construction (SVC) is a sequence of verbs which act together as a single predicate, without any overt marker of coordination, subordination, or syntactic dependency of any other sort. Serial verb constructions describe what is conceptualized as a single event. They are monoclausal; their intonational properties are the same as those of a monoverbal clause, and they have just one tense, aspect and polarity value. SVCs may also share core and other arguments. Each component of an SVC must be able to occur on its own. Within a SVC, the individual verbs may have same, or different, transitivity values. (Aikhenvald 2006: 1)
Auch wenn nicht alle ihrer „seriellen Parameter“ für sämtliche Sprachen der Erde zutreffend sind – beispielsweise können in einigen Sprachen serielle Verben unterschiedliche Aspekte oder eine andere Polarität aufweisen, je nach Definition und Betrachtung des Autors (Senft 2008, vgl. Mead und Youngman 2008) –, so hat sich Aikhenvalds Definition dennoch als nützlich erwiesen, um grundsätzlich serielle von nicht-seriellen Strukturen zu unterscheiden. Van Staden und Reesink (2008) fassen die Kenntnisse von SVC in einer Kreolsprache (Ambon Malay), sieben austronesischen Sprachen und neun Papua-Sprachen der Nusantara-Kontaktzone in einer typologischen Studie zusammen. Die Terminologie dieser Studie unterscheidet sich von der Aikhenvalds, hat jedoch den Vorteil der strikten Trennung zwischen Bezeichnungen syntaktischer und semantischer Eigenschaften von SVC, weshalb diese Studie in dieser Arbeit ebenfalls Berücksichtigung gefunden hat.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das definitorische Verhältnis zwischen seriellen Verbkonstruktionen und Auxiliaren ein und formuliert das Ziel, ein Korpus der Adamawasprachen zu erstellen sowie deren Grammatikalisierungsprozesse zu untersuchen.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert den Forschungsüberblick zur Verbserialisierung, diskutiert das Modell der „grammaticalization-chain“ und erläutert die Anwendung der Role and Reference Grammar zur Analyse komplexer Satzstrukturen.
3. Klassifikation und Verbreitung der Adamawasprachen: Hier werden die Adamawasprachen geografisch verortet, sprachgenetisch klassifiziert und in ihrem Kontext als Teil des Niger-Kongo-Sprachzweigs beschrieben.
4. Serielle Verbkonstruktionen in Adamawasprachen: Eine Bestandsaufnahme: Dieser Hauptteil systematisiert die in den Sprachen gefundenen seriellen Verbkonstruktionen in symmetrische und asymmetrische Typen und diskutiert methodische Schwierigkeiten bei deren Identifikation.
5. Die Grammatikalisierung von Verben zu Auxiliaren: In diesem Kapitel wird der historische Prozess der Grammatikalisierung von Verben zu Auxiliaren analysiert, wobei insbesondere Bewegungsverben als Quelle für Futur- und Aspektmarker im Fokus stehen.
6. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert die Ergebnisse zur SVC-Vielfalt in den Adamawasprachen und betont die Notwendigkeit weiterer empirischer Feldstudien zur Verifizierung der theoretischen Analysen.
Verbserialisierung, Grammatikalisierung, Adamawasprachen, Auxiliare, Role and Reference Grammar, Tempus, Aspekt, Modalität, Sprachwandel, Syntax, Semantik, Mundang, Mbum, Samba Leko, Doyayo.
Die Arbeit analysiert das sprachwissenschaftliche Phänomen der seriellen Verbkonstruktionen (SVC) in verschiedenen Adamawasprachen und deren Rolle bei der Entstehung von Auxiliarkonstruktionen.
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von SVC und Auxiliaren, die sprachgenetische Klassifizierung der Adamawasprachen sowie die diachrone Grammatikalisierung von Verben zu funktionalen Markern.
Das Ziel ist der Aufbau eines Korpus für serielle Verbkonstruktionen in den Adamawasprachen und die Untersuchung, ob und wie diese Konstruktionen als Vorstufen für TAM-Auxiliare (Tempus, Aspekt, Modalität) fungieren.
Die Arbeit nutzt einen funktional-kognitiven Ansatz und stützt sich terminologisch und analytisch stark auf die "Role and Reference Grammar" (RRG) zur Beschreibung syntaktischer und semantischer Strukturen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Bestandsaufnahme der SVC-Typen (symmetrisch vs. asymmetrisch) in den untersuchten Sprachen und eine anschließende detaillierte Analyse ihrer Grammatikalisierung zu Auxiliaren.
Die wichtigsten Schlagworte sind Verbserialisierung, Grammatikalisierung, Adamawasprachen, Auxiliare und die RRG-Theorie.
Die Wahl fiel auf diese Sprachgruppe, da sie im afrikanischen Kontext bisher vergleichsweise schlecht dokumentiert ist und die Arbeit einen Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücke leisten will.
Der Autor verzichtet auf eine strikte Trennung und betrachtet beide als Stufen eines kontinuierlichen Grammatikalisierungsprozesses ("verb-to-TAM-chain"), was die oft schwierige Klassifizierung in den Daten besser abbildet.
Das Verbalnomen stellt eine Herausforderung für die Analyse dar, da es als nominalisierte Verbform oft zur Markierung von Aspekten dient; der Autor argumentiert jedoch, es weiterhin als Verb-Form innerhalb eines Finitheits-Kontinuums zu führen.
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