Diplomarbeit, 2003
167 Seiten, Note: 1,3
Vorwort
Teil I: Einführung und Hintergrund
1. Einleitung
2. Quellen- und Literaturlage
3. Pressehistorischer Hintergrund
3.1. Ingolstadts Zeitungslandschaft vor 1933
3.1.1. Ingolstädter Wochenblatt
3.1.2. Ingolstädter Tagblatt
3.1.3. (Neue) Ingolstädter Zeitung
3.1.4. Ingolstädter Anzeiger
3.1.5. Donaubote
3.2. Ingolstadts Presse im Dritten Reich
3.3. Kriegsende und Kapitulation
3.4. Die "Stunde Null"
4. Lizenzpresse – Theorie und Wirklichkeit
Teil II: Der 'Donau-Kurier' in der Lizenzzeit: Gründung, Entwicklung, Umerziehung, Rückkehr des Altverlegers
1. Gründungs- und Startbedingungen
1.1. Joseph Lackas – der erste Lizenzträger
1.2. Gebäude und Druckerei
1.3. Ansprüche der US-Besatzer an die Zeitung
2. Entwicklung und Probleme des "Donau-Kurier"
2.1. Anfangsschwierigkeiten
2.2. Personal
2.3. Papierknappheit
2.4. Lokale Berichterstattung
2.5. Auflagenentwicklung
2.6. Ludwig Emil Hansen – der zweite Lizenzträger
2.6.1. Pressepolitischer Hintergrund und zur Person
2.6.2. Hansens Rolle im Unternehmen
2.7. Reizfigur Joseph Lackas
2.7.1. Kritik von innen und außen
2.7.2. Rückendeckung durch die Nachrichtenkontrolle
2.7.3. Der Fall Karl Semmler
2.7.4. Lackas und seine Eigeninteressen
2.7.4.1. Der Fall Johannes Schütte
2.7.4.2. Das familien-interne Konkurrenzverbot
3. Berichterstattung im Sinne der Umerziehung
3.1. Kontrolle und Verantwortung
3.2. "Re-education" als Aufgabe
4. Rückkehr des Altverlegers
4.1. Wilhelm Reissmüllers Kampf im Hintergrund
4.1.1. Zur Person
4.1.2. Zwangspachtvertrag
4.1.3. Rückkehr auf Raten
4.2. Die Situation bei Reissmüllers endgültigem Eintritt in das Unternehmen
Teil III: Ergebnisse, Zusammenfassung und Ansätze für weitere Untersuchungen
1. Der "Donau-Kurier" – (k)eine typische Lizenzzeitung
2. Zusammenfassung
3. Ansätze für weitere Untersuchungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Geschichte des "Donau-Kurier" in der Region Ingolstadt während der Lizenzzeit zwischen 1945 und 1949. Ziel der Studie ist es, die Diskrepanz zwischen der amerikanischen Theorie der Lizenzpresse und ihrer praktischen Umsetzung im Ingolstädter Einzelfall aufzuzeigen sowie die Rolle der beteiligten Akteure kritisch zu beleuchten.
3.1.1. Ingolstädter Wochenblatt
Am 4. Mai 1802 erschien die erste Nummer des in Alois Attenkovers Unternehmen gedruckten "Ingolstädter Wochenblatt". Zunächst verstand sich das Wochenblatt als Bekanntmachungsorgan für örtliche Polizeiverordnungen, landesherrliche Verordnungen sowie als Anzeigeblatt der Taxen für Brot, Mehl, Fleisch und Getreide, aber auch als Inseratenblatt und Medium für wirtschaftliche Nachrichten. Attenkover und Chefredakteur Ignaz Hübner druckten neben allgemeinen Belehrungen Nützliches für Haushalt und Landwirtschaft und später auch Unterhaltsames ab. Das Wochenblatt wollte zwar zudem moralische Instanz sein, verstand sich in erster Linie aber als Amtsblatt, das dem Staat dient, und zwar "nicht nur durch Veröffentlichung amtlicher Verlautbarungen, sondern auch dem Geiste nach". Der bayerisch-vaterländische Ton war unüberhörbar.
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage in Ingolstadt nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes und definiert das Ziel der Arbeit, die Geschichte des "Donau-Kurier" im Kontext der Lizenzpresse zu erforschen.
2. Quellen- und Literaturlage: Erläutert die verwendete Quellenbasis, insbesondere das Archiv des Altverlegers Dr. Wilhelm Reissmüller und die Omgus-Akten, und diskutiert den Forschungsstand zur Lizenzpresse.
3. Pressehistorischer Hintergrund: Gibt einen Abriss der Ingolstädter Pressegeschichte von 1802 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, um das Verständnis für den Bruch mit der Vergangenheit zu schärfen.
4. Lizenzpresse – Theorie und Wirklichkeit: Behandelt die theoretischen Grundlagen der US-Pressepolitik in Deutschland und diskutiert, inwieweit generalisierte Darstellungen in der Forschung auf den Einzelfall anwendbar sind.
Donau-Kurier, Lizenzpresse, US-Militärregierung, Ingolstadt, Re-education, Joseph Lackas, Wilhelm Reissmüller, Nachkriegszeit, Pressepolitik, Entnazifizierung, Zeitungswesen, Besatzungszeit, Journalismusgeschichte, Nachrichtenkontrolle, Lokale Berichterstattung
Die Arbeit analysiert die Entstehung und Entwicklung des "Donau-Kurier" in Ingolstadt während der alliierten Lizenzzeit (1945–1949).
Im Zentrum stehen die Gründung unter US-Kontrolle, die Rolle der Lizenzträger, die "Re-education"-Politik der Besatzer und der Machtkampf um die Rückkehr des Altverlegers in den Betrieb.
Es soll untersucht werden, wie sich die amerikanische Idee einer freien, demokratischen Lizenzpresse in der Praxis in Ingolstadt umsetzen ließ und an welchen Punkten Theorie und Wirklichkeit divergierten.
Die Autorin/der Autor nutzt eine historische Analyse auf Basis primärer Quellen, insbesondere Archivunterlagen des Verlags, Omgus-Akten, Zeitungsarchivbestände sowie zeitgenössische Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Gründung, die betriebliche und journalistische Entwicklung, die Rolle der "Umerziehung" sowie den Prozess der Rückkehr des ursprünglichen Verlegers Wilhelm Reissmüller.
Donau-Kurier, Lizenzpresse, Ingolstadt, Re-education, Entnazifizierung, Joseph Lackas, Wilhelm Reissmüller.
Das Verhältnis war von Beginn an von einem tiefen Konflikt geprägt, da Lackas versuchte, seine Position zu festigen und wirtschaftliche Vorteile für seine Familie zu erzielen, während Reissmüller hartnäckig für die Rückgewinnung seines Betriebs kämpfte.
Die ICD unterstützte Lackas konsequent und hielt an ihm fest, selbst als Beschwerden über seinen Führungsstil und persönliche Interessenkonflikte zunahmen, da man aus politischen Gründen keine Instabilität riskieren wollte.
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