Diplomarbeit, 2009
163 Seiten, Note: 2,2
1. Einleitung
2. Was ist eine Organisation? Eine Begriffseingrenzung als Basis für das Verständnis der vorliegenden Arbeit
2.1 Definition der Organisation
2.1.1 Organisationsziele
2.1.2 Formale Struktur
2.1.3 Informale Struktur
2.1.4 Mitglieder
3. Organisationskultur und ihre theoretische Einbettung
3.1 Von der wissenschaftlichen Betriebsführung nach Taylor zur Human Relations Bewegung
3.1.1 Die wissenschaftliche Betriebsführung nach Frederick Winslow Taylor
3.1.2 Die Human Relations Bewegung
4. Organisationskultur: Definition und Bedeutung
4.1 Verschiedene Ansätze der Organisationskultur
4.1.1 Der Variablen-Ansatz
4.1.2 Der Metaphern-Ansatz
4.1.3 Die dynamische Perspektive: Das Organisationskulturmodell nach Schein
5. Starke Kulturen und ihre Funktionen
5.1 Starke und schwache Kulturen
5.2 Funktionen der Organisationskultur
5.2.1 Die Integrationsfunktion
5.2.2 Die Koordinationsfunktion
5.2.3 Die Motivationsfunktion
6. Ein Rekurs auf die drei Ansätze der Organisationskultur zur veranschaulichenden Darstellung ihrer Gestaltungsmöglichkeiten
6.1 Organisationskultur als Managementaufgabe: Der Variablen-Ansatz nach Peters und Waterman
6.2 Organisationskultur als Realitätskonstruktion: Der Metaphern-Ansatz
6.3 Kulturbewusstes Management als Ausweg? Die dynamische Perspektive
7. Organisationskultur als Erfolgsfaktor? Eine empirische Prüfung
7.1 Starke Kulturen und kulturelle Anpassungsfähigkeit als Erfolgsfaktoren: Eine empirische Prüfung nach Kotter und Heskett
7.2 Die kulturelle Lücke: Eine empirische Studie nach Wittel
8. Kritische Würdigung der vorgestellten Ansätze
9. Organisationskultur: Ein systemtheoretisches Modell
9.1 Autopoiesis
9.2 Operative Schließung und System-/Umweltdifferenz
9.3 Beobachtung
9.4 Kommunikation als Operation sozialer Systeme
9.5 Entscheidung als Operation von Organisationen
9.6 Organisationskultur aus systemtheoretischer Perspektive
10. Fazit
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist eine kritische Bestandsaufnahme der Annahme, dass Organisationskultur einen maßgeblichen positiven Einfluss auf den Unternehmenserfolg hat. Ausgehend von managementtheoretischen Konzepten wird untersucht, ob sich Organisationskultur aktiv als Erfolgsfaktor gestalten lässt oder ob dieser Ansatz aufgrund theoretischer und empirischer Mängel kritisch zu hinterfragen ist.
1. Einleitung
Die Betrachtung kultureller Phänomene kann in der Soziologie auf die Entwicklung eines eigenständigen Forschungsstrangs zurückblicken, der sich auf Grund verschiedener geistesgeschichtlicher Einflüsse und sozialstruktureller Bedingungen, wie die Entstehung der Massengesellschaft und des industriellen Kapitalismus, bereits im 18. Jahrhundert herauskristallisierte und stetig weiterentwickelte. Im Fokus der Betrachtung sozialer Tatbestände in einem kulturellen Denkrahmen stehen vor allem das deutende und verstehende Erfassen kultureller Phänomene, kultureller Bedeutungen und kultureller Einflüsse in sozialen Zusammenhängen, wie beispielsweise die Erforschung kultureller Wahrnehmungs- und Bedeutungsmuster in Gemeinschaften oder die Unterscheidung sozialer Einheiten nach Lebensstilen und Geschmackskulturen. Diese Forschungsfelder stützen sich auf einen Kulturbegriff, dem die Auffassung der Kultur als ein historisches, aus gemeinsam geteilten Symbolen und Werten entstehendes Bedeutungssystem zugrundeliegt, durch welches die Individuen eines kulturellen Zusammenhangs ihrem Handeln und Erleben Sinn verleihen können (vgl. Jung 1994: 482).
Die Kultur bietet hiernach ein Bezugsmuster kultureller Normen und Werte, an dem sich die Individuen oder Kollektive in ihrem Handeln orientieren können. Die Behandlung der Kulturfrage spielt jedoch nicht nur auf gesamtgesellschaftlicher Ebene eine Rolle, sondern gewinnt auch auf der speziellen Ebene der Organisation an Bedeutung. Bereits Weber verwies mit seiner Unterscheidung zwischen Zweck- und Wertrationalität in Bezug auf Unternehmen darauf, dass ökonomische Organisationen nicht nur als zweckrationale und nutzenorientierte Gebilde behandelt werden können, sondern auch ein soziales und werteorientiertes Gefüge darstellen, in dem das Handeln der Mitglieder sich eben nicht nur an einer spezifischen Zielsetzung, sondern auch an aus einem Kollektiv gewachsenen Normen- und Wertvorstellungen orientiert (vgl. Deeg 2008: 101).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die soziologische Perspektive auf kulturelle Phänomene ein und begründet die Relevanz der Organisationskulturthematik im Kontext unternehmerischer Erfolgssuche.
2. Was ist eine Organisation? Eine Begriffseingrenzung als Basis für das Verständnis der vorliegenden Arbeit: Hier werden die Entstehung von Organisationen sowie deren grundlegende Merkmale, wie formale und informale Strukturen, für das weitere Verständnis definiert.
3. Organisationskultur und ihre theoretische Einbettung: Dieses Kapitel verortet das Organisationskulturkonzept innerhalb der Organisationslehre, von klassischen Ansätzen wie Taylor bis zur Human-Relations-Bewegung.
4. Organisationskultur: Definition und Bedeutung: Es werden verschiedene theoretische Zugänge zur Organisationskultur erörtert, darunter der Variablen-Ansatz und die dynamische Perspektive.
5. Starke Kulturen und ihre Funktionen: Hier werden die funktionalistischen Ansätze diskutiert, die starke Kulturen als Instrumente zur Integration, Koordination und Motivation im Unternehmen einsetzen.
6. Ein Rekurs auf die drei Ansätze der Organisationskultur zur veranschaulichenden Darstellung ihrer Gestaltungsmöglichkeiten: Die Gestaltungsmöglichkeiten der Unternehmenskultur werden anhand verschiedener Modellansätze, insbesondere dem von Peters und Waterman, kritisch diskutiert.
7. Organisationskultur als Erfolgsfaktor? Eine empirische Prüfung: In diesem Kapitel werden empirische Studien (Kotter & Heskett, Wittel) herangezogen, um die Erfolgsthese kritisch zu prüfen.
8. Kritische Würdigung der vorgestellten Ansätze: Es erfolgt eine Zusammenfassung der Schwachstellen der bisherigen Modelle und eine kritische Auseinandersetzung mit der Machbarkeit von Unternehmenskultur.
9. Organisationskultur: Ein systemtheoretisches Modell: Unter Rückgriff auf die Luhmannsche Systemtheorie wird Organisationskultur als Selbstbeschreibungs- und Semantik-Kapazität autopoietischer Systeme neu modelliert.
10. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und verneint letztlich die Leitfrage nach der Organisationskultur als direkt gestaltbarem Erfolgsfaktor.
Organisationskultur, Unternehmenserfolg, Erfolgskonzept, Systemtheorie, Niklas Luhmann, Variablen-Ansatz, Metaphern-Ansatz, Human-Relations-Bewegung, Unternehmenskultur, Organisationssoziologie, Management, Firmenideologie, Belegschaftskultur, Gestaltbarkeit, Semantik
Die Arbeit untersucht kritisch die verbreitete These, dass eine starke Organisationskultur ein direkter Erfolgsfaktor für Unternehmen ist und aktiv vom Management gestaltet werden kann.
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung der Organisationskultur, der Vergleich zwischen instrumentalistischen und systemtheoretischen Ansätzen sowie die empirische Prüfung des Zusammenhangs zwischen Kulturstärke und Unternehmenserfolg.
Das primäre Ziel ist die kritische Bestandsaufnahme des Plausibilitätsgehalts der Erfolgsthese „Organisationskultur als Erfolgsfaktor“ und die Beantwortung der Frage, ob eine gezielte Gestaltung tatsächlich möglich ist.
Die Arbeit nutzt einen theoretisch-analytischen Ansatz mit einer komparativen Literaturanalyse sowie die kritische Würdigung empirischer Studien (u.a. von Kotter & Heskett, Wittel).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einbettung, die Definition und Bedeutung von Organisationskultur, eine Diskussion verschiedener Forschungsansätze sowie eine systemtheoretische Neubewertung der Thematik nach Luhmann.
Neben Organisationskultur und Unternehmenserfolg sind es Systemtheorie, Autopoiesis, Variablen-Ansatz, Management, Unternehmenskultur und die kritische Distanz zur Machbarkeit.
Der Ansatz dient dazu, die betriebswirtschaftlichen, oft zu optimistischen Input-Output-Modelle der Kulturgestaltung durch eine soziologische Perspektive zu ersetzen, die Organisationen als autopoietische, selbstreferentielle Systeme versteht.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen starker Organisationskultur und Unternehmenserfolg empirisch nicht zweifelsfrei belegt werden kann und oft eher korrelativ statt kausal oder methodisch fragwürdig ist.
Die Autorin steht der aktiven, direkten Kulturgestaltung durch das Management skeptisch gegenüber und betont stattdessen die Eigendynamik von Organisationen als "Humansysteme", die sich nicht direktiv von außen steuern lassen.
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