Diplomarbeit, 2010
128 Seiten, Note: 1,7
1 Entwicklung der Hedgefonds im August 2007
1.1 Simulation mit Hilfe der „Contrarian-Strategy“
1.1.1 Anatomie einer Long/Short-Equity-„Contrarian-Strategy“
1.1.2 Empirische Untersuchung der Profitablilität der „Contrarian-Strategy“ für den Zeitraum 1995-2007
1.2 Leverage
1.2.1 Erweiterung des Modells
1.2.2 Empirsche Evidenzen: Simulation mit Hilfe des erweiterten Modells für den Monat August 2007
1.3 Formulierung und Untersuchung der „Unwind-Hypothesis"
1.3.1 Faktor-Portfolios
1.3.1.1 Konstruktion der Faktor-Portfolios
1.3.1.2 Querschnitts-Regression
1.3.1.3 Empirische Evidenzen
1.3.2 Empirische Untersuchung des Handelsvolumens
1.4 Zwischenergebnis
2 Erklärungsansatz: Assetliquidität
2.1 Messung der Assetliquidität der Hedgefond-Strategien
2.2 Entwicklung der Marktliquidität im Zeitraum 1995-2007
2.2.1 Betrachtung des Zeithorizonts
2.2.1.1 Variation der Faktoren
2.2.1.2 Unkorrelierte Renditen
2.2.1.3 Idiosykratische Liquiditätsschocks
2.2.1.4 Der „Common-Factor" und idiosykratische Liquiditätsschocks
2.2.1.5 Empirische Evidenzen
2.2.2 Messung der Marktliquidität mit Hilfe des Handelsvolumens
2.2.2.1 Modellaufbau
2.2.2.2 Empirische Evidenzen
2.3 Messung der Marktliquidität im August 2007
2.3.1 Methodik
2.3.2 Empirische Evidenzen
2.4 Zwischenergebnis
3 Erklärungsansatz: „Contagion"
3.1 Methodik der Untersuchung
3.2 Empirische Untersuchung der „Contagion" und ihrer ökonomischen Bedeutung
3.2.1 Überwachung einer Nichtlinearität
3.2.2 Empirische Evidenzen
3.3 „Contagion"-Kanal
3.3.1 Grundmodell
3.3.2 Bestimmung der Margins
3.3.3 Fragilität der Liquidität
3.3.3.1 Zahlenbeispiel: Fragilität durch die Existenz destabilisierender Margins
3.3.3.2 Liquidity-Spirals
3.4 Empirische Untersuchung der Rolle der Liquidität im Bezug auf die „Conatgion"
3.4.1 Methodik der Analyse
3.4.2 Poisson-Regression
3.5 Zwischenergenis
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die turbulenten Geschehnisse an den globalen Finanzmärkten in der zweiten Augustwoche 2007 zu analysieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, welche Faktoren für die massiven Verluste vieler Hedgefonds verantwortlich waren und durch welche Mechanismen sich diese Verluste auf andere Marktteilnehmer oder Strategien übertragen konnten.
1.1.1 Anatomie einer Long/Short-Equity-„Contrarian-Strategy“
Die Grundidee der „Contrarian-Strategy“ besagt, dass zum heutigen Zeitpunkt Aktien, welche zum ex ante Zeitpunkt Verlierer waren, gekauft werden und Aktien, welche zum ex ante Zeitpunkt Gewinner waren, verkauft werden, wobei es von der gleichgewichtigen Marktrendite abhängig ist, ob es sich bei der Aktie um einen Gewinner oder um einen Verlierer handelt.18 Verlierer sind Aktien mit Underperformance, d.h. es sind Aktien, welche eine geringere Performance relativ zum Marktdurchschnitt aufweisen. Analog dazu sind Gewinner Aktien mit Outperformance, d.h., es sind diejenigen Aktien mit einer höheren Performance relativ zum Marktdurchschnitt.19
Die „Contrarian-Strategy“ besteht dabei aus einer Anzahl N Wertpapiere, wobei eine Long/Short-Market-Neutral-Equity-Strategie, deren Long- und Short-Positionen genau denselben Dollarbetrag ausmachen, berücksichtigt wird. In Anlehnung an die Grundidee der „Contrarian-Strategy“ bestehen die Long-Positionen der Strategie in jedem neuen bzw. wieder ausgleichenden Zeitintervall aus Verlierern und die Short-Positionen aus Gewinnern.20
Gleichung (1) stellt die „Contrarian-Strategy“ dar. Sie profitiert von einer Überreaktion des Aktienmarktes. Gilt beispielsweise k = 1 würde eine solche Strategie bedeuten, dass zum Zeitpunkt t (heutiger Zeitpunkt) Aktien, die zum Zeitpunkt t - 1 (ex ante Zeitpunkt) Verlierer waren, gekauft werden und Aktien, die zum Zeitpunkt t - 1 (ex ante Zeitpunkt) Gewinner waren, verkauft werden. Kommt es nun zu einer Umkehrung (bspw. auf eine Underperformance der gehaltenen Aktien folgen positive Renditen) erzielt die Strategie positive Profite. Für Aktien mit Outperformance verhält es sich cet.par. genau umgekehrt.24 Demnach setzt die Strategie auf die Mean-Reversion25 aller N Wertpapiere.26
1 Entwicklung der Hedgefonds im August 2007: Dieses Kapitel simuliert die Performance von Hedgefonds mithilfe der „Contrarian-Strategy“, um die hohen Verluste in der zweiten Augustwoche 2007 empirisch darzustellen und die "Unwind-Hypothesis" als Erklärungsansatz einzuführen.
2 Erklärungsansatz: Assetliquidität: Das Kapitel untersucht die Assetliquidität und die Marktliquidität im Zeitraum 1995-2007, um zu zeigen, wie eine "Austrocknung" der Liquidität signifikant zu den Verlusten der Hedgefonds beigetragen hat.
3 Erklärungsansatz: „Contagion": Hier wird die Interaktion zwischen verschiedenen Hedgefond-Strategien analysiert, um zu klären, warum Verluste einer Strategie zu Verlusten in anderen, unabhängigen Strategien führen können (Contagion), wobei besonders Liquidity-Spirals eine zentrale Rolle spielen.
Hedgefonds, Finanzkrise, Contrarian-Strategy, Assetliquidität, Finanzierungsliquidität, Unwind-Hypothesis, Contagion, Liquidity-Spirals, Leverage, Marktliquidität, Quantitativer Handel, Mean-Reversion, Systemisches Risiko, Margin-Calls, Markteffizienz
Die Arbeit analysiert die Ursachen und Mechanismen der massiven Verluste, die Hedgefonds in der zweiten Augustwoche des Jahres 2007 erlitten haben, trotz ihrer vermeintlichen Immunität gegenüber Marktturbulenzen.
Die zentralen Themen sind quantitative Anlagestrategien, die Rolle von Leverage, der Einfluss von Markt- und Finanzierungsliquidität sowie das Phänomen der Ansteckung (Contagion) zwischen verschiedenen Hedgefonds-Strategien.
Ziel ist es, die Performance der Hedgefonds im relevanten Zeitraum zu beleuchten und zu prüfen, ob die "Unwind-Hypothesis" oder andere Liquiditätsphänomene die Verluste erklären können.
Die Arbeit nutzt empirische Simulationen basierend auf der "Contrarian-Strategy", Querschnitts-Regressionen, Logit-Regressionen zur Untersuchung von Contagion sowie Poisson-Regressionen zur Analyse der Ereignisdichte.
Im Hauptteil werden drei Erklärungsansätze geprüft: die Unwind-Hypothese, die Entwicklung der Assetliquidität und die Bedeutung der Contagion-Effekte, unterstützt durch mathematische Modelle und historische Datenanalysen.
Wichtige Begriffe sind Hedgefonds, Finanzkrise, Liquidität, Contagion, Leverage, Liquidity-Spirals und die Contrarian-Strategy.
Der Begriff beschreibt eine Situation, in der es Marktteilnehmern nicht mehr möglich war, Positionen zu normalen Handelskosten zu schließen, da die Liquidität an den Märkten aufgrund von Liquidierungsdruck und Kapitalentzug massiv abnahm.
Prime-Broker fungieren als Finanzierungspartner für Hedgefonds. Verluste der Hedgefonds gefährden die Kreditbesicherung (Margins), was wiederum zu Margin-Calls führt und die Finanzierungsliquidität der Hedgefonds weiter einschränkt.
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