Hausarbeit (Hauptseminar), 2010
26 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Herkunft des Namens „Gretchen“
2.1 Die Kindsmordthematik
2.2 Das Bürgerliche Trauerspiel
2.3 Das Legendenstück
2.4 Die doppelte Symbolik des Namens: Perle und Blume
3. Szeneninterpretation:
3.1 Fausts Eintritt in die „kleine Welt“: Beginn des bürgerlichen Trauerspiels
3.2 Gretchens Ausbruch in die „große Welt“
3.3 Gretchens Untergang: Ende des bürgerlichen Trauerspiels
4. Die Schuldfrage
5. Fazit
6. Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gretchentragödie in Goethes „Faust. Der Tragödie Erster Teil“ unter Berücksichtigung von Namensherkunft, gattungsspezifischen Einflüssen und der zentralen Schuldfrage. Das primäre Ziel ist es, die seelischen Entwicklungsprozesse der Protagonistin sowie Fausts Rolle bei ihrem Untergang anhand einer szenenorientierten Interpretation zu analysieren.
2.1 Die Kindsmordthematik
Zweitens, weil der Autor aufgrund seiner juristischen Tätigkeiten sehr gut über den Fall der Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt im Jahre 1772 informiert war. Er hatte Einsicht in die Prozessakten und verfolgte jedes Detail, von ihrer Verurteilung bis hin zu ihrer Hinrichtung. Mephistos Aussage: „Sie ist die erste nicht.“ („Trüber Tag. Feld.“, 15), lässt sich auch in einem Verhörprotokoll vom 8. 10. 1771 wiederfinden, wo gesagt wird, dass „ihre Schwestern sie scharf befragt, sie solle es gestehen, wann sie schwanger seye, sie wäre ja nicht die erste und würde auch nicht die letzte seyn“. Die Todesstrafe in diesem und ähnlichen Fällen erregte großes Aufsehen in der gesamten Öffentlichkeit und bot „der Generation der Dichter des 'Sturm und Drang' eines ihrer wichtigsten gesellschaftskritischen Themen.“ In der Auseinandersetzung mit der Kindsmordthematik beschäftigten sie sich vor allem mit den sozialen und psychologischen Ursachen, die ein solches Verbrechen hervorbringen konnten.
1. Einleitung: Die Einleitung bettet die Gretchentragödie in den Kontext des Faust-Stoffes ein und erläutert die methodische Herangehensweise anhand gattungstheoretischer Aspekte.
2. Die Herkunft des Namens „Gretchen“: Dieses Kapitel untersucht biographische, literarische und symbolische Hintergründe der Namensgebung sowie deren Bedeutung für die Charakterisierung der Figur.
3. Szeneninterpretation: Hier werden ausgewählte Schlüsselszenen des Dramas unter den Gesichtspunkten des bürgerlichen Trauerspiels und der Legendentradition chronologisch analysiert.
4. Die Schuldfrage: Der Abschnitt diskutiert die komplexe Verteilung der Schuld an dem tragischen Ende, wobei insbesondere die Rolle von Fausts Eigensinn und die Symbolik des Kindsmords beleuchtet werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Unmöglichkeit der Liebe zwischen Faust und Gretchen zusammen, die an gesellschaftlichen Konventionen und Fausts rastlosem Streben scheitert.
6. Literatur: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primär- und Sekundärquellen der wissenschaftlichen Untersuchung auf.
Faust, Gretchen, Kindsmord, Bürgerliches Trauerspiel, Legendenstück, Schuldfrage, Klassengesellschaft, Literaturinterpretation, Namenssymbolik, Sturm und Drang, gesellschaftliche Ächtung, psychologische Dynamik, Erlösung, Johann Wolfgang von Goethe, Tragödie.
Die Arbeit befasst sich mit der Gretchentragödie innerhalb von Goethes „Faust I“ und analysiert deren inhaltliche sowie strukturelle Bedeutung.
Die zentralen Themen sind die Kindsmordthematik des 18. Jahrhunderts, die Gattung des bürgerlichen Trauerspiels, Legendenmotive sowie die psychologische Entwicklung der Protagonistin.
Die Arbeit untersucht, wie gesellschaftliche Normen und Fausts individuelles Streben Gretchen in den Untergang treiben und wie die Schuldfrage in diesem Kontext zu bewerten ist.
Die Autorin wählt einen interpretativen Ansatz, der literarische Textanalyse mit kulturgeschichtlichen und biographischen Kontexten verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Herleitung des Namens „Gretchen“, eine detaillierte Szeneninterpretation sowie eine abschließende Untersuchung der Schuldfrage.
Wichtige Begriffe sind Faust, Gretchen, Kindsmord, Bürgerliches Trauerspiel, Legendenstück, Schuldfrage und gesellschaftliche Ächtung.
Das Märchen dient der Autorin als Spiegel für Gretchens Schicksal; die Anspielungen darauf im Kerker-Lied werden genutzt, um Fausts unbewusste Mitschuld an der Opferung des Kindes zu belegen.
Die Autorin verweist auf die Sanskrit-Herkunft, in der das Wort sowohl Perle als auch Blütenknospe bedeutet, was die „wechselseitige Verführung“ von Faust und Gretchen verdeutlicht.
Er wird als Projektion von Gretchens eigenem Gewissen gedeutet, das ihr die Hoffnung auf göttliche Gnade abspricht und so ihren geistigen Zusammenbruch forciert.
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