Diplomarbeit, 2011
97 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Vergleichende Analyse der Bilanzierung latenter Steuern im Einzelabschluss nach HGB- und IFRS-Vorschriften
2.1 Entstehung und Bedeutung latenter Steuern nach HGB und IFRS
2.2 Konzepte und Methoden der Steuerabgrenzung nach HGB und IFRS
2.2.1 Konzeptionelle Abgrenzung
2.2.2 Methodische Abgrenzung
2.2.3 Zusammenfassende Darstellung und kritische Würdigung
2.3 Bilanzierung latenter Steuern im HGB-Einzelabschluss
2.3.1 Gesetzliche Regelungen im Überblick
2.3.2 Ansatz latenter Steuern
2.3.2.1 Umfang des Aktivierungswahlrechts und der Passivierungspflicht
2.3.2.2 Bewertung latenter Steuern
2.3.2.3 Ausweis latenter Steuern
2.3.3 Ausschüttungssperre
2.3.4 Ansatz latenter Steuern auf steuerliche Verlust- und Zinsvorträge
2.4 Bilanzierung latenter Steuern im IFRS-Einzelabschluss
2.4.1 Gesetzliche Regelungen im Überblick
2.4.2 Ansatz latenter Steuern
2.4.2.1 Umfang der Aktivierungs- und Passivierungspflicht
2.4.2.2 Bewertung latenter Steuern
2.4.2.3 Ausweis latenter Steuern
2.4.3 Ausschüttungssperre
2.4.4 Ansatz latenter Steuern auf steuerliche Verlust- und Zinsvorträge
2.5 Vergleichende Darstellung und kritische Würdigung der latenten Steuerabgrenzung nach HGB und IFRS
3. Untersuchung der rechtsformspezifischen Probleme der Steuerabgrenzung deutscher Unternehmen nach HGB im Vergleich zu IFRS
3.1 Latente Steuern bei Kapitalgesellschaften
3.2 Latente Steuern bei Personengesellschaften
3.3 Abgrenzung latenter Steuern im Organkreis
3.3.1 Besonderheiten der ertragsteuerlichen Organschaft
3.3.2 Bilanzierung latenter Steuern beim Organträger
3.3.3 Bilanzierung latenter Steuern bei der Organgesellschaft
3.3.4 Offene Fragen
3.4 Kritische Würdigung
4. Konvergenz von IFRS und der Bilanzierungspraxis deutscher mittelständischer Unternehmen nach BilMoG
4.1 Überblick über bisherige empirische Untersuchungen
4.1.1 Empirische Studien mit Fokus auf mittelständische Unternehmen
4.1.2 Empirische Ergebnisse zur Bilanzierungspraxis mittelständischer Unternehmen
4.1.3 Teilfazit
4.2 Festlegung des Untersuchungsaufbaus
4.3 Untersuchungsgegenstand und Untersuchungsdesign
4.4 Ergebnisse der empirischen Untersuchung
4.4.1 Relevanz der latenten Steuern im Einzelabschluss
4.4.2 Umfang der Aktivierung latenter Steuern
4.4.3 Angaben zu Ursachen von latenten Steuerpositionen
4.4.4 Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge
4.5 Konvergenz der Bilanzierungspraxis deutscher mittelständischer Unternehmen nach BilMoG
4.6 Kritische Würdigung der Ergebnisse
5. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) eingeleitete Annäherung der deutschen handelsrechtlichen Bilanzierung latenter Steuern an die internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) und analysiert deren tatsächliche Umsetzung sowie die verbleibenden Divergenzen in der Bilanzierungspraxis deutscher mittelständischer Unternehmen.
2.2.1 Konzeptionelle Abgrenzung
Der Ermittlung latenter Steuern liegen hauptsächlich zwei verschiedene Konzepte zugrunde, zum einen das GuV orientierte Timing-Konzept und zum anderen das bilanzorientierte Temporary-Konzept.17
Nach dem ursprünglich bevorzugten Timing-Konzept18 werden nur diejenigen Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen Steuer- und Handelsbilanz berücksichtigt, die sich im Zeitablauf sowohl bei der Entstehung als auch bei der Auflösung in der GuV auswirken. Bei ergebnisneutral entstandenen Differenzen werden im Timing-Konzept folglich keine latenten Steuern abgegrenzt.19 Im Vordergrund steht der zutreffende Ausweis der Unternehmensertragslage.20
Im Gegensatz zum Timing-Konzept bezieht das Temporary-Konzept sämtliche Ansatz- und Bewertungsdifferenzen in die latente Steuerabgrenzung ein. Das gilt ferner dann, wenn die Differenzen ergebnisneutral und erst bei der Umkehrung ergebniswirksam erfasst werden. Das Temporary-Konzept ist bilanzorientiert und damit auf die zutreffende Darstellung der Vermögens- und Schuldenlage des Unternehmens ausgerichtet.21
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung der Arbeit ein und erläutert die Zielsetzung der Untersuchung im Kontext der Umstellung auf das BilMoG.
2. Vergleichende Analyse der Bilanzierung latenter Steuern im Einzelabschluss nach HGB- und IFRS-Vorschriften: Hier werden die konzeptionellen und methodischen Grundlagen der Steuerabgrenzung in beiden Systemen gegenübergestellt und kritisch gewürdigt.
3. Untersuchung der rechtsformspezifischen Probleme der Steuerabgrenzung deutscher Unternehmen nach HGB im Vergleich zu IFRS: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen Herausforderungen bei der Anwendung der HGB-Regelungen für unterschiedliche Rechtsformen sowie für den Organkreis.
4. Konvergenz von IFRS und der Bilanzierungspraxis deutscher mittelständischer Unternehmen nach BilMoG: Im Mittelpunkt steht die empirische Untersuchung der praktischen Anwendung des BilMoG durch mittelständische Unternehmen sowie die Analyse der Konvergenz zur internationalen Rechnungslegung.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammengeführt und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung gegeben.
BilMoG, Latente Steuern, HGB, IFRS, Steuerabgrenzung, Steuerlatenzrechnung, Temporary-Konzept, Timing-Konzept, Liability-Methode, Mittelständische Unternehmen, Aktivierungswahlrecht, Passivierungspflicht, Steuerliche Verlustvorträge, Konzernabschluss, Organschaft
Die Arbeit befasst sich mit der durch das BilMoG initiierten Annäherung der deutschen handelsrechtlichen Bilanzierung latenter Steuern an die internationalen IFRS-Standards.
Zentrale Themen sind die konzeptionellen Unterschiede bei der Steuerabgrenzung, die rechtsspezifischen Probleme für den deutschen Mittelstand und die empirische Überprüfung der Anwendung dieser komplexen Regelungen.
Ziel ist es, die Umsetzung der Neuregelungen durch deutsche mittelständische Unternehmen darzustellen und zu klären, inwiefern sich die Bilanzierungspraxis tatsächlich an die internationale Rechnungslegung annähert.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische, vergleichende Analyse der Vorschriften mit einer eigenen empirischen Erhebung, bei der 312 Jahresabschlüsse mittelständischer Unternehmen ausgewertet wurden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der empirischen Konvergenzanalyse der Bilanzierungspraxis, inklusive der Auswertung von Anhangangaben zu Ursachen und Umfang latenter Steuern.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören das BilMoG, latente Steuern, das Temporary-Konzept, der deutsche Mittelstand und die Konvergenz zu den IFRS.
Aufgrund der zweistufigen Gewinnermittlung und steuerlicher Besonderheiten bei der Gewerbesteuer ergeben sich für Personengesellschaften besondere Anforderungen an die Ermittlung und Zuordnung latenter Steuern.
Kritisch ist, dass die detaillierte Offenlegung sensibler Steuerinformationen im Anhang mittelständische Unternehmen im Wettbewerb benachteiligen könnte, weshalb viele Unternehmen von den gesetzlichen Wahlrechten Gebrauch machen.
Trotz der Modernisierung bleibt das Vorsichtsprinzip prägend; es führt dazu, dass viele mittelständische Unternehmen aus Vorsicht auf die Ausübung von Aktivierungswahlrechten verzichten.
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