Bachelorarbeit, 2012
74 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Was ist Gesundheit?
2.2 Was ist Krankheit?
3. Modell der Salutogenese
3.1 Salutogenese versus Pathogenese
3.2 Kohärenzgefühl
3.2.1 Verstehbarkeit (Sense of Comprehensibility)
3.2.2 Handhabbarkeit (Sense of Manageability)
3.2.3 Bedeutsamkeit (Sense of Meaningfulness)
3.3 Bio-psycho-soziales Modell
3.4 Soziale Arbeit im Salutogenetischen Ansatz
3.4.1 Personenzentrierte Beratung
3.4.2 Empowerment
3.4.3 Case Management
4. Salutogenetische Aspekte
4.1 Positive Lebenseinstellung
4.2 Glaube
4.3 Lebenssinn
4.4 Sozialer Rückhalt
5. Südafrika
5.1 Gesundheitserleben in Südafrika
5.1.1 Situation der medizinischen Versorgung
5.1.2 Traditionelle Heiler
5.1.3 Umgang mit Tod am Beispiel der Zulus
5.2 Häufige Krankheiten
5.2.1 HIV/AIDS
5.2.2 Tuberkulose
5.3 Soziale Schwierigkeiten
5.3.1 Stigmatisierung von HIV/AIDS Erkrankten
5.3.2 Arbeitslosigkeit/Armut
5.4 Glaube als Antwort auf südafrikanische Probleme
6. Am Beispiel „Themba Care Athlone“
6.1 Konzept
6.1.1 Patienten
6.1.2 Familie
6.2 Anwendung Salutogenetischer Aspekte
6.3 Erfolge
7. Relevanz der Ergebnisse für Deutschland
8. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der salutogenetische Ansatz in der südafrikanischen Einrichtung "Themba Care" Anwendung findet, um Kindern trotz prekärer sozialer und gesundheitlicher Rahmenbedingungen zu einer verbesserten Genesung und Lebensqualität zu verhelfen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Übertragbarkeit und Wirksamkeit salutogenetischer Aspekte im Kontext der dortigen Herausforderungen wie HIV/AIDS, Armut und Stigmatisierung.
3.2 Kohärenzgefühl
Unter dem Kohärenzgefühl (Sense of Coherence; SOC) versteht Antonovsky im Wesentlichen:
„eine globale Orientierung, die das Ausmaß ausdrückt, in dem jemand ein durchdringendes Gefühl des Vertrauens hat, daß erstens die Anforderungen aus der internalen oder externalen Umwelt im Verlauf des Lebens strukturiert, vorhersagbar und erklärbar sind, und daß zweitens die Ressourcen verfügbar sind, die nötig sind, um den Anforderungen gerecht zu werden. Und drittens, daß diese Anforderungen Herausforderungen sind, die Investitionen und Engagement verdienen.“ (Antonovsky 1993: 12)
Vereinfacht kann das Kohärenzgefühl als „eine globale Orientierung [verstanden werden], die ausdrückt, in welchem Ausmaß man ein durchdringendes, andauerndes und dennoch dynamisches Gefühl des Vertrauens hat, dass
• die Stimuli, die sich im Verlauf des Lebens aus der inneren und äußeren Umgebung ergeben, strukturiert, vorhersehbar und erklärbar sind;
• einem die Ressourcen zur Verfügung stehen, um den Anforderungen, die diese Stimuli stellen, zu begegnen;
• diese Anforderungen Herausforderungen sind, die Anstrengungen und Engagement lohnen.“ (Antonovsky, 1997: 36)
Das Kohärenzgefühl wird hauptsächlich, so Antonovsky, in seinen wesentlichen Zügen in den ersten zehn Lebensjahren, also im Kinder- und Jugendalter entwickelt und bleibt dann weitgehend unverändert. Antonovsky geht zudem davon aus, dass das Kohärenzgefühl im Alter von 30 Jahren voll ausgebildet ist und es nach diesem Zeitraum nur geringe Möglichkeiten gibt, eine grundlegende Veränderung herbeizuführen. Eine Veränderung kann sich somit nur „aus der Anregung eines neuen Musters, eines neuen Konzeptes der Lebenserfahrung [ergeben]. Wenn dieses Muster über Jahre hinweg beibehalten wird, kann sich (..) eine graduelle Veränderung des Kohärenzgefühls ergeben“ (Lamprecht/Johnen 1997: 24).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die sozioökonomische Diskrepanz in Südafrika und begründet die Relevanz des salutogenetischen Konzepts für die Arbeit in Kinderheimen.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen von Gesundheit und Krankheit unter Einbeziehung verschiedener wissenschaftlicher Perspektiven differenziert.
3. Modell der Salutogenese: Der theoretische Kern der Arbeit befasst sich mit der Entstehung von Gesundheit, dem Kohärenzgefühl und der Anwendung salutogenetischer Methoden in der Sozialen Arbeit.
4. Salutogenetische Aspekte: Hier werden zentrale Schutzfaktoren wie eine positive Lebenseinstellung, Glaube, Lebenssinn und sozialer Rückhalt als gesundheitsfördernde Ressourcen expliziert.
5. Südafrika: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Lebensumstände, medizinischen Versorgungslagen sowie die Krankheitslast (HIV/AIDS, Tuberkulose) im südafrikanischen Kontext.
6. Am Beispiel „Themba Care Athlone“: Das Fallbeispiel der Einrichtung Themba Care illustriert das Konzept, die Anwendung salutogenetischer Prinzipien und die erzielten Erfolge in der Praxis.
7. Relevanz der Ergebnisse für Deutschland: Eine kritische Reflexion über die Übertragbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse auf deutsche Gesundheitseinrichtungen und soziale Bedingungen.
8. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Wirksamkeit der salutogenetischen Behandlungsmethode für eine schnellere Genesung der Patienten.
Salutogenese, Kohärenzgefühl, Südafrika, Themba Care, HIV/AIDS, Tuberkulose, Soziale Arbeit, Empowerment, Case Management, Gesundheitsförderung, Resilienz, Patientenversorgung, Soziale Unterstützung, Lebenssinn, Interdisziplinäre Versorgung.
Die Bachelorarbeit untersucht die Anwendung salutogenetischer Aspekte in einer südafrikanischen pädiatrischen Einrichtung zur Unterstützung chronisch kranker Kinder.
Die zentralen Themen umfassen das Modell der Salutogenese, soziale Probleme in Südafrika (insb. HIV/AIDS und Armut), die Rolle des Glaubens als Ressource und methodische Ansätze der Sozialen Arbeit.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie durch den salutogenetischen Ansatz soziale Probleme in einer südafrikanischen Einrichtung verbessert oder gelöst werden können.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche zu salutogenetischen Theorien und eine qualitative Analyse durch Experteninterviews mit der Ärztin und der Sozialarbeiterin von Themba Care.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des salutogenetischen Modells, die Analyse der südafrikanischen Lebensrealität und die detaillierte Vorstellung der Einrichtung "Themba Care".
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Salutogenese, Kohärenzgefühl, Themba Care, HIV/AIDS-Prävention und biopsychosoziale Gesundheitsbetrachtung charakterisieren.
Es zeichnet sich durch seine familiäre Atmosphäre, die aktive Einbeziehung der Angehörigen und die ganzheitliche Betrachtung (biopsychosozial) der jungen Patienten aus.
Religion wird als eine wesentliche, gesundheitsfördernde Ressource identifiziert, die in Südafrika Lebenssinn vermittelt und zur psychischen Stabilisierung beiträgt.
Da Themba Care teilweise palliativ agiert, ist der Umgang mit Sterben und Trauer ein wichtiger Bestandteil, um Familien in ihrer Bewältigung zu unterstützen.
Die Arbeit regt an, in deutschen Kliniken mehr Augenmerk auf die soziale Betreuung und die Einbeziehung der Familien als "Co-Therapeuten" zu legen, um Isolation zu vermeiden.
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